Rofanspitze, 2259 m

Dank Seilbahn kurzer, einfacher Anstieg und gigantische, aber anspruchsvolle Abfahrt bis ins Inntal.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Von Maurach auf der Skipiste über die Buchauer Alm zum weiten Skigelände zwischen Erfurter Hütte und Mauritzalm mühsam hinauf. Bequemer geht es mit der Rofanbahn, die unmittelbar neben der Erfurter Hütte verlassen wird. Von dort über die Piste ein bisserl bergab rutschen und mehrmals etwas auf und ab zur Mauritzalm. Dann geht es wieder abwärts und nach einem breiten Graben in gestuftem Gelände am Sommerweg gegen Osten auf die Haidachstellwand zu. An der markanten Wand links vorbei und nur wenig ansteigend durch eine interessante Hochgebirgslandschaft zur Gruberscharte. Hinter der Scharte wartet der weite, steil nach Südosten abfallende Gipfelhang. Gegen Nordosten wird er schräg angeschnitten (Lawinen!) und bald darauf ist die Rofanspitze erreicht.
Abstieg.
Vom Gipfel nach Süden über 30° steile, ideale Hänge in eine ausgedehnte Mulde hinunter. Zwischen Sagzahn und Gruberlackenspitze verengt sich die Talmulde und die kleine Schermsteinalm (oder Scherbensteinalm) wird erreicht. Anschließend unter wild aufragenden Felsenwänden unter dem Vorderen Sonnwendjoch über eine (stark von Lawinen bedrohte) Steilstufe in das weite Wiesengelände der Alpiglalm hinabschwingen. Von dort entweder durch steile Waldschneisen oder auf der Straße nach Wiesing hinab. Durch den Ort und zur Bushaltestelle etwas unterhalb der Ortschaft, bei der Straßenbrücke über die Bundesstraße. Bei knapper Schneelage kann man von der Lichtung über Astenberg (Punkt 780 m) gegen Südwesten am Sommerweg in mehrmaligem Auf und Ab zur Kanzelkehre durch den Wald queren.

Exposition - Süden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1680 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMaurach, 970 m (bzw. Erfurter Hütte an der Bergstation der Rofanbahn, 1881 m)
TourencharakterDie Wiesingabfahrt ist eine der größten Tourenabfahrten der Ostalpen. Fast 1700 Höhenmeter werden auf Ski bewältigt, und das alles auf Südhängen, die voll der Sonne ausgesetzt sind. Dazu braucht man üppige Schneelage, und weil es diese nicht in jedem Winter in ausreichendem Maße gibt, muss man sich unbedingt nach den Verhältnissen erkundigen, bevor man diese Tour in Angriff nimmt. Neben satten Schneehöhen sind auch lawinensichere Bedingungen notwendig, sonst kann es auf der Wiesingabfahrt schnell brenzlig werden. Das Allerschönste an dieser Tour ist der kurze Aufstieg. Wer sich den Luxus gönnt, ausnahmsweise Seilbahnunterstützung in Anspruch zu nehmen, ist in 1 1/2 Stunden auf dem höchsten Rofangipfel und dann steht dem grenzenlosen Tiefschneerausch fast nichts mehr im Wege. Falls es jemand noch nicht gemerkt hat - Der Endpunkt der Abfahrt liegt in jedem Fall weit vom Ausgangspunkt entfernt, aber immerhin an einer Bushaltestelle. Leider fährt der Linienbus von Wiesing nach Maurach viel zu selten und das Studieren des Fahrplans hilft auch nicht viel, weil wohl kaum jemand die Abfahrt zeitlich präzise einschätzen kann. Gottlob finden sich aber immer wieder verständnisvolle Autofahrer, die »heruntergekommene« Skitouristen nach Maurach mitnehmen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 28 (Vorderes Zillertal – Rofan – Wildschönau)
Verkehrsanbindungmit Pkw oder Achenseebus aus dem Inntal über die Kanzelkehre oder durch das Achental bis zum Parkplatz der Rofanbahn
GastronomieErfurter Hütte, 1881 m, an der Bergstation der Rofanbahn (auch Ausgangspunkt)
Tipps
Auf den Gschöllkopf. Eine nette, kleine und kaum durchgeführte Alternativtour führt von der Erfurter Hütte auf den 2039 m hohen Gschöllkopf. Der Anstieg verläuft von der Mauritzalm am Sommerweg über einen von Lawinen (und abbrechenden Wechten) gefährdeten, steilen Osthang zu einer breiten Scharte hinüber. Unmittelbar unter der Scharte enorm steil und felsig ein paar Meter hinauf. Eventuell dort Ski abschnallen und etwa 10 Höhenmeter tragen. Dann in sehr flaches Gelände hinein, links abdrehen und auf die nördlichen Ausläufer des Gschöllkopfs zu. Über den nach Süden ansteigenden Rücken forsch hinauf und das letzte Stück recht flach zum höchsten Punkt. Bei stabilem Schnee muss man nicht entlang der Aufstiegsroute abfahren, sondern kann am unteren Rand des Gipfelrückens links schwenken und durch eine Mulde nach Südwesten hinausrutschen. Dann durch steile Schattenhänge flott in die Vordere Gschöll hinab und noch vor dem Talgrund links abdrehen. An einem kleinen See vorbei und zum Sessellift. Von dort auf Pisten zur Buchauer Alm und entlang der Aufstiegsroute nach Maurach zurück.
Höchster Punkt
Rofanspitze, 2259 m
Unterkunft
Erfurter Hütte, 1881 m, an der Bergstation der Rofanbahn (auch Ausgangspunkt)
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