Rether Kopf (1926 m)

Makellos weiß geben sich die ostseitigen Steilhänge, die sich vom Wechtengrat zwischen Rether Kopf und Kafell herunterziehen. Sieht man genauer hin, erkennt man, dass diese Hänge von zahlreichen Rinnen durchzogen sind, die auf ein hohes Lawinenrisiko schließen lassen. Deshalb darf man diese Hänge normalerweise nicht betreten, und die Tour endet auf der Grathöhe östlich des Rether Kopfs auf 1780 Meter Höhe. Der Gipfel ist von dieser Seite mit vertretbarem Aufwand nicht zu erreichen.
Exposition: Osten / Lawinengefahr: Gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz am Eingang in das Unterautal auf langem Fahrweg nahezu eben gegen Westen. Nach etwa einer halben Stunde zu einem Holzplatz. Bei ihm rechts auf einen weiteren Fahrweg abzweigen und in Kehren zur nächsten Verzweigung. Dort abermals rechts und auf gering ansteigendem Fahrweg weiter, bis dieser nach einer Linkskehre unter einem Regenmesser freie Hänge erreicht. Dort wieder rechts (gegen Osten) und in weiten Hängen hinauf. Noch weit vor der Gröbenalm sich rechts halten und etwas steiler gegen Norden zum langen Gratrücken empor. Auf ihm nach links dahin, bis sich der Grat sehr eng zusammenschnürt und enorm aufsteigt. Dort ist die Tour zu Ende.
Abstieg.
Von der Grathöhe auf 1780 Meter entlang der Aufstiegsroute, dann aber nicht rechts abzweigen, sondern auf einem Rücken, also relativ weit links, bleiben und zügig durch steile Lichtungen zur Fahrstraße hinab. Dort entweder rechts abbiegen, ein wenig aufwärts, unter dem Regenmesser die Straße queren und durch eine breite Lichtung zur Hochstegenalm abfahren. Oder nach links ein paar Meter auf der Straße hinab, dann nach rechts in eine kurze Waldlichtung. Ein paar Meter durch dichten Wald und dann steil durch eine breite Lichtung zu einem Jagdhaus. Kurz vor dem Jagdhaus rechts abzweigen, über den Bach und zur Hochstegenalm. Unmittelbar vor der Almhütte ist der Unteraubach zu queren, was bei ungünstigen Bedingungen zu einer kitzeligen Angelegenheit werden kann (nasse Füße!). Von der Alm dem Fahrweg zum Aufstiegsweg folgen (kurzer Gegenanstieg) und bei hoher Schneelage rechts auf einem Waldweg oder auf der Straße zum Ausgangspunkt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied840 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAchenkirch, Langlaufparkplatz neben der Talstation der Christlumbahn (940 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterVon Achenkirch durch das Unterautal - Lange Fahrwege und unerschlossenes Tourengelände Bis zur Grathöhe unter dem Rether Kopf ist die Tour bei vernünftiger Routenwahl einfach und ziemlich lawinensicher. Dabei sollte man es auch belassen. Der weitere Anstieg zum Wechtengrat nördlich des Gipfels ist auch bei vermeintlich sicherer Lawinensituation – obwohl er in letzter Zeit relativ häufig durchgeführt wird – mit erheblichem Risiko verbunden. Die steilen, ostseitigen Grashänge sind ideale Lawinen-gleitbahnen, und vom Gipfel brechen mitunter gigantische Wechten ab und fallen in das Kar hinein. Wie auch immer man die Tour gestaltet, sie führt über auffallend schneesichere Hänge. Und über den Forststraßen kann man sich an einem großartigen Landschaftserlebnis mit eindrucksvollen Ausblicken freuen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 26 (Karwendelgebirge; auch digital auf CD erhältlich)
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Jenbach oder Lenggries; mit dem Auto über Achenpass, Sylvensteinsee oder Achensee zum Ausgangspunkt
GastronomieGasthäuser in Achenkirch
Tipps
Riskant zur Kleinzemmalm. Eigentlich sollte man davon abraten, doch wird in letzter Zeit oft vom langen Rücken unter dem Rether Kopf nach Norden in den enorm lawinenbedrohten Osthang unter dem Rether Kopf gequert und bis an den Wechtengrat nördlich des Gipfels (etwa 1890 m) herangegangen. Wer diese gefährlichen Hänge unter dem Rether Kopf wirklich riskieren will, schwingt über sie nach Osten zur Kleinzemmalm hinunter und dreht unterhalb der Almhütten nach rechts (Süden) ab, umfährt einen Felsenriegel östlich und erreicht so die oben geschilderte Abfahrtsstrecke oder fährt weiter gegen Südosten durch lichten Wald zum Fahrweg ab.
Informationen
Dauer 3.30 Std. ('2.30 Std. '1 Std.)
Unterkunft
Gasthäuser, Pensionen und Hotels in Achenkirch
Tourismusbüro
Achenseetourismus, Tel.: +43(0)5246/5300; www.achensee.com
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