Rauhenkopf, 2264 m

Die anfangs über Serpentinen der im Früh- und Hochwinter geschlossenen Zillertaler Höhenstraße führende Tour ist zwar kurz, aber relativ steil und schließt mit einem etwas felsigen Grat ab. Ideal für Einsteiger mit Alpin-Ambitionen. (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
4 km
450 m
1.00 h
Aufstieg: Von der Schranke über drei ungeräumte (aber evtl. vom Hüttenwirt der Rastkogelhütte mit dem Pistenbully plattgewalzte) Serpentinen der Zillertaler Höhenstraße aufwärts, wo links der Fahrweg zur Rastkogelhütte abzweigt. Über die Böschung auf einen mäßig steilen, parkartig bewaldeten Hang und über diesen nordostwärts hinauf zur freien Schaftenheualm. Etwas links haltend (nordwärts) und steiler über kupiertes Gelände und eine abschließende steile Mulde in eine Scharte links des Rauhenkopfs. Rechts über einen etwas felsigen, aber nicht ausgesetzten Grat zum Gipfelplateau.

Abfahrt: Entlang der Aufstiegsroute. Gipfelgrat evtl. zu Fuß, da schmal und steinig.

Exposition: Südwest / Lawinengefahr: gering bis mäßig

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied450 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHippach im Zillertal (620 m), Parkplatz/Haltestelle bei der Atlas-Sportalm (ca. 1700 m)
TourencharakterHier ist genau der richtige Ort zum Einsteigen in frisch verschneiter Winterlandschaft, denken wir uns (zumindest sofern man sich gerade im Zillertal befindet). Hartnäckiges Wechselwetter sorgt allerdings für eine Tour zwischen Schneeflocken und Sonnenschein – und für tiefen weichen Pulverschnee. Wir ziehen eine möglichst gleichmäßig ansteigende Spur durch lockere Baumgruppen und über weite Almflächen. Am überraschend aufgetauchten Gipfelplateau des Rauhenkopfs lässt ein schneidender Nordostwind die Anzeige des Kombi-Höhenmessers an Bernds Handgelenk auf satte -15 Grad fallen. In sämtliche verfügbaren Kleidungsstücke gehüllt, mümmeln wir an unserer Brotzeit und warten auf den baldigen Sonnenuntergang. Während dunkle Schatten langsam die umliegenden Berge heraufkriechen, beginnen in der Ferne die Klassiker des östlichen Zillertals sanft in rosafarbenen Tönen zu leuchten: Der zu einem überdimensionalen Hohlspiegel geformte Gletscher des Großen Löffler, die wie die Finger einer Hand in das orangefarbene Abendlicht gereckten Felstürme der Stangenspitzen, die kitschrosige, zackige Gipfelwelt der Reichenspitzgruppe und in der Nähe die kühn aufragende Ahornspitze mit ihren wie Krakenarme nach dem Touristenzentrum Mayrhofen ausgreifenden Felsspornen. Beim Abfahren heißt es allerdings aufpassen: Der felsige Grat ist schmal und demnach nur für Pflug bzw. Kurzschwünge geeignet – und schnell ist ein Kratzer im Belag. Bei fehlender Altschneeunterlage oder freigewehten Steinen sollte man lieber alte Ski dabeihaben oder neue bis zur Scharte tragen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte (mit Skirouten) 1 - 50000, Blatt 28, Achensee-Rofan-Zillertal oder Blatt 37, Zillertaler Alpen-Tuxer Alpen
VerkehrsanbindungAuf der Inntalautobahn bis Ausfahrt Zillertal und dieses talein bis Hippach. Rechts auf die andere Seite des Ziller und rechts zur Zillertaler Höhenstraße und diese hinauf (Schild; evtl. Schneeketten!) ÖV - Mit der Bahn von München Richtung Innsbruck bis Jenbach und mit der Zillertalbahn weiter bis Hippach. Mit dem Bus auf die Zillertaler Höhenstraße
Gastronomiekeine
Informationen
Variante. Man kann je eine der Serpentinen der Zillertaler Höhenstraße entweder gleich rechtsseitg abkürzen oder die erste nehmen und linksseitig abkürzen (jeweils abschließender Steilhang; evtl. Zaun).
Höchster Punkt
Rauhenkopf, 2264 m
Unterkunft
keine
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