Rampoldplatte, 1422 m

Über der Schuhbräualm landschaftlich sehr schöne Skitour mit Gipfelausblicken auf den Wendelstein mit seinen Trabanten. In den tieferen Regionen hat man es ausschließlich mit dichtem Wald zu tun, dem man bei der Abfahrt mit rasanten Kurzschwüngen oder mit gemütlichen Rutschern auf der langen Forststraße Herr werden kann. Der steile Aufstieg von der Rampoldalm über den Grat zum Gipfel ist mitunter abgeblasen, weshalb man entweder Harscheisen anlegen oder gar die Ski tragen muss.
Lawinengefahr: gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz ein paar Meter gegen Westen und nach links in das Kirchbachtal hinein. Schon bald zweigt rechts ein breiter Weg ab, der zur Schlipfgrubalm beschildert ist. Dieser Weg führt jedoch über etliche Stufen, deshalb ist es mit Ski einfacher, auf dem Fahrweg zu bleiben. Weiter oben vereinen sich die beiden Varianten wieder. Vorbei an der ganzjährig geöffneten Schlipfgrubalm und am Südrand einer weiten Wiese dahin. Am südlichsten Zipfel dieser Wiese dreht der Fahrweg etwas links ab, führt über einen Bachgraben, und gleich dahinter zweigt nach rechts ein Bergweg ab (ab dort einfache Variante möglich; siehe Tipp.) Auf dem Wanderweg nach Südwesten wesentlich steiler weiter, dann kurz etwas abwärts und auf einem Hohlweg dahin. Im Wald wird es wieder deutlich steiler und Spitzkehren werden sich kaum vermeiden lassen. Auf 1055 Metern Höhe den Durchlass am Stacheldraht anpeilen und deutlich flacher dem Weidezaun folgen, der über dem Abbruch des Kirchbachgraben ansteigt. Der Weg dreht anschließend rechts ab, folgt in einer Lichtung der Telefonleitung, und es wird wieder steiler. Dann kommt man ins Sonnenlicht und in freie Hänge unter der Schuhbräualm. Die Route führt jetzt an der malerisch gelegenen (aber im Winter geschlossenen) Bergwirtschaft vorbei und über schöne, freie Hänge nach Süden auf die Rampoldalm zu. Noch vor der Alm dreht der Anstieg rechts ab, um durch eine breite Hangmulde gegen Nordwesten anzusteigen. Auf dem breiten Rücken angekommen, schwenkt man links ab und geht auf die Rampoldplatte zu. Die richtige Route führt auf der rechten (westlichen) Seite des schwungvollen Gipfelaufbaus in meist abgeblasene Hänge hinein, in denen angesichts der bedrohlich abfallenden Hänge Harscheisen kein Luxus, sondern ein Muss sind. Über einen breiten Schlussaufschwung wird schließlich das Gipfelkreuz erreicht.
Abstieg.
Vom Gipfel ein paar Meter nach Nordwesten. Dann rechts abdrehen, und – auf Jungwald achtend – rasant nach Norden durch den Pulverschnee hinunter wedeln. Hinter dem Hundsrücken quert man einen Fahrweg und kommt kurz durch dichten Wald und dann wieder auf mäßig geneigte Wedelhänge. Über sie nach Norden hinunter. Dann wird's ernst: Man sucht sich im dichten Unterholz einen Durchschlupf und kommt bald auf einen deutlich erkennbaren Weg, der am oberen Rand der Kirchbachschlucht hinabführt. Achtung, wenn der Schnee dort vereist ist, muss man besonders vorsichtig sein, dass man nicht in den Graben hinunterfällt! Allmählich dreht der Weg etwas rechts ab, führt aber weiter durch dichten Wald, bis man auf der Höhe von 885 Metern endlich einen Fahrweg erreicht. Sich links haltend verläuft dieser zur Schlipfgrubalm hinaus, wo wieder die Aufstiegsroute erreicht wird. Auf ihr geht es entlang der Rodelbahn zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - Osten und Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied750 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz in Lechen (667 m) südlich von Aich, kurz vor dem Eingang ins Kirchbachtal
EndpunktParkplatz in Lechen (667 m) südlich von Aich, kurz vor dem Eingang ins Kirchbachtal
TourencharakterWer stellenweise etwas dichtere Waldabfahrten auch bei Bruchharsch oder auf vereisten Wanderwegen bewältigen kann und will, ist an der Rampoldplatte richtig aufgehoben. Natürlich herrschen dort nicht immer solche Bedingungen, aber man muss halt damit rechnen und auch damit fertig werden können. Im Idealfall liegt an diesem Voralpenwaldbuckel staubender Pulverschnee, und davon wollen wir mal ausgehen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungAuf der A93 bis Ausfahrt Reischenhart oder Brannenburg, nach Brannenburg und vom südwestlichen Ortsausgang nach Lechen
GastronomieSchlipfgrubalm (854 m; Mittwoch Ruhetag) in Brannenburg
Tipps
Einfache Route. Man muss sich weder den verwegenen Aufstieg noch die rassige Waldabfahrt, die oben beschrieben sind, unbedingt antun. Wesentlich einfacher ist es nämlich, südlich der Schlipfgrubalm auf dem Fahrweg zu bleiben und in ausholenden Bögen, zuletzt auf dem Hundsrücken, zur Rampoldalm aufzusteigen. Von dort verläuft die Route wie oben beschrieben. Für die Abfahrt ist diese Variante, die auch schwächere Tourengeher bewältigen können, ebenfalls geeignet, und man muss dabei nicht einmal auf den pfundigen Pulverschnee-Nordhang am Gipfel verzichten.
Informationen
Höchster Punkt
Rampoldplatte, 1422 m
Unterkunft
Schlipfgrubalm (854 m; Mittwoch Ruhetag) in Brannenburg
Tourismusbüro
Brannenburg, Tel.: 08043/9581; www.brannenburg.de
Tags: 
Mehr zum Thema