Pyramidenspitze, 1997 m

Landschaftlich prächtige, beliebte Frühjahrs-Skitour für sehr gute Skifahrer durch das bis zu 48° steile Egersgrinn. Die nordseitigen Extremhänge sind erstaunlich schneesicher, aber nach Schneefällen auch entsprechend stark von Lawinen bedroht. Felsabstürze erfordern einen absolut sicheren Skifahrer. Aufstieg und Abfahrt sind streckenweise stark ausgesetzt. Besonders lohnend ist der – nicht immer durchgeführte – Weiterweg vom Vogelbad zur Pyramidenspitze. Vorsicht auf Wechten am Gipfelrücken.
Lawinengefahr: sehr hoch
(Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Östlich vom Weiler Kölnberg (Gasthaus) unterquert die schmale Fahrstraße einen kleinen Skilift. Von dort folgt man einer Forststraße gegen Südwesten in den Wald hinein und kann eventuell auf Waldwegen abkürzen. Nach einem Straßenzickzack gegen Süden auf Trittspuren an den unteren Rand des Egersgrinns. Am linken Rand des Taleinschnitts die geschulterten Ski neben einem Felsaufschwung am Waldrand über eine steile, grobe Trittspur tragen und über einem Felsabbruch im Latschenbuschwerk in das Egersgrinn. Dort anschnallen und durch das relativ breite Kar gegen Süden hinauf. Der Hang bringt es dort auf 33° Neigung. In weit ausholenden Kehren flott hinauf und auf einen breiten Absatz. Dort flacht das Egersgrinn deutlich ab, ehe es sich enorm auf rund 40° aufschwingt. Bei normalen Bedingungen die Ski abschnallen und über eine felsige Rippe steil hinauftragen (Vorsicht bei Vereisung). Wenn sehr viel Schnee liegt, kann man eventuell auf die linke Karseite ausweichen und über einen Extremhang (bis 48°) mit Fellen aufsteigen. Aber auch dort ist es einfacher, die Ski am rechten Hangrand zu tragen, bis wieder flacheres Gelände erreicht wird. Durch dieses bis zum oberen Karrand am Vogelbad, 1876 Meter. Dort ist die Tour noch nicht zu Ende. Vor allem wegen der eindrucksvollen Aussicht sollte man gegen Osten in geringem Auf und Ab (recht einfach) die letzten 20 Minuten noch bis zur behäbigen Pyramidenspitze aufsteigen.
Abfahrt.
nur entlang der Aufstiegsroute möglich

Exposition - Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1060 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDurchholzen (690 m); 939 m
TourencharakterFür zarte Gemüter eignet sich die Extremtour durch das Egersgrinn nicht. Ausnehmend steile Hänge, Felsabbrüche und Lawinen bedrohen den Skitouristen fast im ganzen Kar, und wer sich trotzdem dort hinaufwagt, muss sich um einen zu niedrigen Adrenalinspiegel keine Sorgen machen. Auch versierte Skitouristen sollten immer daran denken, dass es im Egersgrinn schon zu folgenschweren Unfällen gekommen ist, und entsprechend vorsichtig sein. Und doch ist diese Tour sehr beliebt, was wohl an der großartigen Landschaft und der alpinen Herausforderung liegt. Deshalb zählt das Egersgrinn zu den Schmankerln aus diesem Führer.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippAlpenvereinskarte 1 - 25000, Blatt 8 (Kaisergebirge)
Verkehrsanbindungvon Durchholzen oder Ebbs zum Ausgangspunkt in der Nähe der Aschinger Alm; Busverbindung ab Niederndorf – Kufstein (nur bis Durchholzen)
Gastronomiekeine Möglichkeit auf der Route
Tipps
Moderat ins Winklkar. Für weniger wilde Skitourengeher, die ebenfalls zu Füßen der markanten Pyramidenspitze ihre Brettl durch die bezaubernde Felsenlandschaft des Zahmen Kaisers schwingen wollen, bietet sich die prächtige, gipfellose Tour von Durchholzen über die Winklalm ins Winkelkar an (Vorsicht: Lawinen!).
Höchster Punkt
Pyramidenspitze, 1997 m
Unterkunft
keine Möglichkeit auf der Route
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