Pirchkogel, 2828 m

Die großartige Firntour auf weiten Sonnenhängen wird durch Seilbahnbau immer mehr entwertet. Doch die landschaftlichen Reize sind geblieben, und wer sich von den Liften nicht abhalten lässt, kann in diesem unschwierigen Gelände große Tourenfreuden erleben. Einsteiger finden am Pirchkogel ein nahezu ideales, schneesicheres Übungsgelände. Auch wenn man sich in Pistennähe bewegt, darf man nicht vergessen, dass die Tour zum Pirchkogel in beachtliche Höhe führt.
Exposition: Süd und Südost / Lawinengefahr: bei vernünftiger Routenwahl gering. Unter dem Hinteren Grießkogel darf das Risiko bei Neuschnee aber nicht unterschätzt werden. (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
7 km
810 m
2.00 h
Aufstieg.
Vom nördlichen Ortsrand des einstigen Jagdstützpunktes, der zu einem charakterlosen Hoteldorf ausge-baut worden ist, folgen wir der Skipiste zu den Stockacher Böden hinauf. Der Routenwahl sind in diesem Bereich kaum Grenzen gesetzt. Man kann beispielsweise steil über das Kuhköpfl aufsteigen, wenn die Verhältnisse sicher sind. Dann flacht der Berg deutlich ab, und wir queren nahezu eben die Stockacher Böden. Die Spur führt auf den Skilift zu und steigt durch schönes, gestuftes Berggelände zunächst gegen Norden an. Bald dreht sie nach Nordwesten ab, führt am Hinteren Grießkogel vorbei und im Anblick der dunklen Irzwände über einen relativ steilen Hang zum Gipfel hinauf.
Abfahrt.
Im Prinzip entlang der Aufstiegsroute. Man kann bei guter Sicht im freien, hindernislosen Berggelände nach Belieben Varianten fahren. Allerdings muss man zum Schluss in den steil abfallenden Hängen nach Kühtai hinab, deshalb sollte man sehr überlegt die beste Route auswählen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied810 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortKühtai (2017 m) am Scheitelpunkt der Straße von Sellrain nach Ötz
AusgangspunktNördlicher Ortsrand von Kühtai
TourencharakterDer Pirchkogel begeistert den Tourengeher vorallem durch die interessanten Gipfelblicke. Sie reichen zu den bekannten und beliebten Skitourenzielen Rietzer Grießkogel, Sulzkogel und Zwieselbacher Rosskogel und hinunter auf die Firntouren an Schafzoll und zur Vorderen Karlesspitze. Das lässt schon einen Vorgeschmack auf viele interessante Touren im Sellraintal und im Kühtai aufkommen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippAV-Karte (mit Skirouten) 1 - 25000, Blatt 31/2, Stubaier Alpen; KompassWanderkarte 1:50000, Blatt 35, Imst-Telfs-Kühtai; Freytag & Berndt-Wanderkarte 1:50000, Blatt 252, Imst-Landeck-Telfs-Fernpass
VerkehrsanbindungAuto - Aus dem Ötztal der Bergstraße nach Kühtai bis zum Ausgangspunkt folgen. Aus dem Inntal von Kematen durch das Sellraintal nach Kühtai ÖV: Busverbindung aus dem Ötztal bzw. von Kematen nur im Sommer
GastronomieDortmunder Hütte (1949m), DAV, 80 Schlafplätze, bew. Anf. Dez. bis Anf.Mai, Tel. (0043)(0)5239/5202 o. 5224
Tipps
Wer den Aufstieg verkürzen möchte, kann ab Kühtai mit der Seilbahn auffahren.
Höchster Punkt
Pirchkogel, 2828 m
Unterkunft
Dortmunder Hütte (1949m), DAV, 80 Schlafplätze, bew. Anf. Dez. bis Anf.Mai, Tel. (0043)(0)5239/5202 o. 5224
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