Pfuitjoch (2196 m)

Unerschlossenes, sonnenseitiges Tourengelände. Prächtige Tour in verlockendem Skigelände. Nicht schneesicher, hohe Schneelage abwarten. Der Gipfelanstieg ist sehr steil und nicht leicht; diesen eventuell zu Fuß bewältigen.
Exposition - Süden / Lawinengefahr: Mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Bahnhof in Lähn über das Gleis und gleich nach Norden über eine Wiese zum Weinberg hinauf, wie die flachen Hänge gleich über Lähn von Einheimischen genannt werden. Früher stand Lähn auf dem Weinberg, doch im Mittelalter haben große Lawinen, die direkt von der Gipfelflanke des Plattbergs bis ins Tal gedonnert sind, den Ort mehrmals zerstört, deshalb ist er im Tal an sicherer Stelle neu gebaut worden. Vom Weinberg zum breiten Höhenrücken zwischen Wiestal und Böstal. Die Route führt an Heuhütten vorbei, durch das Böstal und an einen bewaldeten Steilaufschwung heran. Dieses Hindernis rechts umgehen und dann im Wald wieder nach Norden hinauf. Ab etwa 1700 Meter Höhe in freie, weite, mäßig geneigte Hänge hinein und etwas rechts abdrehend über eine Flanke, die von unten recht grob ausschaut, sich aber als relativ harmlos entpuppt. Über sie nach Nordosten in ein paar Kehren hinauf und links abdrehend auf eine unbedeutende Kuppe, die von Einheimischen Hebertaljoch genannt wird. Wer es gemütlich mag, beendet die Tour dort. Denn der weitere Anstieg wird sportlich. Er führt in vielen Spitzkehren auf einem sehr steilen Rücken direkt nach Norden hinauf und nahe an den Gipfel des Großen Pfuitjochs heran. Spätestens 10 Meter unter dem Gipfel werden die Ski abgestellt, und man geht – soweit es die Wechten zulassen – zum höchsten Punkt hinauf.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1090 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLähn (1112 m), Bahnstation
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDas lange Tal zwischen Ehrwald und Reutte, das Zwischentorental, trennt die Lechtaler Alpen im Süden von dem langen Bergkamm der Ammergauer Alpen im Norden. Der berühmteste Berg in diesem Kamm ist der Daniel, der sich aber für eine Skitour nur sehr bedingt eignet. Sein kleinerer Nachbar, das Pfuitjoch, aber wäre ein nahezu idealer Skiberg, wenn er nicht südseitig ausgerichtet wäre. Das verspricht bei guten Bedingungen Firn oder gar Pulverschnee. Doch leider kann auf den Sonnenhängen auch mal zu wenig oder gar kein Schnee liegen. Deshalb muss man die richtigen Verhältnisse abwarten.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 4 (Füssen–Außerfern)
VerkehrsanbindungMit Bahn oder Auto über Garmisch-Partenkirchen und Ehrwald oder über Reutte nach Lähn
Tipps
Spezialabfahrt für Verwegene Bei sicherer Schneelage kann man vom Großen Pfuitjoch einen pfundigen und weiten Hang nach Südwesten rund 350 Höhenmeter hinunterwedeln, um sich dann etwas rechts zu halten. In einer leicht abfallenden Querfahrt stößt man auf eine Geländerippe, die kurz etwas schmal wird. Auf ihr nach Südwesten hinab und am Waldrand rechts abdrehend steil ins Wiestal hinunter. Durch dieses nach Lähn zurück.
Informationen
Dauer 4 Std. ('2.45 Std. '1.15 Std.)
Unterkunft
Gasthäuser und Pensionen im Zwischentorental
Tourismusbüro
Bichlbach, Tel.: +43(0)5674/5354; www.tirol.at/bichlbach
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