Ochsenkopf, 2148 m; Stanser Joch, 2102 m

Sehr sichere Verhältnisse nötig. Vor allem im tief eingeschnittenen Weißenbachtal können verheerende Lawinen abgehen. Der bis zu 35° steile Anstieg durch das Weißenbachkar bis in die Scharte unter dem Gipfel erfordert lawinensichere Bedingungen und einen konditionsstarken Skitourengeher.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Mauracher Ortsteil Lärchenwiese am Fahrweg gegen Südwesten ins Weißenbachtal hinein und an der Verzweigung geradeaus in den Talgrund. Im weiteren Verlauf wendet sich die Straße auf die südliche Talseite und steigt in Kehren etwas an, ehe sie in einer Furt (bei geringer Schneelage Ski abschnallen) wieder auf die nördliche Seite des Tals führt. Sie steigt in Kehren an, quert eine Lawinenreiße, verlässt den Wald und läuft dann flach an der Weißenbachhütte vorbei und zur Weißenbachalm, 1607 Meter. Von ihr sieht man schön in das sich enorm aufschwingende Weißenbachkar. Hinter der Alm geht es noch kurz über einen freien Hang und dann forsch ins Kar hinein. Durch Latschenbuschwerk nun in Spitzkehren hinauf, bis sich der Hang allmählich zurücklegt. Vor sich sieht man eine breite Rinne, die von unten recht Respekt einflößend ausschaut. So schlimm kommt es allerdings nicht, denn wenn man erst einmal in diesem Steilbereich ansteigt, wird man erkennen, dass die Angelegenheit nur halb so wild, aber immerhin bis zu 35° steil ist. Schließlich geht es an eine scharf abbrechende Kante heran, dann links ab und gleich darauf in die tiefste Stelle des Gratverlaufs zwischen Stanser Joch und Ochsenkopf. Dort rechts halten und die Ski über den breiten Hang südlich der Grathöhe (also links davon) dahinschieben, bis bequem der Gipfel des Ochsenkopfs erreicht ist. Von der Grathöhe könnte man auch links, also gegen Westen, zum Stanser Joch hinübergehen. Das lohnt sich allerdings kaum, denn die Querung ist fast eben und die technischen Anlagen auf diesem Gipfel schauen auch nicht gerade besonders einladend aus.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute. Besonders gut hält sich der Pulverschnee im unteren Bereich des Weißenbachkars in einer steilen, engen Rinne auf der Westseite des Hangs unter dem Blasermahdegg.

Exposition - Nordosten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1175 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMaurach am Achensee, 975 m. Maurach, Lärchenwiese, 880 m (nur ein paar Parkplätze am Taleingang)
TourencharakterWer erst einmal den zugegebenermaßen etwas tristen Anstieg durch das lange Weißenbachtal hinter sich gebracht und die Lawinenkegel sicher gemeistert hat, wird noch vor der Weißenbachhütte von großartigem Skigelände erwartet. Gleich hinter der Weißenbachalm schwingt sich der Berg allerdings mächtig auf und fordert den engagierten Skitouristen immer mehr, bis er auf den langen Gipfelgraten etwas verschnaufen und die großartige Karwendelschau richtig auskosten kann, um sich dann in das Abenteuer einer rassigen Tourenabfahrt zu stürzen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 28 (Vorderes Zillertal – Rofan – Wildschönau)
Verkehrsanbindungvon Wiesing über die Kanzelkehre durch das Achental, auch vom Achenpass oder vom Sylvenstein möglich, Busverbindung
Gastronomieauf der Route keine Möglichkeit
Tipps
Firn-Extra. Wegen der schattseitigen Lage der Hänge im Weißenbachkar ist dort meist mit Pulverschnee zu rechnen, auch im Frühling noch. Anders schaut es südlich des Ochsenkopfs aus. Dort lockt rauschender Firn und wer die Verhältnisse richtig erwischt, sollte sich keinesfalls einen Abstecher, wenigstens bis zum Stanser Hochleger – mit anschließendem Gegenanstieg – entgehen lassen.
Höchster Punkt
Ochsenkopf, 2148 m
Unterkunft
auf der Route keine Möglichkeit
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