Mittleres Hörnle, 1496 m

Sehr hübsche und nahezu lawinensichere Tour, die sich zu Saisonbeginn großer Beliebtheit erfreut. Trotz der niedrigen Lage gleitet man größ-tenteils über freie Almflächen und wird mit einer nur kurz unterbrochenen Genussabfahrt belohnt. Geht bei viel Neuschnee sogar bei fehlender Unterlage.
Exposition: Südwest / Lawinengefahr: gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
9 km
660 m
1.00 h
Aufstieg.
Nordostwärts auf einem Sträßchen kurz auf die Terrasse von Kappel hinauf und auf einem Fahrweg über eine freie Fläche unter einen breiten Rücken. Über diesen auf Almwiesen hinauf zu einem Absatz mit alten Ahornbäumen. Kurz rechts haltend weiter hinauf, links ansteigend einen steilen Hang mit Jungfichten queren und über die schmalere Fortsetzung des Rückens wieder frei nordostwärts aufwärts zu einem Flachstück mit Senke (ca. 1450 m). Leicht links haltend durch ein kurzes Waldstück hinauf zu einer freien Flanke und zum Gipfelkreuz.
Variante Verlängerung.
Von der Senke rechts haltend kurz durch Wald zur Hörnlealm (1431 m) queren, über den folgenden flachen und freien Kamm ostwärts und über den Westrücken hinauf zum Hinteren Hörnle (1548 m; + 120 Hm, 20 Min). Variante Ski-Plus: Am Ortsende von Bad Kohlgrub links zum Sessellift und mit diesem zur Bergstation. Am Hörnlehaus (1390 m) vorbei frei ostwärts und rechts haltend unterm Vorderen Hörnle (1484 m) querend aufwärts, dann rechts (südwärts) hinauf zum Mittleren Hörnle (110 Hm, 20 Min).
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied660 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
StartortUnterammergau (836 m)
AusgangspunktGebührenpflichtiger Parkplatz unterm Weiler Kappel (ca. 840 m)
TourencharakterJeden Winter ist es mindestens einmal dran, das Hörnle. Da gleite ich im Kordon mit Dutzenden Skibegeisterten und einer Handvoll Freunden im ersten Schnee aufwärts zu dem unscheinbaren Waldbergerl, das nach Südwesten einen breiten Almrücken Richtung Ammertal aussendet. Das Wetter spielt keine Rolle; es darf ruhig schneien wie die Hölle - Gutes Wetter ist Gift für die wunderschöne Genussabfahrt auf dem mit etwa 25° ideal geneigten Almrücken. Die Ski beginnen bald zu pappen, die kalte Nacht bildet eine Bruchharschkruste und die warme Sonne weicht den Schnee durch, bis er schon Anfang März im unteren Bereich verschwunden ist. Das Hörnle ist ideal für Einsteiger: Es lässt sich schnell erreichen, die Abfahrt ist unproblematisch, man kann die Tour mit Pistenskifahren kombinieren, verlaufen ist ausgeschlossen, und Lawinengefahr gibt es praktisch nicht – es sei denn, man fährt vom Gipfelhang ab Richtung Hinteres Hörnle, um diese Trophäe auch noch mitzunehmen. Bei gutem Wetter ist es aber auf dem Gipfel viel zu schön, um gleich wieder weiter- zuhasten: Es reicht der Blick vom schrofigen Klammspitzkamm mit dem Felszacken des Teufelstättkopfs (1758 m) über das Alpenvorland mit dem Staffelsee bis nach München.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Pfaffenwinkel-Staffelsee; Kompass 1:35000, Blatt 05, Oberammergau-Ammertal
VerkehrsanbindungAuto - Auf der A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen bis Ausfahrt Murnau und über Murnau und Bad Kohlgrub nach Saulgrub. Links Richtung Oberammergau und nach 5 km links ab. ÖV: Mit der Bahn von München über Murnau Richtung Oberammergau bis Unterammergau. Zu Fuß kurz links (nordwärts) fast zur Bundesstraße und halbrechts anfangs parallel auf einer Straße zu einem Fahrweg, den man kreuzt. Evtl. mit Ski nordwärts über eine Wiesenfläche und rechts eines umzäunten Areals zum Ausgangspunkt (15 Min.).
GastronomieHörndlhütte (1390 m), DAV S. Starnberg, ganzjährig bew. außer November und April, 23 Schlafplätze (Reservierung stets erforderlich), Tel. 0049/(0)8845/229
Informationen
Variante - Verlängerung: Wie Aufstieg (Gegenanstieg an der Hörnlealm). Variante Ski-Plus: Piste oder wie »Aufstieg« (mit Bus zurück zum Ausgangspunkt).
Höchster Punkt
Mittleres Hörnle, 1496 m
Unterkunft
Hörndlhütte (1390 m), DAV S. Starnberg, ganzjährig bew. außer November und April, 23 Schlafplätze (Reservierung stets erforderlich), Tel. 0049/(0)8845/229
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