Mittleres Hörnle (1496 m)

Skitourengeher kommen meist von Kappel über die Südseite aufs Mittlere Hörnle herauf. Da gibt es freie Hänge, ein bisserl Wald zur Abwechslung und großartige Ausblicke nach Ober- und Unterammergau, in die Ammergauer Alpen und auf den langen Wettersteinkamm. Auch auf der Nordseite des Hörnle kommen die Brettelschwinger meist nicht zu kurz. (Autor: Siegfried Garnweidner)
6 km
570 m
2.00 h

Aufstieg von Bad Kohlgrub

Vom Tourengeherparkplatz über der Talstation der Hörnlebahn in Sonnen, einem Ortsteil von Bad Kohlgrub, gleich einmal nach rechts in den Wald hinein verschwinden, auf dem Fahrweg über den Bach und nach einem kurzen Waldgürtel nach links auf die breite Piste. Am linken Rand der Skiabfahrt nach Süden hinauf und auf etwa 1060 Meter Höhe den Pistenhang sich links haltend verlassen.

Man folgt nun freien Wiesenhängen, die von einem Waldband getrennt östlich der Skiabfahrt ansteigen. Die Lichtung schnürt sich zusammen, man geht ein wenig rechts herum, durch einen etwas schmäleren Durchschlupf und kommt südöstlich des Sonnenecks wieder auf die breite Skiabfahrt. Auf ihr nun gegen Südosten moderat ansteigend weiter, bei den markierten Skiaufstiegsrouten jeweils nach rechts in den Wald hinein und zur Hörnlehütte, die in der Regel ab Dezember geöffnet ist. In ihrer Nähe ist auch die Bergstation der Hörnlebahn.

Finale im freien Gelände

Der restliche Anstieg führt abseits der gesicherten Pisten weiter, ist aber völlig harmlos. Man folgt der meist stark ausgetretenen Skispur am Vorderen Hörnle links vorbei.

Nur wer eine Fleißaufgabe erledigen will, geht in Kehren zum 1484 Meter hohen Vorderen Hörnle hinauf und rutscht in den Sattel zwischen Vorderem und Mittlerem Hörnle wieder hinab. Aus diesem Sattel, wo auch die flache, kürzere Route hinführt, sich etwas rechts halten und deutlich steiler gegen Süden zum Gipfelkreuz auf dem Mittleren Hörnle hinauf. Dort ist die Tour normalerweise beendet.

Die Abfahrt erfolgt auf der Piste über das Sonneneck.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied570 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBad Kohlgrub, Talstation Hörnlebahn (928 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterSkitourengeher kommen meist von Kappel über die Südseite aufs Mittlere Hörnle herauf. Da gibt es freie Hänge, ein bisserl Wald zur Abwechslung und großartige Ausblicke nach Ober- und Unterammergau, in die Ammergauer Alpen und auf den langen Wettersteinkamm. Doch leider bleibt der Schnee auf diesen relativ tief gelegenen Sonnenhängen nicht besonders üppig liegen. Und wenn doch einmal etwas von der weißen Pracht zu finden ist, lässt die Schneequalität oft zu wünschen übrig. Anders schaut es auf der Nordseite des Hörnle aus. Dort kommen die Brettelschwinger meist nicht zu kurz. Und viel einfacher zu bewältigen ist der mit Lift und Abfahrtspisten erschlossene Nordhang auch. Anfängern wird die Entscheidung, von welcher Seite sie nun das Hörnle in Angriff nehmen sollen, leicht gemacht.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 7 (MurnauKochel–Staffelsee)
VerkehrsanbindungBahnverbindung ab Murnau oder Oberammergau; mit dem Auto von der A 95 (Ausfahrt Murnau oder Eschenlohe) nach Bad Kohlgrub
GastronomieHörnlehütte auf dem Vorderen Hörnle
Tipps
Auch noch aufs hintere Hörnle Bei guten Verhältnissen lohnt sich der nette Exkurs zum Hinteren Hörnle. Man fährt etwa 70 Höhenmeter nach Osten ab und steigt aus dem Sattel neben der Hörnlealm zum Gipfel des Hinteren Hörnle (1548 m) auf. Dafür muss man eine halbe Stunde zusätzliche Aufstiegszeit einkalkulieren.
Informationen
Dauer 2 Std. ('1.45 Std. '0.15 Std.)
Unterkunft
Gasthäuser, Pensionen und Hotels in Bad Kohlgrub
Tourismusbüro
Bad Kohlgrub, Tel.: +49(0)8845/7422-0; www.bad-kohlgrub.de
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