Lösertalkopf, 1859 m

Wenig durchgeführte, aber im oberen Bereich sehr lohnende, aussichtsreiche Skitour, bei der man auf schattigen Hängen mit Pulverschnee rechnen kann. Der monotone Aufstieg auf der langen Fahrstraße durch das Sägertal wird durch den schönen, langen Skihang vom Lösertalmoos bis fast zum Gipfel hinauf mehr als ausgeglichen. Über dem Lösertalmoos besteht bisweilen eine erhebliche Lawinengefahr. Bei sonnigem Wetter gilt dies auch für die kurze Südhangquerung unter dem Gipfel. Deshalb darf die Tour nur bei sicheren Verhältnissen angegangen werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man spuren müssen. Das kostet Kraft.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
12 km
880 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Scheinberg-Parkplatz auf dem Fahrweg über die Linderbrücke und bei der Straßenverzweigung geradeaus ins Sägertal. Nun eine Stunde auf der Sägertalstraße gegen Westen. Bei der Einmündung des Hasentalbachs links die Straße verlassen und ins Hasental hinein. Nach schweren Unwettern wird man den Hasentalgraben nicht wieder erkennen. Was einst eine unwegsame Schlucht war, ist nun mit Geröll und umgestürzten Baumleichen gefüllt und bei hoher Schneelage sogar einfacher geworden. Anfangs steigt man in geringer Steigung durch schütteren Wald dahin, dann in den Graben, der – je nach den Verhältnissen – einfach bis heikel werden kann. Bei gutem, festem Schnee im Graben über dem Bach hinauf. Bei geringer Schneelage auf den rechten Hängen des Grabens ziemlich steil aufwärts, bis nach links der Sommerweg über steile Flanken abdreht. Auf ihm gegen Osten durch Wald und in weit ausholendem Bogen nach Südwesten in das Lösertal hinein. Dort anfangs noch im Wald, dann auf der rechten Seite des Tals kurz talein. Anschließend links abdrehen und auf den steilen Nordosthang zu. Über ihn geradewegs in Spitzkehren hinauf, nach einer Geländekante ein wenig rechts halten und in ein ausgedehntes Kar hinein. Auf der rechten (nordwestlichen) Karseite hinauf (Vorsicht Lawinen!) und neben einem Felsenköpferl in die Gratscharte östlich des Lösertalkopfs. Je nach den Bedingungen nun ohne Ski über den latschenbewachsenen Grat zum Gipfel hinauf. Bei guter Schneelage und sicheren Bedingungen kann man durch die Gratscharte hindurch auf die Südflanke und gegen Westen bis zum Gratabbruch queren. Dann rechts abdrehen und die letzten Meter zum Felsengipfel hinauf. Nur bei sehr stabilem Schnee kann man mit Ski bis zum Gipfel ansteigen. Dazu noch vor der Gratscharte nach rechts abbiegen und in ein kleines Schartl östlich des Gipfels ansteigen. Von dort sind es nach rechts nur noch ein paar steile Meter zum höchsten Punkt. Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute

Exposition - Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied880 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktScheinbergparkplatz (980 m) an der Fahrstraße durch das Graswangtal beim Eingang in das Sägertal
EndpunktScheinbergparkplatz (980 m) an der Fahrstraße durch das Graswangtal beim Eingang in das Sägertal
TourencharakterNicht ganz ohne alpine Herausforderung geht es am Lösertalkopf, einem Nachbargipfel des Scheinbergs, zu. Er brilliert mit einem langen Nordosthang und einem durchaus zackigen Gipfelsprint. Wegen des dichten Latschenbewuchses braucht man hohe Schneelage.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 4 (Füssen – Außerfern)
VerkehrsanbindungMit dem Auto ab Ettal durch das Graswangtal oder von Reutte über Plansee zum Ausgangspunkt
Tipps
Variante aus dem Lösertal - Bisweilen ist die Wegpassage beim Aufstieg aus dem Hasentalgraben heraus und in den Wald hinein sehr heikel. Verharschte Schneedecke und glatte Aufstiegsspur lassen dieses Wegstück manchmal auch gefährlich werden. Wer die Ski exzellent beherrscht, kann wenigstens bei der Abfahrt dieser Strecke ausweichen. Ob das allerdings einfacher ist, bleibt dahingestellt. Jedenfalls kann's mehr Spaß bereiten, wenn man bei der ebenen Waldquerung unter dem Lösertal, bevor es in den Graben hineingeht, nach rechts in den Wald einfährt und immer steiler durch eine licht bewaldete Rinne in den Hasentalgraben abfährt. Bei vereistem Schnee oder Bruchharsch ist dies allerdings nicht zu verantworten (Gefälle von deutlich mehr als 40 Grad!). Durch den Hasentalgraben: Eine spannende Variante wäre der steile, südseitige Übergang vom Lösertaljoch ins Scheinbergjoch (Vorsicht: steile Grashänge; bei Sonnenschein erhebliche Lawinengefahr!) und weiter zum Hasentalkopf. Von dort sehr flotte Firnabfahrt durch den steilen ostseitigen Hasentalgraben (Lawinen!).
Höchster Punkt
Lösertalkopf, 1859 m
Tourismusbüro
Ettal, Tel.: 08822/3534; www.ettal.de
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