Lodron, 1926 m

Anstrengende und lange Skitour auf einer ungewöhnlichen Route. Während der Anstieg relativ lawinensicher ausfällt, muss man in den oberen Hängen der Abfahrtsvariante auf Lawinen achten. Die Querung des Bachgrabens auf der alternativen Abfahrtsroute ist etwas verzwickt.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
11 km
1130 m
5.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Beim Feuerwehrhaus unter dem Jagerhäusl neben der Mautstelle im Windautal beginnt ein Fahrweg, der anfangs mäßig steil, dann ziemlich eben gegen Nordwesten in den Wald führt. Auf ihm Richtung Straubing, an der Verzweigung links ab und bei der nächsten Abzweigung abermals links halten. Dann geht es in eine weite Lichtung, wo ein großes Jagdhaus steht. Beim Jagdhaus ein wenig rechts haltend über eine lang gezogene Wiese weiter, allmählich nach links zum Waldrand und einem Fahrweg folgend neben dem Bach in den Wald hinein. Unter der Hochsparalm wieder in eine Lichtung, diese queren und in engem Rechtsbogen am Sträßchen über den Bach. Dann wieder links (gegen Westen) abdrehen und den ausholenden Straßenverlauf abkürzend über freie, gegliederte Almhänge hinauf und bei 1300 Meter Höhe durch einen kurzen Waldgürtel (Vorsicht auf Jungwald!). Von dort an der Äußeren Hartkaseralm nördlich vorbei und nach Südwesten fast bis zum Rücken südlich des Hartkaserjochs ansteigen. Nun nach Süden weiter und in schütterem Wald östlich der Scheitelstrecke des Waldrückens dahin, bis man unter dem Hundskopf schließlich auf den Grat kommt. Auf ihm über den Hundskopf, 1836 Meter, und am langen, breiten Rücken schließlich zum Gipfelkreuz am Lodron.
Abfahrt.
Möglich entlang der Aufstiegsroute. Bei sicheren Verhältnissen interessant: Abfahrt vom Hundskopf nach Osten über den Hartkaser, und spannend: vom Lodron in einen weiten Sattel gegen Süden, dann links abdrehen und auf steilem Rücken zwischen zwei Gräben nach Nordosten flott durch Pulverschnee hinab. In Höhe der Waldgrenze etwas links halten und nicht zu spät (noch vor dem Zusammenlauf der beiden Bäche über einem Wasserfall) nach links queren. Kurzer Gegenanstieg und zur Fahrstraße. Auf ihr in geringem Gegenanstieg zur Äußeren Hartkaseralm, 1381 Meter, und dann gegen Norden zur Aufstiegsroute. Auf ihr zum Jagerhäusl zurück.

Exposition - Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1130 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWestendorf, 783 m. Wirtshaus Jagerhäusl im Windautal, 800 m
TourencharakterNormalerweise wird der Lodron von Kelchsau herauf bestiegen. Auf dieser Route sind keine besonderen Schwierigkeiten zu erwarten, wenn man von dem Eindruck absieht, die Stacheldrahtzäune würden zum Ende der Weidesaison und zum Beginn der Skitourenzeit erst einmal kräftig verstärkt. Diesem Stacheldrahtverhau kann man auch am Lodron ausweichen und obendrein sogar noch eine wenig besuchte, landschaftlich prächtige Skitour absolvieren. Dazu wählt man den Ausgangspunkt beim Jagerhäusl im Windautal.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 29 (Kitzbüheler Alpen)
Verkehrsanbindungvon Westendorf durch das Windautal bis zum Ausgangspunkt
Gastronomieim Jagerhäusl am Ausgangspunkt
Tipps
Kürzer über die Wallern- und Steinkaralm. Nicht unbedingt muss man auf der oben geschilderten, enorm langen Route aus dem Windautal zum Lodron ansteigen. Eine weitere Anstiegsalternative beginnt am Ende der geräumten Straße im Windautal und führt über die Wallernalm und die Steinbergalm zum Steinberg, 1887 m, und dann moderat am Bergrücken zum Lodron hinüber
Höchster Punkt
Lodron, 1926 m
Unterkunft
im Jagerhäusl am Ausgangspunkt
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