Lerchkogel (1688 m)

Sehr lange Straßen und unerschlossenes Tourengelände. Landschaftlich interessante, aber mühsame und lange Skitour ohne besondere Schwierigkeiten. Man muss rund 1 Stunde lang die Ski auf der Straße von Fall durch das Dürrachtal schieben oder tragen. Da das nicht besonders verlockend ist, wird diese Strecke oft mit dem Mountainbike zurückgelegt. Möglich ist das, weil die asphaltierte Straße meist geräumt ist.
Exposition: Norden / Lawinengefahr: Mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
14 km
900 m
6.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom südlichen Ortsrand des nach dem Bau des Sylvensteinspeichers künstlich angelegten Dorfes Fall an der Absperrschranke vorbei und rund eine Stunde auf der Asphaltstraße durch das Dürrachtal. Dem Fahrweg nach rechts zur Stierschlaghütte folgen und auf ihm zur Dürrach hinunterrutschen. Den wilden Bachgraben auf einer klotzigen Geschiebesperre queren und auf der Forststraße in Kehren zur Stierschlaghütte hinauf. Über der Hütte noch durch ein paar Straßenkehren und dann den Fahrweg nach rechts verlassend dem markierten Sommerweg durch schütteren Wald gegen Südosten folgen. Auf einem breiten Höhenrücken bleiben und weiter oben durch dichten Wald, bis sich endlich der Hang zurücklegt und freie Lichtungen erreicht werden. Durch eine breite Waldschneise in der gleichen Richtung weiter aufsteigen, in freies Almgelände und zum Lerchkogel-Niederleger (1337 m). Am Niederleger und der kleinen Kapelle halb links, um gegen Südosten über weites, freies Gelände aufzusteigen. Dabei muss man einen Bachgraben queren und kommt langsam wieder an den Waldrand heran. Durch eine breite Lichtung geht es nun in einen schwach ausgeprägten Sattel, von ihm etwas nach links und dann geringfügig abwärts an eine schütter bewaldete Steilstufe heran. Wer in ihr (bei geringer Schneehöhe) den Sommerweg findet, ist fein raus, denn dieser gibt die ideale Anstiegsroute an. Wem solches Glück nicht hold ist, muss über die unangenehme, aber meist harmlose Steilstufe hinaufspuren, bis die malerische Landschaft neben dem Lerchkogel-Hochleger erreicht wird. Dort links und in rund 20 Minuten durch eine breite Mulde gegen Osten hinauf. Die letzten Meter weicht man aus diesem Hang nach links aus, steigt im Krummholz auf und dann von Norden her zum Gipfelkreuz.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied900 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFall (773 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterAus seinem Schattendasein kommt der Lerchkogel nicht heraus und wird sich wahrscheinlich nie zu einem richtigen Modeziel mausern. Der Anstiegsweg ist einfach zu weit und zu mühsam. Dieser bescheidene Gipfel liegt ziemlich abgelegen südlich des Sylvensteinsees hoch über Dürrach- und Bächental. Also gibt er ein schönes Ziel für Individualisten ab, die mit sich, ihren Kameraden und der winterlichen Bergwelt allein sein wollen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippJanuar bis Anfang März
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Bahnhof Lenggries; mit dem Auto von Lenggries, Tegernsee oder Achensee nach Fall
GastronomieGasthäuser in Fall
Tipps
Abfahrt auf der neuen Forststrasse. Wenn wenig Schnee liegt, ist es oft besser, dem dichten Wald auszuweichen und vom Lerchkogel-Niederleger der neuen Almerschließungsstraße durch das Weiße Moos zu folgen. Das erste Stück kann man neben dem Bachgraben abkürzen, den Rest folgt man der breiten Straße, bis oberhalb der Stierschlaghütte die Aufstiegsroute erreicht ist. Auf ihr erst zum Gipfel oder gleich zum Ausgangspunkt zurück.
Informationen
Dauer 6 Std. ('4.30 Std. '1.30 Std.)
Unterkunft
In Fall
Tourismusbüro
Lenggries, Tel.: +49(0)8042/500820; www.lenggries.de
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