Leitnerberg, 2309 m

Die Tour ist relativ lang und deshalb anstrengend. Über der Trunahütte, in den weiten Wedelhängen, die dem Aufsteiger und Abfahrer kaum Grenzen auferlegen, ist die Lawinengefahr bei normalen Bedingungen eher gering. Erst in der steilen Gipfelflanke kann die Bedrohung bei kritischen Verhältnissen erheblich werden.
Lawinengefahr: gering/mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
16 km
1110 m
5.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom kleinen Skilift folgt man dem Fahrweg, der gegen Südwesten ein Stück dahinführt. Bald schon biegt dieser links ab und steigt durch den Grazanawald nach Süden an. In weit ausholenden Kehren führt diese Straße enorm lange dahin, bis sie kurz unter der Trunahütte den Wald verlässt. Von der Trunahütte geht es im muldigen, gestuften Gelände zwischen Lärchenbäumen gegen Südosten zum Fallzammähder bergwärts. Von dort zeigt sich der lange Gipfelrücken. Diese Gelegenheit eignet sich, um nach der besten Routenführung auszuschauen, wenn nicht schon eine ordentliche Spur angelegt ist. Man nähert sich in freien Hängen dem Leitnerberg und kommt an ein paar Hütten vorbei. Dabei wird mit zunehmender Höhe das Panorama immer schöner. Geschickt das Gelände ausnützend, spurt man auf einen langen Westrücken zu, der sich zum Leitnerberg aufschwingt. Auf dem Westrücken geht es dann mit Fellen oder bei geringer Schneelage zu Fuß zum höchsten Punkt hinauf.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute. Auf den freien Gipfelhängen gibt es für die Abfahrtsfreuden kaum Grenzen. Möglich ist sogar eine Abfahrt vom Leitnerberg direkt nach Norden in eine weite Karmulde hinab. Man muss sich allerdings beizeiten links halten, um über den Nordgrat in den Nordwesthang abzubiegen, damit man die Aufstiegsroute erreicht. Auch im Wald kann man bei hoher Schneelage immer wieder die Straße verlassen und in steilen Stockhängen abkürzen.

Exposition - Nordwesten und Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1110 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTrins im Gschnitztal, 1239 m, Parkplatz beim kleinen Skilift südlich von Trins am Gschnitzbach, gleich hinter der Annakapelle, 1200 m
TourencharakterNormalerweise wird der Leitnerberg auf seinen Südhängen über Kastenalm und Lichtsee bestiegen. Diese sonnige Route führt aus dem Obernbergtal herauf. Dort kann es wegen der starken Sonneneinstrahlung allerdings bisweilen Probleme mit der Schneelage geben. Schneesicherer ist eher die Nordseite des Leitnerbergs, obwohl es natürlich in diesem niederschlagsarmen Alpenbezirk auch dafür keine Garantie gibt. Diese Route verläuft zur Trunahütte auf langen, relativ monotonen Forststraßen. Über der Hütte, die im Winter nicht bewirtschaftet ist, entwickeln sich die Landschaftsbilder zu ungeahnter Pracht. Vor allem die Aussicht auf die Zillertaler Alpen, zum benachbarten Habicht und dem langen Serleskamm sucht ihresgleichen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wander-, Rad- und Skitourenkarte 1 - 50000, Blatt 36 (Innsbruck – Brenner)
Verkehrsanbindungaus dem Wipptal von Steinach ins Gschnitztal bis Trins (Busverbindung ab Bahnhof Steinach am Brenner)
GastronomieGasthäuser und Hotels im Gschnitztal, auf der Route keine Möglichkeit
Tipps
Varianten ohne Grenzen. Wer es ganz bequem mag, kann von der Bergstation der Seilbahn am Nösslachjoch über den Eggerberg zum Leitnerberg heraufspazieren. Das ausgedehnte Gelände rund um den Leitnerberg bietet bei guter Schneelage und stabilen Verhältnissen Tiefschneehänge fast ohne Ende an. Eine schöne, verlockende Möglichkeit wäre beispielsweise der Übergang vom Leitnerberg über den Kastnerberg zur Rötenspitze, 2481 m, und eine rassige Abfahrt durch die Schöne Grube zur Trunaalm.
Höchster Punkt
Leitnerberg, 2309 m
Unterkunft
Gasthäuser und Hotels im Gschnitztal, auf der Route keine Möglichkeit
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