Laubeneck, 1758 m

Rassige Skitour, die zwar anfangs über lange, monotone Forststraßen verläuft, sich aber dann enorm aufschwingt. Nur geeignet für Skifahrer, die ihre Brettel tadellos beherrschen, da einige Steilhänge oberhalb von Felsenwänden zu überwinden sind (Absturzgefahr!). Hohe und sichere Schneelage erforderlich.
Lawinengefahr: mittel (!hoch ist die Gefahr bei der Steilabfahrt vom Nordrücken des Laubenecks in die ostseitigen, steilen, felsdurchsetzten Lawinenhänge hinunter in das Kar zwischen Laubeneck und Teufelstättkopf) (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz auf dem Fahrweg in Richtung Pürschling gegen Süden hinauf, bis nach rechts, auf etwa 1100 Metern Höhe, unmittelbar vor einer Brücke die Straße abzweigt und entlang der Kurztallaine weiterführt. Sie schlängelt sich anfangs gegen Süden, später Westen den Berg hinauf und flacht deutlich ab. In dieser Richtung zum Jagdhaus Kühalm, wobei man auch rechts neben der Straße auf dem Sommerweg durch den Wald aufsteigen kann, wenn genügend Schnee liegt. Über der Kühalm zu einem Höhenrücken und auf ihm gegen Westen zu einer schmalen Straße. Auf ihr am Waldrand geringfügig abwärts und sich links haltend in den Wald hinein. Der Weg fällt noch ein Stückchen ab, und in einer schwach ausgeprägten Rechtskurve zweigt nach links der markierte Sommerweg ab. Auf ihm nun gering abfallend gegen Westen in einen Taleinschnitt. Dort links abbiegen und steil nach Süden hinauf. Mitten im Wald steigen Felsenwände an. An ihnen links vorbei und in eine enge Scharte hinein. Nun die Route zum Teufelstättkopf verlassen und rechts abbiegend über einen steilen Rücken hinauf, der nach rechts in wilde Felsenwände abbricht. Vorsichtig diese kitzelige Strecke hinauf, bis sich der Hang zurücklegt. Anschließend geht es deutlich entspannter gegen Süden dahin, und wieder schwingt sich der Hang auf. Die Route führt aufwärts über eine licht bewaldete Flanke; an ihrer höchsten Stelle, bei ein paar Felsen, rutscht man rund 5 Meter abwärts und hat den Gipfel vor Augen. Im Krummholzhang bis knapp unter das Gipfelkreuz heranspuren und in der Nähe einer engen Gratscharte die Ski abstellen. Die letzten Meter durch den Tiefschnee zu Fuß zum Gipfelgrat hinaufwühlen.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute

Exposition - Osten und Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied900 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz beim Steckenberglift (880 m) in Unterammergau
EndpunktParkplatz beim Steckenberglift (880 m) in Unterammergau
TourencharakterDer Paradetourenski- und Rodelberg Unterammergaus ist der Teufelstättkopf, der über das Pürschlinghaus oder aber auch auf anderen Routen zu erreichen ist (siehe Tour 11). Vom Laubeneck hört man kaum etwas. Dieser Gipfel (übrigens auf den Meter genauso hoch wie der Teufelstättkopf) ist eher für Individualisten geeignet. An hindernislosen Wedelhängen hat er nicht viel zu bieten. Charakteristisch sind für ihn steile Waldaufstiege bzw. -abfahrten. Dafür brilliert er mit einer Gipfelschau, die ihresgleichen sucht. Bis hinaus ins Rofan, ins Estergebirge und ins Wetterstein reicht die interessante Schau. Am schönsten aber zeigen sich von dort oben die Ammergauer Alpen, und für den Tiefblick in das Graswangtal, vom Gipfelkreuz 800 Meter in der Vogelperspektive nach unten braucht man schon eine gewisse Portion Schwindelfreiheit.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 5 (Wettersteingebirge – Zugspitzgebiet)
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der B23 über Saulgrub oder über den Ettaler Sattel zum Ausgangspunkt am südwestlichen Ortsrand von Unterammergau. Der Parkplatz neben der Schleifmühlenlaine ist gebührenpflichtig. Bahnverbindung bis Unterammergau; Busverbindung ab Bahnhof Garmisch-Partenkirchen nach Unterammergau
GastronomieGasthaus Schleifmühle in der Nähe des Ausgangspunkts
Tipps
Lawinengefahr! Auch wenn es noch so reizen mag - Die Steilabfahrt vom Nordrücken des Laubenecks in die ostseitigen, steilen, felsdurchsetzten Lawinenhänge hinunter in das Kar zwischen Laubeneck und Teufelstättkopf ist nicht zu verantworten.
Höchster Punkt
Laubeneck, 1758 m
Unterkunft
Gasthaus Schleifmühle in der Nähe des Ausgangspunkts
Tourismusbüro
Unterammergau, Tel.: 08822/6400; www.unterammergau.de
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