Kröndlhorn, 2444 m

Nach einem etwas langen und monotonen Waldanstieg zur Bamberger Hütte wird man von einem Tourengelände der Sonderklasse empfangen. Weite, freie Hänge, die nur moderat ansteigen, werden von einem grimmig steilen Gipfelanstieg abgelöst.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Am Ende der Fahrstraße beim Gasthaus Wegscheid steigt man in die Bindung und schiebt die Ski zunächst auf der Straße gegen Süden, dann immer neben der Kurzen-Grund-Ache nach Südwesten zum Walmoos hinauf. Dort dreht die Route links ab und führt in ausholenden Kehren – zwischendurch etwas strenger ansteigend – zuletzt sehr flach zur Bamberger Hütte, 1761 Meter. Von der Hütte über freie, relativ flache Hänge nach Süden weiter und auf den markanten Tristkopf zu. Vor dem Markjoch links abdrehen, ein wenig abwärts und nördlich des Tristkopfs über weite Hänge moderat ansteigend gegen Südosten bis kurz vor das Nadernachjoch. Nun in wechselnder, insgesamt etwas strammerer Steigung nach Nordosten weiter und auf das felsige Kröndlhorn zu. Kurz vor den felsigen Gipfelaufschwüngen auf die Westseite des Berges und auf felsdurchsetzten Steilhängen zu einer Steilmulde queren. In ihr rechts abdrehen und sehr steil nach Osten zum Gipfelgrat hinauf. Er wird im Sattel zwischen Kröndlberg und Kröndlhorn erreicht. Am Gipfelgrat rechts abdrehen und soweit möglich mit Ski aufsteigen. Das erfordert solide Spitzkehrentechnik. Bei guten Bedingungen kann man bis zur Gipfelkapelle mit Fellen aufsteigen, ansonsten geht man das letzte Stück zu Fuß.
Abfahrt.
Im Wesentlichen entlang der Aufstiegsroute. Für den Gegenanstieg auf der Höhe von ca. 1900 Meter, unter dem Markjoch, lohnt es sich, die Felle wieder aufzuziehen. Bei optimalen Bedingungen kann man, wenn man mit dem Gelände vertraut ist und die Ski optimal beherrscht, in der Steilrinne unter dem Gipfelgrat nach Westen abfahren und bis in die Hangmulde unter der Bamberger Hütte hinein schwingen.

Exposition - überwiegend Nordwesten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1400 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKelchsau, 789 m, Gasthaus Wegscheid, 1144 m
TourencharakterBei Tourengehern genießt das Tourengebiet um die Bamberger Hütte einen guten Ruf. Die interessanten Skigipfel liegen einer neben dem anderen, und wenn man die Verhältnisse beachtet, kann man zwischen Pulverschnee- und Firnhängen genau so wählen, wie es das Tiefschneeherz begehrt. Doch auf allen Routen ist zu beachten, dass mitunter tiefe Gräben die freien Hänge durchziehen und – vor allem nach Schneefällen – für erhebliches Lawinenrisiko sorgen. Vor der Tiefschnee- und Hüttengaudi ist allerdings ein langer, zwischendurch etwas enger Hüttenzuweg zu meistern, der bei der Abfahrt nicht immer Spaß bereitet.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 81 (Alpbach – Gerlos – Wildschön
Verkehrsanbindungvon Brixen im Thale nach Kelchsau (Busverbindung) und auf geräumter Straße durch den Kurzen Grund zum Gasthaus Wegscheid (Schneeketten mitnehmen!)
GastronomieBamberger Hütte, 1761 m
Tipps
Tipp. Zum Dristkopf Langen Lust oder Kondition nicht bis zum Kröndlhorn hinauf, bietet sich der Dristkopf (oder Tristkopf) mit 2361 m Höhe als lohnendes Ausweichziel an. Man spart sich rund 1 Stunde, wenn man kurz vor dem Nadernachjoch rechts schwenkt und gegen Südwesten durch das gut gestufte Gelände nicht zu steil weitergeht. Der letzte Hang unter dem Gipfel wird zwar recht steil, aber er lässt sich gut in weiten Bögen ausgehen. Im kleinen Sattel kurz unter dem Gipfel Skidepot. Die letzten Meter zu Fuß zum Kreuz.
Höchster Punkt
Kröndlhorn, 2444 m
Unterkunft
Bamberger Hütte, 1761 m
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