Kreuzspitze, 2185 m

Anspruchsvolle Frühjahrsskitour, die nur bei stabiler Schneelage anzuraten ist; keinesfalls unmittelbar nach Schneefall.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Von der Brücke am Sommerweg über das breite Grieß neben dem Neualmbach, anfangs kurz nach Süden, dann links abdrehend der Forststraße gegen Nordosten entlang und in den Wald hinein. Die Straße endet und ein gut markierter Sommerweg steigt gering nach Osten an. Weiter oben beschreibt er viele Kehren, quert eine steile Lawinenrinne und schwingt sich stramm ins Hochgrieß auf. Zunächst finden sich im steilen Kar noch Latschen, weiter oben ist es dann völlig frei. Mühsam plagt man sich in vielen Spitzkehren nach Süden hinauf, bis hinter einer kleinen Scharte in der Nähe des Schwarzenköpfels wieder flacheres Gelände erreicht wird. Dort ist auf 1987 Metern normalerweise die Skitour zu Ende. Der folgende, lange Gipfelanstieg und die Abfahrt in den steilen Westhängen sind nur etwas für Spezialisten.
Abfahrt.
Durch das steile Hochgrießkar, abhängig von der Schneebeschaffenheit auf der östlichen oder der westlichen Seite hinab, dann aber nicht nach links dem Sommerweg in den Wald hinein folgen, sondern geradewegs ins Neualmgrieß hinunter, soweit die Schneedecke reicht. Dort barfuß durch den eiskalten Bach und auf der Autostraße oder durch das weite Neualmgrieß zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied910 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz (1082 m) bei der Brücke der SS 2060 über den Fischbach unmittelbar an der Staatsgrenze zwischen Graswang und Ammerwaldalm
EndpunktParkplatz (1082 m) bei der Brücke der SS 2060 über den Fischbach unmittelbar an der Staatsgrenze zwischen Graswang und Ammerwaldalm
TourencharakterBei diesem klassischen Steilanstieg wird normalerweise nur bis in die Nähe des 1987 Meter hohen Schwarzenköpfels aufgestiegen. Nur bei optimalen Bedingungen kann man den weiteren steilen und felsigen Skianstieg zur Kreuzspitze riskieren.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 5 (Wettersteingebirge)
VerkehrsanbindungMit dem Auto ab Ettal durch das Graswangtal oder von Reutte über Plansee zum Ausgangspunkt
Tipps
Für Figlfreaks. Wenn die Schneedecke im Frühling allmählich durchfirnt, kommen die Firngleiterflitzer das Hochgrieß herauf und sausen mit ihren kurzen Flitzern in waghalsiger Fahrt das steile Kar hinunter. Manche sieht man dabei in kurzen Hosen…
Informationen
Höchster Punkt
Kreuzspitze, 2185 m
Tourismusbüro
Ettal, Tel.: 08822/3534; www.ettal.de
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