Krähe, 2010 m

Relativ selten durchgeführte Skitour für Individualisten. Der fast 400 m hohe, steile Gipfel-Südhang erfordert eine hohe Schneelage und sehr sichere Verhältnisse. Am besten Firn. Die Abfahrt am Schützensteig ist eng und relativ steil. Das Pflugfahren beansprucht die Oberschenkel stark. Gute Kondition und sichere Beherrschung der Ski sind erforderlich. Firntage abwarten, sonst kommt man unweigerlich in verwegenen Bruchharsch hinein. Gefahr von Wechten auf dem Gipfelgrat!
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
5 km
960 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz des Hotels Ammerwald auf dem Fahr- weg zur Staatsgrenze und hinter der Hütte links abdrehen. Nun auf dem schmalen Schützensteig durch dichten Hochwald in Kehren gegen Nordwesten hinauf, bis der Hang bei etwa 1440 m Höhe abflacht. Am rechten oberen Rand der weiten Lichtung nach Nordwesten zum Ochsenängerle weiter, an einer Hütte vorbei und weit vor dem Jagdhaus nach rechts in schütteren Wald hinein. In großem Bogen allmählich nach Norden schwenken und in geringer Steigung durch das Köllebachtal weiter hinauf. Schließlich quert man unter den Steilhängen des Niederstraußbergs an geeigneter Stelle den Köllebach und geht im Latschenbuschwerk in die steile Südflanke der Krähe hinein. Der Hang schwingt sich forsch, aber nicht extrem auf. Auf der Höhe von rund 1800 m legt sich die Südflanke etwas zurück. Nun rechts halten, um dann von Südosten her direkt zum Gipfelkreuz anzusteigen (Gefahr von Wechten!). Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute

Exposition - Süden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied960 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHotel Ammerwald (1060 m)
EndpunktHotel Ammerwald (1060 m)
TourencharakterVon unten schaut die lange Gipfelflanke der Krähe schier unerreichbar aus. Doch wer sich bei bombensicherem Schnee in diesen grimmigen Hang hineintraut, wird feststellen, dass es so wahnsinnig schlimm dort auch wieder nicht zugeht. Und erwischt man auf dem forschen Gipfelhang zur richtigen Zeit den richtigen Firn, gibt es kaum Schöneres als diese grandiose Abfahrt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 4 (Füssen – Außerfern)
VerkehrsanbindungMit dem Auto ab Ettal durch das Graswangtal oder von Reutte über Plansee zum Ausgangspunkt
GastronomieHotel Ammerwald am Ausgangspunkt
Tipps
Ausweichziel. Stellt sich die Schneelage als zu mager oder unsicher heraus, kann man in der weiten Lichtung am oberen Rand des Schützensteigs umdisponieren und zum Ochsenälpeleskopf ausweichen.
Höchster Punkt
Krähe, 2010 m
Unterkunft
Hotel Ammerwald am Ausgangspunkt
Tourismusbüro
Ettal, Tel.: 08822/3534; www.ettal.de
Tags: 
Mehr zum Thema