Kleiner Unterberg (1530 m)

Fahrwege und unerschlossenes Berggelände mit lichtem Wald. Im Nesseltal etwas monotoner Anstieg, darüber kurzweiliges Tourengelände in lichtem Wald. Sehr einsam.
Exposition: Westen und Osten / Lawinengefahr: An kurzen Stellen sehr hoch, überwiegend gering
(Autor: Siegfried Garnweidner)
8 km
660 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Eingang in das Nesseltal auf der Straße wenn sie gestreut ist, links daneben im Wald dahin, bis das zweite Mal die Loipe gequert wird. Auf ihr links und bald darauf rechts abdrehen und durch einen breiten Graben zum Jagdhaus. An ihm in weitem Abstand rechts vorbei und weiter durch den gering ansteigenden Graben hinauf, bis auf der Höhe von rund 1000 Metern die Straße den Graben quert. Nun nach links den Graben verlassen, auf die Straße abbiegen und ihr gegen Nordosten folgen. Der Fahrweg verengt sich zu einem guten Wanderweg, der oberhalb enorm steiler Abbrüche durch den Wald ansteigt. Hinter einer Kehre dreht er links ab, schwingt sich im Wald steil auf und kommt in eine gefährliche Lawinenreisse. Dahinter schmiegt er sich an den enorm steilen, gigantisch in eine Klamm abbrechenden Lawinenhang. Diesen nur begehen, wenn keine Gefahr besteht; am besten, wenn der Sonnenhang aper ist! Kurz durch einen Bachgraben und dann zum weiten Sattel zwischen Trainsjoch und Kleinem Unterberg. Noch vor der Wirtsalm links abdrehen, durch schütteren Wald und über freie Hänge zu einem breiten Rücken hinauf. Auf ihm wieder links schwenken und über den behäbigen Höhenzug gegen Nordwesten zum Kleinen Unterberg.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute. Man kann auf der Höhe von ungefähr 1100 Metern bereits in den breiten Graben wechseln, der sich das ganze Nesseltal entlangzieht. Dort ist die Abfahrt schöner als auf dem Fahrweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied660 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktUrsprungtal, Abzweigung der Forststraße ins Nesseltal (839 m) in der Nähe der Bäckeralm; nur wenige Parkmöglichkeiten
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDurch das lange Nesseltal führt diese ungewöhnliche Route, die mit der Option aufwartet, sogar noch dem Großen Traithen aufs Haupt steigen zu können. Da der Aufstieg auf den Großen Traithen südseitig verläuft, unternimmt man diesen am besten bei Firn.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee–Schliersee–Wendelstein)
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Bayrischzell oder Kufstein; mit dem Auto von Bayrischzell durch das Ursprungtal oder von Kufstein über Land zum Ausgangspunkt
GastronomieGasthaus Bäckeralm in der Nähe des Ausgangspunkts
Tipps
Von Süden auf den Traithen. Wer viel Kondition hat, könnte bei guten Bedingungen sogar zum Sattel unter dem Unterberger Joch abrutschen und steil gegen Norden zum Unterberger Joch (1829 m) und auf dem Gipfelgrat bis zum Großen Traithen (1852 m) weitergehen (etwa 1.30 Std.). Dieser anstrengende Exkurs lohnt sich vor allem bei Firnschnee, kann aber bisweilen stark von Lawinen bedroht sein.
Informationen
Dauer 4 Std. ('3 Std. '1 Std.)
Unterkunft
Gasthäuser und Pensionen in Bayrischzell
Tourismusbüro
Bayrischzell, Tel.: +49(0)8023/648; www.bayrischzell.de
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