Kämikopf, 1861 m

Bei Spurarbeit relativ anstrengende Skitour; sie erfordert etwas Orientierungsgabe. Schon unten auf der Straße, am Schachenweg, neben dem Ellmauer Bach, besteht bei hoher Schneelage ein nicht zu unterschätzendes Lawinenrisiko. Weiter oben ist die Lawinengefahr – bis auf eine sehr kurze Stelle – normalerweise gering. (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
6 km
860 m
4.00 h

Aufstieg

Vom großen, aber meist nicht geräumten Wanderparkplatz folgt man der breiten Forststraße, dem Schachenweg, anfangs fast eben, dann leicht ansteigend neben dem Elmauer Bach nach Südwesten durch den Wald. Bei hoher Schneelage drohen aus den steilen Hängen zu beiden Seiten der Bachschlucht nicht zu unterschätzende Lawinen. Nach rund 1 Stunde Gehzeit verzweigt sich die Straße. Wir halten uns links (Wegweiser Schachenhaus) und biegen bei der übernächsten Straßenabzweigung (Wegweiser Ferchensee) abermals links ab, gegen Osten.

Nach zwei Straßenkehren kommt man zu einem großen Holzplatz. Dort zweigt nach rechts der markierte Sommerweg zur Wettersteinalm ab. Erst oberhalb des freien Holzplatzes verlassen wir die Straße und steigen gegen Südosten auf einem breiten Holz-Ziehweg im Wald auf. Dieser Weg führt anfangs relativ eben dahin, schwingt sich aber immer mehr auf und steigt kräftig gegen Süden an. Der Holzweg endet, der Wald lichtet sich ein wenig, und der Hang flacht ab. In einem breiten Taleinschnitt, der auf beiden Seiten von steilen Hängen begrenzt ist, wenden wir uns etwas nach links und stoßen zu einer Wegtafel. Wir folgen ihr und kommen – wieder etwas rechts haltend – durch eine kurze, bisweilen stark von Lawinen bedrohte Hangmulde. Diese etwas beunruhigendere Stelle ist nur ein paar Meter breit, dann können wir uns wieder entspannen und durch eine breite, mäßig steile Mulde auf die wild aufragende Wettersteinwand zu spuren.

Bevor wir den Felswänden zu nahe kommen, drehen wir links ab und steigen am Rande von Latschenbuschwerk zum breiten Joch zwischen Wettersteinwand und Kämikopf. Das Stückerl zum Joch ist zwischendurch etwas steil, doch wer das Gelände geschickt nutzt und die allersteilsten Mugel meidet, kommt auch dort recht gut hinauf. Im Joch schwenken wir wieder nach links ab und erreichen einen felsigen Steilaufschwung. Dort deponieren wir die Ski. Wer es sportlich mag, kraxelt die letzten Meter zu Fuß auf den langgezogenen Rücken hinauf. Das ist bei geringer Schneelage leicht, bei tiefem Schnee ein ziemliches Gewühle…

Abstieg

Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied860 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortKlais (933 m)
AusgangspunktWanderparkplatz Elmau (1003 m)
TourencharakterNördlich der wild und fast senkrecht aufragenden Felsen der langen Wettersteinwand gibt es ein paar Vorberge, die im Sommer hin und wieder Besuch bekommen. Im Winter kommt kaum jemand auf diese unbedeutenden Gipfelchen hinauf. Und doch handelt es sich – wenigstens beim Kämikopf – um eine durchaus beachtliche Skitour. Sie hat sich halt noch nicht so recht herumgesprochen. Der Kämikopf selber (1821 m) ist für Skifahrer uninteressant. Mit Fellen steigt man auf den südlich des Gipfels liegenden, unbenannten Punkt 1861 m hinauf.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippAV-Karte 1 - 25000, Blatt 4/3, Wettersteingebirge; Bayer. Landesvermessungsamt 1:50000, Blatt Werdenfelser Land; Kompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 5, Wettersteingebirge; Freytag & Berndt-Wanderkarte 1:50000, Blatt 322, Wetterstein-Karwendel
VerkehrsanbindungAuto - B 11 ab Garmisch-Partenkirchen bzw. Mittenwald bis Klais, dann auf Mautstraße über Elmau zum Ausgangspunkt ÖV: Bahnverbindung ab München bzw. Innsbruck nur bis Klais
Gastronomiekeine
Tipps
Stellt man während des Aufstiegs fest, dass die Kondition nicht reicht oder dass der Schnee fürs Spuranlegen zu schwer ist, bleibt man bei der Abzweigung zum Ferchensee einfach auf der Schachenstraße und geht zur Wettersteinalm (1464 m). Das ist wirklich sehr einfach.
Informationen
leicht, aber fast immer ungespurt
Höchster Punkt
Kämikopf, 1861 m
Unterkunft
keine
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