Juifen, 1988 m

Beliebte, wenig anspruchsvolle, aber etwas lange Skitour. Nur der Gipfelanstieg kann mitunter heikel werden. Wenn nämlich auf den steilen Grashängen der Wind kräftig zugepackt hat, wandelt sich der Pulverschnee bisweilen in haxenbrecherischen Pressschnee oder gar in blankes Eis. Dann muss man entsprechend vorsichtig sein. Etwas störend wirkt sich der Gegenanstieg nördlich der Hochplatte aus. Unter der Nordflanke der Hochplatte nicht zu unterschätzende Lawinengefahr. Vorsicht auch wegen der Wechten am Gipfelgrat!
Lawinengefahr: gering/mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
15 km
1050 m
5.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Kurz vor der Gaststätte Tirolerland gibt es an der B 181 einen großzügigen Parkplatz. Von dort nach Osten zum Wirtshaus hinüber und über freie Wiesenhänge nach Tiefental. Nun gegen Südwesten einem Fahrweg folgen, um hinter einem Bachgraben bei der Wegverzweigung rechts abzubiegen. Anschließend geht es in dichtem Wald auf meist nur gering verschneiter Wegspur lange weiter, bis wieder eine breite Fahrstraße und gleich darauf der Waldrand erreicht sind. Auf weiten, freien, nur gering ansteigenden Wiesenhängen zur Falkenmoosalm hinauf. Über der Alm fällt das Gelände ein paar Meter leicht ab und dann verlässt man den Fahrweg nach links, um in licht bewaldeten Hängen nach Westen anzusteigen. Auf der Höhe von 1460 Meter stößt man wieder zur Straße. Dort heißt es aufpassen, denn die Abzweigung nach rechts ist leicht zu übersehen. (Wer geradeaus aufsteigt, kommt zur Hochplatte, was auch recht schön wäre; siehe Tipp.) Dort also etwas rechts ab, am Fahrweg weiter und gering abfallend an die Lawinenhänge unter der Hochplatte. Nun lange in dieser Richtung dahin, dann rechts schwenken, um über ein paar Bachgräben zur Großzemmalm zu queren. Hinter den Almhütten geht es wieder aufwärts. Die Spur führt auf die nordöstlichen Gratausläufer der Marbichler Spitze zu und zur Lämpereralm. Von dort in westlicher Richtung ins Marbichler Joch steigen. Bei Harsch ist diese Querung auf dem schmalen Fahrweg bisweilen ungemütlich. Am Gratverlauf geht es anschließend in leichtem Auf und Ab über steilen Felsabbrüchen auf den meist stark überwechteten Gipfelgrat zu. Auf ihm neben dem Zaun bis zum Kreuz.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute. Unter dem Marbichler Joch lockt ein Pulverschnee-Nordosthang der Extraklasse. Wer dieser Versuchung nicht widerstehen kann und genussvoll dort hinunterwedelt, muss für etwa 20 Minuten die Felle wieder aufziehen und zur Route wieder ansteigen. Ein Exkurs, der sich fast immer lohnt! Nach den lieblichen, aber genussreichen Schlusshängen kann man direkt auf die Terrasse des Cafés Tirolerland einschwenken. Eine weitere Abfahrtsvariante, die aber nur bei hoher und wirklich absolut sicherer Schneelage, also an Firntagen nach kalten Nächten, riskiert werden darf, führt vom Gipfel kurz nach Nordosten und dann über die steile Gipfelflanke gegen Südosten extrem steil hinab.

Exposition - Südosten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1050 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAchenwald, 896 m, gebührenpflichtiger Parkplatz an der B 181 (wer nach der Tour im Gasthaus Tirolerland einkehrt, kann dort gebührenfrei parken)
TourencharakterWohl das beliebteste Skitourenziel im Karwendel-Vorgebirge ist der Juifen. Aufstieg und Abfahrt sind etwas weit, trotzdem aber nicht besonders anstrengend und gerade richtig für einen zünftigen Skitag. Spezialisten haben etliche Abfahrtsvarianten ausgetüftelt, die aber mitunter nur bei absolut stabilen Schneeverhältnissen anzuraten sind. Man sollte keinesfalls blindlings vorhandenen Abfahrtsspuren folgen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 182 (Isarwinkel)
Verkehrsanbindungvon Wiesing über die Kanzelkehre durch das Achental, auch vom Achenpass oder vom Sylvenstein möglich; Busverbindung ab Lenggries
GastronomieDie Falkenmoosalm ist seit 2011 privat geführt und nicht mehr bewirtschaftet
Tipps
Zur Hochplatte. Bei der Routenverzweigung am Punkt 1480 m kann man umdisponieren und den ebenfalls sehr lohnenden, landschaftlich schönen und deutlich kürzeren Anstieg nach Süden über einen langen Waldrücken und schönes Skigelände zur Hochplatte, 1813 m, einschlagen. Von dort gibt es spannende Abfahrtsvarianten zur Falkenmoosalm hinunter.
Höchster Punkt
Juifen, 1988 m
Unterkunft
Die Falkenmoosalm ist seit 2011 privat geführt und nicht mehr bewirtschaftet
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