Joch, 2052 m

Kurze, nicht besonders anstrengende Halbtagesskitour. Der Gipfelgrat ist leider oft abgeblasen und überwechtet. Man muss also entsprechend vorsichtig sein. Während auf der Grathöhe das Lawinenrisiko sehr gering ist, steigt es gleich daneben – vor allem auf der Südseite – enorm an. Diese Hänge darf man keinesfalls mit Ski betreten.
Exposition: Süd und West / Lawinengefahr: Auf der Route sehr gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
3 km
700 m
2.00 h
Aufstieg.
Vom Wirtshaus in Mitteregg gehen wir über eine ausgedehnte, stark be-sonnte südseitige Wiese zum Waldrand hinauf und weiter durch eine breite Lichtung, bis ein langer Gratrücken erreicht ist, der gegen Osten ansteigt. Wir drehen rechts ab und steigen, an ein paar Heustadeln vorbei, immer am langen Rücken dahin. Allmählich verengt sich dieser Rücken und schnürt sich zu einem schmalen Grat zusammen. Er wird so eng, dass kaum noch Platz für Spitzkehren ist. Trotzdem darf man den Grat wegen der Lawinengefahr in den stark abfallenden Grashängen keinesfalls verlassen. Wer nicht so recht mit der Spitzkehrentechnik vertraut ist, kann diese dort im Ernstfall üben. Und schafft man die engen Kehren dort oben trotzdem nicht, dann schnallt man halt ab und trägt die Ski hinauf. Der Grat ist sowieso oft stark abgeblasen, so dass nicht damit zu rechnen ist, dass man im Tiefschnee untergeht. Für die letzten 10 Aufstiegs-Minuten weitet sich der Grat wieder, und schließlich wird der höchste Punkt erreicht, eine ausgedehnte Kuppe. Südöstlich des Gipfels steht ein Wetterkreuz. Wer zum Gipfelerlebnis ein Kreuz will, kann dort bequem hinüberqueren.
Abstieg.
Der Grat bietet uns ideale Gelegenheit zum Üben der Kurzschwungtechnik (Anfänger fahren im Pflug). Bis zu den Heuhütten fährt man entlang der Aufstiegsspur ab. Unterhalb der Holzstadel kann man sich bei guten Bedingungen links halten und flott durch eine weite Mulde abfahren, ehe man abdreht und wieder auf den Rücken kommt. Der Rest der Tour verläuft entlang der Aufstiegsroute.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied700 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRinnen (1262 m). Wirtshaus in Mitteregg (1348 m)
TourencharakterDie Lechtaler Alpen sind vom Schnee besonders bevorzugt. Doch sind diese Berge mit ihren steilen Grasflanken, die oft bis in die Gipfelregionen ansteigen, auch dafür bekannt, dass sie allgemein stark von Lawinen bedroht sind. Das Joch bildet da keine Ausnahme, es sei denn, man hält sich an die hier vorgestellte Route, die vor Lawinen denkbar sicher ist. Während der Berg im Sommer voll im Schatten des mit Liftanlagen er-schlossenen Hönig steht und kaum beachtet wird, kommt er im Winter zu einer gewissen Anerkennung, die ihm von Kennern gezollt wird, die dieses Tourenziel vor allem bei geringer Schneelage aufsuchen. Eine relativ bescheidene Schneedecke reicht für die Tour aus, denn sie verläuft über hindernislose Grashänge. Den Jungwald am Joch wird man sowieso meiden, auch aus Gründen des Naturschutzes.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 4, Lechtaler Alpen-Hornbachkette; Freytag & Berndt-Wanderkarte 1:50000, Blatt 351, Lechtaler, Allgäuer Alpen
VerkehrsanbindungAuto - Von Reutte oder Garmisch über Berwang bis Rinnen. Von dort auf schmaler Nebenstraße zum Ausgangs-punkt ÖV: keine
GastronomieIm Wirtshaus in Mitteregg
Tipps
Die Tour eignet sich gut für Kinder (ab 12 Jahre).
Informationen
leicht, kurz unter dem Gipfel am engen Grat etwas steil
Höchster Punkt
Joch, 2052 m
Unterkunft
Im Wirtshaus in Mitteregg
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