Jägerkamp, 1748 m

Der Aufstieg gestaltet sich einfach, aber zwischendurch steil. Die Abfahrtsvariante nach Aurach ist nur etwas für sehr sichere Verhältnisse. Sie bleibt guten Skitouristen vorbehalten. Man kommt weit vom Ausgangspunkt entfernt ins Tal zurück und der Linienbus zum Spitzingsee hinauf verkehrt sehr selten. Deshalb ist man auf ein zweites Auto oder einen gnädigen Autofahrer angewiesen, von dem man mitgenommen wird.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Etwa eine halbe Stunde auf der anfangs sehr steilen und bisweilen vereisten Skipiste nach Osten hinauf, aus dem Wald heraus und, bevor es unter dem Lift wieder flacher wird, links halten. An einem Waldstück links vorbei, über einen flachen Rücken und geringfügig zur Schönfeldhütte hinunter. Vom Unterkunftshaus relativ eben zur Schönfeldalm und dann wieder bergauf. In einer Lichtung steigt das Gelände kräftig an, und man kommt an eine kleine, aber eindrucksvolle Felsenwand heran. Oberhalb der Wand links abbiegen und um eine felsige Erhebung herumgehen. Möglich wäre auch, dieses Hindernis rechts zu umgehen, bis man knapp über der Schnittlauchmoosalm wieder in freies Gelände kommt. Dort nach links den Hang entlang und links unter dem breiten latschenbestandenen Südwestgrat des Benzingspitz dahin, durch einen breiten Sattel und die letzten Meter auf dem Gratrücken zum Jägerkamp hinauf.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute möglich. Bei hoher, aber sicherer Schneelage bietet sich die besonders spannende Steilabfahrt vom Gipfel nach Nordosten an, die anfangs durch Latschenhänge in eine weite Hangmulde hineinführt. An der Stufe links abdrehen und zur Benzingalm hinab. Unter einer freien Wiese allmählich in den Wald hinein und unmittelbar vor einem Abbruch rechts halten. Dann auf grün markierter Skiroute steil durch dichten Wald hinab. In der Nähe eines sehr dichten Buchenjungwalds links über den Bach und auf dem Fahrweg durch das Aurachtal nach Aurach hinaus.

Exposition - Westen, Süden und Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1530 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSpitzingsee, Talstation der Taubensteinbahn (1110 m)
EndpunktSpitzingsee, Talstation der Taubensteinbahn (1110 m)
TourencharakterEigentlich sollte man meinen, dass am Jägerkamp, der so nahe an München mitten im Skizirkus am Taubenstein steht, viel Betrieb wäre. Das gilt bis zum Tanzeck, manchmal auch zum Benzingspitz. Doch am Jägerkamp habe ich schon oft spuren müssen, weil viele Tourengeher diesen schönen Gipfel einfach auslassen. Selbst wenn man entlang der Aufstiegsroute wieder zum Spitzingsee abfährt, was als leicht einzustufen ist, lohnt sich diese landschaftlich schöne Tour. Fährt man jedoch durch das Aurachtal nach Norden ab, gewinnt der Berg eine neue Dimension, und wer das zum ersten Mal unternimmt, wird begeistert sein.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungOberlandbahn bis Fischhausen, Linienbus zum Ausgangspunkt; mit dem Auto über Miesbach und Schliersee zum Spitzingsee (Rückfahrmöglichkeit von Aurach zum geparkten Auto am Spitzingsee einplanen!)
GastronomieSchönfeldhütte
Tipps
Die Wilden Fräulein. Von der Schönfeldhütte kann man in einem gut halbstündigen Abstecher bei hoher und sehr sicherer Schneelage zu den Wilden Fräulein hinaufsteigen. Dazu muss man vor der Hütte über die steilen Wiesenhänge links hinauf und aufpassen, dass man dem oft überwechteten Grat nicht zu nahe kommt. Oben, wenn man in den schütteren Wald hineinkommt, wird der Hang arg steil und vor allem felsig. Auf dem Grat dann zum Vermessungszeichen und zum kleinen Kreuz, ehe man wieder zur Schönfeldhütte abfährt.
Informationen
Höchster Punkt
Jägerkamp, 1748 m
Unterkunft
Schönfeldhütte
Tourismusbüro
Schliersee, Neuhaus/ Spitzingsee, Tel.: 08026/60650; www.schliersee.de
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