Hoher Lorenzenberg, 2315 m

Die Tour selber ist nicht schwierig. Allerdings muss man – vor allem wenn es frisch geschneit hat – die Spur vernünftig anlegen, damit das Lawinenrisiko in vertretbaren Grenzen bleibt. Diese Ecke des Obernberger Tals ist bekannt für meist kräftigen Wind auf den Gipfeln und Graten. Deshalb Vorsicht auf Wechten auf den langen, oft abgeblasenen Graten! Wegen der großen Entfernungen ist eine einwandfreie Kondition erforderlich.
Lawinengefahr: bei vernünftiger Routenwahl gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
10 km
1000 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz bei der Waldesruh knapp zehn Minuten am Fahrweg Richtung Obernberger See aufsteigen, bei der Unterreinsalm, 1486 Meter, links abbiegen und nach Osten hinauf. Zunächst über einen steilen Wiesenhang, nach knapp 100 Höhenmetern in den Wald hinein, der immer dichter und auch steiler wird, und auf der Höhe von 1700 Meter zu einem Fahrweg. Auf ihm nach rechts, durch eine Kehre und das Sträßchen verlassen, um weiter gegen Osten aufzusteigen. Allmählich lichtet sich der Wald. Wer lieber durch die windgeschützte, aber oft mit Triebschnee gefüllte breite Rinne östlich des Kamms aufsteigt, kann dort hinüberwechseln. Aber das darf man nur bei stabiler Schneelage riskieren. Ansonsten geht es am windausgesetzten Rücken gegen Süden stramm hinauf. Dieser Rücken flacht weiter oben deutlich ab und verläuft bis zum Gipfelkreuz der kaum auffälligen Allerleigrubenspitze, 2131 Meter. Die letzten Meter zum Kreuz fallen etwas steiler aus. Dort ist die Tour aber lange nicht zu Ende. Der weitere Anstieg verläuft kurz zurück, auf der Ostseite um den Gipfel herum und in eine kleine Gratscharte südlich des Gipfelkreuzes. Nun am Rücken zu einer unbedeutenden Graterhebung hinauf und bis zum Koatnerberg, 2199 Meter, weiter. Vom zweiten Gipfelziel fällt der Grat fast 100 Höhenmeter in das Sattele ab, aus dem man relativ steil noch ein Stück gegen Süden ansteigt, dann aber rechts herausschwenkt, um westlich des Gratverlaufs zum Verbindungsrücken zwischen Hohem Lorenzenberg und Sandjöchl aufzusteigen. Auf dem breiten Rücken links ab und das letzte Stück zum Gipfelkreuz hinauf.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute abzufahren wäre zwar grundsätzlich möglich, doch macht das wegen der Gegenanstiege keinen besonderen Spaß. Weitaus lohnender sind die Hänge westlich des Grates, über den die Aufstiegsroute heraufgekommen ist. Man fährt also dort zum Obernberger See ab und auf der Rodelbahn oder – noch schöner – daneben auf den Wiesen von Oberreinsalm und Unterreinsalm, um anschließend am Fahrweg zum Ausgangspunkt hinauszurutschen.

Exposition - überwiegend Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1000 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortObernberg am Brenner, 1394 m
AusgangspunktGasthaus Waldesruh am Talschluss des Obernberger Tals (großer, gebührenpflichtiger Parkplatz), 1439 m
TourencharakterAm hintersten Ende des Obernberger Tals beginnen einige lohnende Skitouren. Grubenkopf und Hoher Lorenzenberg werden davon wohl am meisten besucht und bei guten Bedingungen lassen sie sich sogar miteinander verbinden. Der Aufstieg wird üblicherweise über den Obernberger See durchgeführt und ist deshalb nicht gerade einsam. Die hier vorgestellte, weniger überlaufene Variante beginnt mit einem zackigen Anstieg auf die unbedeutende, aber aussichtsreiche Allerleigrubenspitze und setzt sich in einer langen, aussichtsreichen Gratwanderung über den Koatnerberg und das Sattele bis hin zum Hohen Lorenzenberg fort. Weil dort oben fast immer ein frischer Wind, oft auch ein grimmiger Sturm weht, ist der lange Grat fast immer stark abgeblasen und bisweilen enorm überwechtet.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wander-, Rad- und Skitourenkarte 1 - 50000, Blatt 36
Verkehrsanbindungvon Steinach an der Brenner- Bundesstraße zum Talschluss durch das Obernberger Tal; Linienbusverbindung
GastronomieGasthaus Obernberger See an der Abfahrtsroute
Tipps
Zum Grubenkopf. Ein weiteres, sehr lohnendes und beliebtes Skitourenziel über dem Obernberger See führt über die Steineralm zum Geierskragen und auf den Grubenkopf, 2307 m.
Höchster Punkt
Hoher Lorenzenberg, 2315 m
Unterkunft
Gasthaus Obernberger See an der Abfahrtsroute
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