Hoher Kopf, 2373 m

Erst über der Weidener Hütte (auch Nafinghütte genannt) wird auf dieser Tour schönes, weitläufiges Gelände erreicht. Im freien Berggelände braucht man ein sicheres Gespür für die beste Routenfindung, wenn es keine alten Spuren gibt, auf die man sich verlassen kann. Das gilt für den Aufstieg und besonders für die Abfahrtsvariante.
Lawinengefahr: gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
16 km
900 m
5.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Nur im Hochwinter, bei gu- ter Schneelage, kann man direkt in Innerst mit den Bretteln losmarschieren. Meist trägt man sie an der Jausenstation vorbei auf dem breiten Weg, der nach Südosten abbiegt und in den Wald hineinführt. Der Weg fällt etwas ab und stößt zum schmalen Brücklein, das über dem kleinen Kraftwerk den Nurpensbach quert. Dort kann man normalerweise anschnallen und zur Forststraße aufsteigen. Bei guter Schneelage lässt sich die erste weite Straßenkehre am Sommerweg durch den Wald abschneiden. Dann geht es lange nur gering ansteigend gegen Süden dahin. Etwa bei 1700 Meter Höhe spurt man zwei Straßenkehren aus, geht am Forsthaus vorbei und der Wald lichtet sich. Wer will, kann beim Berghaus links abbiegen und gegen Osten an einer Hütte vorbei im lichten Hühnerlöcherwald aufsteigen. Es ist aber auch möglich, erst bei der Weidener Hütte gegen Osten aufzusteigen. Beide Aufstiegsrouten vereinen sich und führen anfangs noch im Wald, dann über freie Hänge dahin. Auf etwa 2350 Meter Höhe wird die Grathöhe zwischen Nafingköpfl und Hohem Kopf erreicht. Wer Lust und Zeit hat, kann umdisponieren und nach rechts, ziemlich steil (nur bei sicheren Verhältnissen) auf das Nafingköpfl, 2453 Meter, aufsteigen. Die Route zum Hohen Kopf führt nach links (Norden) im Wesentlichen den Grat entlang (Vorsicht bei Überwechtung!) zum Gipfelkreuz am Hohen Kopf.
Abstieg.
Möglich ist eine Abfahrt entlang der Aufstiegsroute. Allerdings ist diese wieder mit einer Gratbegehung verbunden, für die man Felle braucht. Lohnender wäre die Variante, auf der auch oft die Aufstiegsroute führt: Vom Gipfel zunächst gegen Nordwesten durch weites, herrliches Skigelände abfahren, dann etwas gegen Westen ausholen und zu ein paar Almhütten, die zur Fiderissalm (auch Viderissalm) gehören. Die Abfahrt führt in lichten Zirbenwald hinein und wird steiler. Im Wald stößt man zu einem Fahrweg, dem man gegen Südwesten folgt. Auf ihm wird bei der Forsthütte die lange Straße und damit die Aufstiegsroute erreicht. Ihr folgt man zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - Westen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied900 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWeerberg, 882 m.Gasthof Innerst, 1283 m
TourencharakterWer die lange, etwas monotone Fahrstraße durch das Nafingtal hinter sich gelassen hat, findet sich in einem nahezu hindernislosen und ausgedehnten Skigelände wieder. Aufstiegs- und Abfahrtsfreuden in nicht besonders steilen Westhängen sind kaum Grenzen gesetzt. Sollte die Route nicht gespurt sein, braucht man gute Orientierungsgabe, um den Gipfel nicht zu verfehlen. Vorsicht bei geringer Schneelage wegen tiefer Bachgräben im Hühnerlöcherwald!
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 28 (Vorderes Zillertal – Rofan – Wildschönau)
Verkehrsanbindungdurch das Inntal bis Weer, dann auf guter, aber schmaler Bergstraße über Weerberg bis zum Straßenende in Innerst
GastronomieGasthaus Innerst am Ausgangspunkt und Weidener Hütte
Tipps
Zur Roßlaufspitze. Ein pfundiges Alternativziel über dem Nafingtal wäre die Tour übers Alpl zum Alplköpfl, 2141 m, und am breiten Nordwestrücken weiter zur Roßlaufspitze, 2248 m. Bei sicherem Schnee könnte man von dort über flotte Osthänge insNurpenstal abfahren. Von der Stallenalm lässt sich auf Fahrwegen wieder der Ausgangspunkt in Innerst erreichen.
Höchster Punkt
Hoher Kopf, 2373 m
Unterkunft
Gasthaus Innerst am Ausgangspunkt und Weidener Hütte
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