Hoher Kopf, 2373 m

Obwohl technisch leicht, ist die einsame, meist ungespurte Aufstiegsroute unten im kurzen Waldstück etwas hakelig und verlangt Orientierungsvermögen. Nur in Begleitung Erfahrener gehen! Die übliche Tour geht direkt vom Tal aus (gut 1100 Hm) und wird hier als Abfahrtsroute beschrieben.
Exposition: West / Lawinengefahr: gering bis mäßig (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
13 km
600 m
2.00 h
Zustieg.
Vom Gasthof Innerst südwärts oberhalb einer Wiesenfläche auf einem Karrenweg talein queren, der abfallend durch Wald über einen Bach führt. Da-hinter aufwärts, einen normalerweise gewalzten Fahrweg kreuzen und etwas später auf diesen. Kaum ansteigend hoch überm Weerbach gerade (zwischendurch zwei Serpentinen) durchs Nafingtal talein bis zur Weidener Hütte (alias Nafinghütte, ca. 1800 m; widersprüchliche Höhenangaben).
Aufstieg.
Auf dem Fahrweg kurz abwärts und nach einem unmarkanten Bacheinschnitt über die Böschung in von Lichtungen durchsetzten Jungwald. Nordostwärts zwischen kleinen Steilstufen lavierend aufwärts und abschließend steiler zu einem Rücken (ca. 2000 m). Über diesen ostwärts kurz durch lichten Hochwald etwas rechts haltend hinauf ins Freie (oben links ein felsiger Sporn). Links haltend aufwärts eine Steilstufe innerhalb einer breiten Mulde umgehen, darüber ansteigend an deren rechten Rand queren und durch die folgende Senke (im Sommer mit See) gerade ostwärts zu einem Hang. Diesen rechts haltend hinauf (gelegentlich Lawinengefahr) Richtung Kamm, knapp vor diesem links (nordwärts) zwischen Buckeln unter den nun sichtbaren Gipfel und kurz steil evt. zu Fuß zu diesem hinauf.
Abfahrt.
Nordwestwärts anfangs zwischen Buckeln, dann über einen mäßig geneigten Hang abwärts und querend zu Almhütten in einer Senke (ca. 2100 m). Darunter rechts abfallende Querung in den Wald, in Linksschleife um eine Steilstufe, eine Schneise hinab und rechts eines Bacheinschnitts zu einem weiten Almhang. Über diesen westwärts gerade hinab zur Friderissalm (1744 m) und entweder über einen Karrenweg nord westwärts via Alpl (gelegentlich bewirtschaftet; ab hier meist geräumt) abwärts zum gewalzten Aufstiegsfahrweg; oder gleich nach der ersten Bachquerung links steil einen Rücken hinab (abschließendes Waldstück) zu diesem. Weiter ent-lang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied600 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortWeer im Inntal (558 m
AusgangspunktParkplatz am Gasthof Innerst (1283 m)
TourencharakterEin blindes Huhn findet auch einmal ein Korn. Mit einem Grüpplein erschreckend motivierter Münchner »letsgeo«-Geographen bin ich auf gut Glück Richtung Hoher Kopf unterwegs. Die Spurerei durch den im knietiefen Neuschnee versunkenen Wald ist so anstrengend, dass ich bereits vorm kartographisch angepeilten Rücken die Führung dankend an Oli abgebe. Mich fortan den Testschüssen mit meinem neuen Fotoapparat widmend, betrachte ich meine Umgebung intensiver – verfolge die Licht-Schatten-Spiele der Zirben im jungfräulichen Schnee, banne Skitourengeher gegen tiefblauen Winterhimmel und dokumentiere Doris' Geburtstagsgipfel auf Zelluloid.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte (mit Skirouten) 1 - 50000, Blatt 37, Zillertaler Alpen-Tuxer Voralpen oder Blatt 28, Achensee-Rofan-Zillertal
VerkehrsanbindungAuto - Auf der Inntalautobahn bis Ausfahrt Vomp. Weiter der Beschilderung folgend durch Vomperbach nach Pill. Hier rechts Richtung Innsbruck und nach ca. 100 m links ab nach Pillberg/Weer-berg. Hinauf (Ketten!), am Sportplatz rechts nach Weerberg, über eine Terrasse in ein Tal und talein nach Innerst. ÖV: keine Anfahrt
GastronomieWeidener Hütte (1799 m), DAV S. Weiden, gj. bew. außer November, 54 Schlafplätze, Tel. (0043)(0)5224/8529
Höchster Punkt
Hoher Kopf, 2373 m
Unterkunft
Weidener Hütte (1799 m), DAV S. Weiden, gj. bew. außer November, 54 Schlafplätze, Tel. (0043)(0)5224/8529
Tags: 
Mehr zum Thema