Höllkopf (2194 m)

Bis zum Marienbergjoch leichte Skitour auf breiter Skipiste. Der Weiterweg zum Höllkopf über rund 400 Höhenmeter ist nicht steil, führt aber quer über bisweilen etwas stark abfallende Hänge.
Exposition - Norden und Südwesten / Lawinengefahr: Gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
15 km
1175 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Von der Talstation der Seilbahn in Biberwier folgt man der breiten Skipiste in der Nähe der Seilbahnkabel und des Barbarasteigs nach Süden zur Seilbahn-Mittelstation. Von dort auf der Skiabfahrt in der gleichen Richtung zum Marienbergjoch weiter, wo die Seilbahnen enden. Südöstlich des Jochs beginnt das Tourengelände. Zunächst steigt man im Latschenbuschwerk ziemlich lange über das Arzbödele gegen Südosten auf und hält respektvollen Abstand zu den in der Morgensonne grell leuchtenden Felswänden am Grünstein, bis man im 2126 Meter hohen Hölltörl ankommt. Von dort ginge es tatsächlich in die Hölle hinab (mehr dazu im Tipp).
Im Hölltörl biegt man rechts ab und kommt in relativ steile, aber gut zu meisternde Nordhänge hinein, die bis knapp vor das Gipfelkreuz ansteigen. Die letzten Meter schiebt man schließlich die Brettel gegen Osten zum Kreuz hinüber und kann sich auf dem ausgedehnten Gipfel an einer grandiosen Rundschau erfreuen.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute.

pistenskitour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1175 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTalstation der Seilbahn in Biberwier (1012 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterIn den Mieminger Bergen sind einfache Skitouren dünn gesät. Zu wild und zu felsig ist dieses schroffe Gebirge, als dass man dort leichte Touren finden könnte. Natürlich gibt es auch ein paar Pisten und pfundige Kare, die sich für unseren schönen Sport gut eignen. Doch einfach sind die nicht. Eine beliebte Skitour durch das Herz der Mieminger Kette ist die Grünsteinumfahrung von Biberwier nach Ehrwald. Sie bleibt jedoch versierten Tourengehern vorbehalten, denn sie ist lang, anstrengend und bisweilen stark von Lawinen bedroht. Auf dieser sportlichen Ausdauertour wird normalerweise kein Gipfel erreicht, es sei denn, man legt einen kleinen Abstecher zum Höllkopf ein, der auch ein eigenständiges und gar nicht besonders schwieriges Gipfelziel abgibt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 5 (WettersteingebirgeZugspitzgebiet)
VerkehrsanbindungBahnverbindung von Garmisch-Partenkirchen oder Reutte nach Ehrwald, von dort Busverbindung; mit dem Auto über Garmisch-Partenkirchen und Griesen oder von Reutte nach Ehrwald, von dort auf der B 189 nach Biberwier
GastronomieMarienberghaus
Tipps
Von Arzkasten durch die Hölle. Eine hochinteressante Aufstiegs- und Abfahrtsvariante beginnt in Arzkasten am Holzleitensattel. Sie ist allerdings etwas anspruchsvoller als die oben geschilderte Route und eignet sich für das Frühjahr bei Firnschnee (steile Osthänge verlangen frühen Aufbruch!). Vom Wirtshaus Arzkasten geht es im Wesentlichen auf der Rodelbahn nach Norden in Richtung Lehnberghaus hinauf. Unmittelbar vor dem Unterkunftshaus links abdrehen, am Jagdhaus vorbei und dem Fahrwegverlauf folgend anfangs eben nach Norden weiter. Dabei auf Lawinen achten, die von den rechtsseitigen steilen Schrofenhängen herunterdonnern könnten. Schließlich kommt man in die Hölle, wo es wider Erwarten nicht heiß, sondern meistens grimmig kalt ist. Dort links abbiegen und durch einen mäßig steilen Kareinschnitt in prächtiger Felsenlandschaft gegen Westen bis ins Hölltörl hinein. In der breiten Scharte links abdrehen und gegen Süden weiter. Die letzten Meter flach nach links zum Gipfelkreuz.
Unterkunft
Gasthäuser und Pensionen in Biberwier
Tourismusbüro
Zugspitzarena (Biberwier), Tel.: +43(0)5673/2922; www.zugspitzarena.com
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