Hochplatte, 2079 m

Elend lange, stellenweise langweilige, dann wieder ziemlich rassige Skitour, die alles bietet, was zu einer anstrengenden Skitour im Vorgebirge gehört. Sie darf keinesfalls unterschätzt werden, denn es geht streckenweise ziemlich »alpin« zu. Lawinensichere Schneelage ist Voraussetzung.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
9 km
1200 m
6.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz am Fahrweg über die Brücke und bei der Straßenverzweigung geradeaus weiter. Eine geschlagene Stunde gegen Westen das Sägertal gering ansteigend zu einer Straßenverzweigung unter den Hundsfällköpfen. Wo von links der Lösertalbach mündet, hält man sich links, folgt ein Stück einem Weg und kommt in den steilen Hasentalgraben hinein. Mühsam arbeitet man sich in Spitzkehren gegen Südwesten hinauf und passt bei verharschtem Schnee höllisch auf, dass man nicht abrutscht und im Bach landet. Dem Sommerweg folgend den Bach queren und im Wald die östlichen Ausläufer des Scheinbergjochs umrunden. Die Hänge sind sehr steil, und bei Lawinengefahr darf man sie nicht betreten. Der Sommerweg dreht sich um den Höhenzug herum und stößt ins Lösertalmoos. Ein Stück geht es eben weiter, dann schwenkt man ein wenig rechts, um gegen Westen durch das schöne Lösertal zum Lösertaljoch anzusteigen. Aus dem Joch 60 Höhenmeter nach Süden (links) hinunterrutschen (bei geringer Schneelage Ski tragen) und ins Beinlandl. Der Länge nach durch diese Senke weiter und zur Gratmulde zwischen Schlössel und den südlichen Ausläufern des Lösertalkopfs. Im Grateinschnitt rechts, bis unter dem Schlössel schönes Skigelände erreicht wird. Immer noch rechts haltend durch eine weite Grube (Wilder Freithof) und über die Bergflanke, die sich nach oben hin immer weiter aufschwingt, zum Grat hinauf. Bei geringer Schneehöhe muss man dort oben die Ski abschnallen und zu Fuß weitergehen. Über den scharfen Grat in die schönen Hänge des Gamsangerls hinein und zum Gipfelkreuz weiter.
Abfahrt.
Die lange Abfahrt verläuft entlang der Aufstiegsroute. Und mit einplanen: 60 Höhenmeter Gegenanstieg zum Lösertalsattel!

Exposition - überwiegend Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktScheinbergparkplatz (980 m) an der Fahrstraße durch das Graswangtal beim Eingang in das Sägertal
EndpunktScheinbergparkplatz (980 m) an der Fahrstraße durch das Graswangtal beim Eingang in das Sägertal
TourencharakterDer Hochplatte, ein im Sommer relativ stark besuchtes Wanderziel, wird kein Winterschlaf gegönnt. Bisher waren es nur Skitourengeher, die zur kalten Jahreszeit auf diesen Ammergauer Berg kamen. Inzwischen pilgern selbst im Hochwinter bei bauchhohem Schnee immer mehr »normale« Wanderer den Berg hinauf. Um es etwas leichter zu haben, benützen – und ruinieren – sie sehr zum Ärger der Tourengeher die Fellspur. Seit in zunehmendem Maße Schneeschuhe zur Hilfe genommen werden, ist diese ruinöse Art, den Berg hinaufzusteigen, etwas erträglicher geworden. Solche Schattenseiten tun der Schönheit des Berges selber aber keinen Abbruch, denn die landschaftliche Vielfalt ist an der Hochplatte wahrlich begeisternd.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 4 (Füssen – Außerfern)
VerkehrsanbindungMit dem Auto ab Ettal durch das Graswangtal oder von Reutte über Plansee zum Ausgangspunkt
Tipps
Alternativrouten. Wer feststellt, dass ihm die Tour zu lang wird, kann auch zum Lösertalkopf abzweigen (siehe Tour Lösertalkopf) oder schon vorher durch den Hasentalgraben ganz hinauf grimmig steil zum Hasentalkopf aufsteigen, was bei guten Verhältnissen eine traumhafte Firnabfahrt garantiert.
Höchster Punkt
Hochplatte, 2079 m
Tourismusbüro
Ettal, Tel.: 08822/3534; www.ettal.de
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