Hochglückscharte, 2387 m

Mittelsteile Hänge bis in die obersten Böden des Hochglückkars. Die sehr enge und steile Rinne in die Scharte birgt wegen ihrer Krümmung im Falle eines Sturzes hohes Verletzungsrisiko. Ebenso anspruchsvoll der Gipfelanstieg auf den Hochglück und die direkte Abfahrtsvariante im Mittelteil. Harscheisen sehr empfehlenswert. (Autor: Andrea und Andreas Strauß)
10 km
1190 m
3.00 h
Aufstieg.
Vom Parkplatz nur kurz auf dem geteerten Sträßchen Richtung Engalm, links am Hangfuß entlang und den Großen Ahornboden talein auf die markante Felsmauer der Spritzkarspitze zu. Bei einem Minikraftwerk links haltend den Bachgraben hinauf und spätestens an dem Boden, wo der Bachlauf sich im folgenden Steilgelände in mehrere Lawinengassen verzweigt, nach rechts den breiten Hang hinauf. Dieser führt im unteren Teil durch Birkengebüsch und oben freier auf einen breiten Absatz unter der Spritzkarspitze mit einem markanten Felsblock, dem Kirchl, ca. 1560 m. Hinter dem Block durch und auf der Hangstufe sehr flach nach links (Nordosten), bis nach einer Wandeinbuchtung die Felswände in einen felsdurchsetzten Steilhang übergehen. Hier mündet die direkte Abfahrtsvariante ein. Im Aufstieg aber nicht dort hinauf, sondern weiter stark links haltend in flacherem, rampenartigem Gelände so lange aufwärts, bis man auf ca. 1720 Metern nach Osten und schließlich Süden in das eigentliche Hochglückkar einbiegen kann. Über einige niedrige Kartreppen ins gewellte Hochkar und südwärts hinauf zu den Brotzeitfelsen, ca. 2180 m, dem Ziel für die meisten Tourengeher. Zur Hochglückscharte, 2387 m, folgt man dem hier ansetzenden Steilhang in eine sehr steile und enge Rinne, die in der Regel ohne Skier begangen wird.
Abfahrt.
Entweder auf der Aufstiegsroute oder sehr viel lohnender im Kar links hinab unter den Felswänden hindurch und auf ca. 2000 Metern nach rechts (Nordosten) zu einem flachen Absatz hinaus, ca. 1900 m. Erst hier scharf nach links (Nicht zu früh! Felsabsätze!) und durch Steilrinnen und sehr steile Hangabschnitte hinab auf die Hangstufe mit der Aufstiegsspur östlich des Kirchlblocks.
Weitere Tour Gamsjoch, 2452 m, von der Eng über Gumpenkar und Gumpenjöchl, schwierig (1250 Hm, 3 ½ Std.).

schneesicherheit
3 ½ Std. gesamt, bis zum Kirchl 1 ¼ Std., zum Brotzeitfelsen 1 ¾ Std.
190 Hm gesamt, 360 Hm zum Kirchl, zum Brotzeitfelsen 620 Hm

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1190 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortHinterriß, 928 m
AusgangspunktGroßparkplatz beim Alpengasthof Eng, 1203 m. Von Hinterriß auf der Mautstraße zu deren Ende, üblicherweise spätestens ab 1. Mai geöffnet, je nach Schneelage evtl. auch schon 1 bis 2 Wochen eher.
TourencharakterPünktlich zur Öffnung der Straße in die Eng wird auch für die Tourengeher die Saison im Hochglückkar eröffnet. Je nach Schneelage ist dies Mitte April, spätestens aber am 1. Mai der Fall. Aufgrund der hohen Ausgangslage und der Nordexposition des Kares bleibt trotzdem meist ein ganzer Monat als Zeitfenster für die beliebte Tour. Unterschätzen sollte man die teils steilen Hänge nicht. So spät in der Saison neigen sie zur Verharschung. Der Aufstieg vom Brotzeitfelsen in die Scharte ist erst recht anspruchsvoll - In der engen Rinne treffen mit Skiern aufsteigende Tourengeher, solche, die ihre Skier im Rucksack mittragen, und bereits abfahrende aufeinander und nicht selten kommt es im Falle eines Sturzes zum »Dominoeffekt« – andererseits ist die Tour auch ohne Ausstieg in die Scharte »vollwertig«.
Nicht nur sportlich ist das Hochglückkar eine interessante Tour, sondern auch landschaftlich eine der schönsten, die man in weitem Umkreis machen kann.
Beste Jahreszeit
KartentippAV-Karte Nr. 5/2 und 5/3 Karwendelgebirge Mittleres und Östliches Blatt 1 - 25.000
VerkehrsanbindungÜber den Sylvensteinsee nach Vorderriß. Hierher auch über die Mautstraße ab Wallgau. Weiter durch das Rißbachtal nach Hinterriß. Busverbindung ab Lenggries erst ab Mitte Juni.
Tipps
Lawinengefahr. Häufig lawinengefährdet, im gesamten Karbereich.
Informationen
Infobüro Schwaz, Tel.: +43/5242/632 40
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