Hochgern, 1748 m

Bei Winter-Wanderern und Skitourengehern sehr beliebte, unschwierige, aussichtsreiche Route auf einen großartigen Aussichtsberg, dem der Chiemsee direkt zu Füßen liegt. Das lange Pflugfahren auf der Forststraße kann Untrainierten arg in die Oberschenkel gehen.
Exposition: Südwesten / Lawinengefahr: überwiegend gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
14 km
1150 m
3.00 h
Aufstieg.
Vom Wanderparkplatz am Ausgangspunkt folgt man der Autostraße gegen Osten nach Wiesen hinauf. Der Anstiegsweg dreht links ab und steigt mäßig gegen Norden an. Er führt durch wechselnd dichten Wald dahin, bis er auf der Höhe von etwa 810 m in eine sehr breite Forststraße mündet. Dort hält man sich rechts und folgt dem Fahrweg, der oft als Rodelbahn präpariert ist. Alle folgenden Abzweigungen sind gut beschildert. Bei der ersten gehen wir rechts und an der zweiten links, bis wir schließlich zur Ager-Gschwendalm stoßen. Leider ist die Bergwirtschaft im Winter meistens zu. Neben der Alm verengt sich der Fahrweg deutlich. Normalerweise ist er mit einer Schneekatze gespurt, schlängelt sich durch dichten Wald gegen Nordosten zur Bergwachthütte hinauf und dreht dort links, also gegen Nordwesten, ab. Nach ein paar wei-teren Serpentinen stößt man endlich in freies Gelände, gleich darauf zur kleinen Enzianhütte und knapp darüber zum Hochgernhaus (1461 m; im Winter geschlossen). Am freien Hang queren wir nun gegen Osten und genießen schon dort großartige Ausblicke. Die Route führt unter Hochlerch und Zwölferspitz über steile Südhänge dahin und zu einem Rücken hinauf. Von ihm fällt sie ein paar Meter ab, zwängt sich durch eine licht bewaldete Engstelle und dreht am Rande vor steilen Felsen links ab. Dort wird es für den Anfänger ein wenig ungemütlich steil und bei geringer Schneelage auch felsig. Doch bald legt sich der Hang etwas zurück und holt für den Gipfelspurt neuen Schwung. Gleich darauf ist das Gipfelkreuz erreicht, von dem es nur noch ein paar Meter zu einer kleinen Gipfelkapelle hinüber sind, von der die Schau zum Chiemsee hinunter am schönsten ist.
Abfahrt.
In der Regel entlang der Aufstiegsroute. Nur bei aus-gesprochen lawinensicheren Verhältnissen darf man nach dem Gipfelrücken links (gegen Süden) abbiegen und steil zur Gernalm abfahren. Von der Gernalm quert man auf einem Almweg nach Westen zur Bergwachthütte hinüber. Eine weniger riskante Variante verläuft über flott abfallende Hänge östlich des Hochgernhauses zur Aufstiegsroute. Für den Rest der Abfahrt fährt man in jedem Fall auf der Aufstiegsroute ab. Das kann – wie oben erwähnt – arg in die Oberschenkel gehen, denn mit freien Schwüngen wird es angesichts des dichten Waldes nichts. Man wird sich aufs Pflugfahren mit allen seinen Nebenerscheinungen beschränken müssen …

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortUnterwössen (555 m)
AusgangspunktParkplatz zwischen Grund und Wiesen (615 m)
TourencharakterWegen der südwestseitigen, also ab Vormittag sonnigen Lage der Skihänge braucht man für diese Tour eine satte Schneedecke. Dafür kann man selbst im Januar bei entsprechenden Bedingungen und mit etwas Glück Firn erwarten. Richtig freie Hänge finden wir am Hochgern erst ab einer Höhe von etwa 1300 m. Unter-halb davon bewegen wir uns bei Aufstieg und Abfahrt auf einer schmalen Rodelbahn und auf Forststraßen zum großen Teil im dichten Wald. Wegen der vielen Winterwanderer ist die Fellspur in der Regel so niedergetrampelt, dass man sich gerne eine neue legen wird, bis auch diese ruiniert ist …
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Chiemsee und Umgebung; Kompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 10, Chiemsee-Simssee
VerkehrsanbindungAuto - Autobahn München – Salzburg bis Ausfahrt Feldwies-Grassau, dann auf der B 305 zum Ausgangspunkt. ÖV: RVO-Busanschluss ab Bahnhof Prien
Gastronomiekeine
Tipps
Die Tour eignet sich für Kinder ab etwa 14 Jahre.
Höchster Punkt
Hochgern, 1748 m
Unterkunft
keine
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