Hochblasse, 1989 m

Selten durchgeführte Skitour im Schatten der benachbarten Ammergauer Hochplatte. Die Hänge sind relativ steil und südseitig exponiert. Deshalb braucht man auf alle Fälle eine hohe, aber auch sichere Schneelage. Die vorgestellten Abfahrtsvarianten sind riskant und nur bei sicherster Lawinensituation zu verantworten. Am Schützensteig fällt die Abfahrt ziemlich eng aus. Wegen der relativ steilen Hänge braucht man gute Kondition. Die Abfahrt entlang der Aufstiegsroute ist nicht einfach, weil man auf der stark besonnten Strecke nur selten guten Schnee antrifft.
Lawinengefahr: mittel (Variante: extrem gefährdet) (Autor: Siegfried Garnweidner)
14 km
930 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz des BMW-Tagungshotels Ammerwald am Fahrweg gegen Nordwesten zur Staatsgrenze. Dort links ab und auf dem Schützensteig in dichten Hochwald hinein. Der Steig zieht sich steil in vielen Kehren durch den stark geneigten Waldhang nach Nordwesten hinauf und flacht auf der Höhe von etwa 1440 Metern bei den Jägerhütten ab. Der Anstieg zur Hochblasse verlässt den Talboden nach rechts und führt gegen Norden anfangs über weite, freie Hänge, dann immer steiler durch schütteren Wald zügig zur Südwestrippe der Hochblasse hinauf. Über sie vorsichtig auf Wechten achtend nach Nordosten weiter. Schließlich kommt man auf die freie, schräge Gipfelhochfläche. Über den meist abgeblasenen Gipfelhang geht es zuletzt in sehr geringer Steigung geradewegs zum Gipfelkreuz hinauf.
Abfahrt.
Am einfachsten ist es, entlang der Aufstiegsroute abzufahren. Bei absolut stabilem Schnee und geringer Schneelage (wie sie ab Anfang Mai anzutreffen ist) können mutige Brettelartisten vom nordseitigen Gipfelrücken rechts abdrehen und durch eine extrem steile Mulde abfahren. Im weiteren Verlauf unter dem Sattel zwischen Hochblasse und Hochplatte rechts abdrehen und nach Osten durch den pfundigen Roggentalgraben hinaus. Vor dem Wasserfall (Vorsicht!) kurz nach links und dann in weitem Rechtsbogen nach Süden ins Roggental. Im Wesentlichen auf dem Sommerweg das Roggental hinaus und durch den flachen Ammerwald zum Ausgangspunkt zurück. Diese Abfahrt ist nur erlaubt, wenn in den oberen Hängen des Roggentals zwar noch Schnee liegt, die Steilreissen zu beiden Seiten des Roggentals aber aper sind. Wenn in den Runsen noch Schnee liegt, ist diese Variante viel zu gefährlich.

Exposition - Süden und Westen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied930 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHotel Ammerwald (1060 m)
EndpunktHotel Ammerwald (1060 m)
TourencharakterDie Hochblasse ist ein besonderes Skitourenziel. Im Sommer findet man kaum Wegspuren auf diesem schönen Aussichtsgipfel, und Skifahrer kommen nicht zu oft auf den still gebliebenen Gipfel herauf. Dafür kann man – egal, auf welcher Variante man abfährt – mit großartigem Abfahrtserlebnis rechnen, wenn man sich in einsamem, unverspurtem Gelände zurechtfindet.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 4 (Füssen – Außerfern)
VerkehrsanbindungMit dem Auto ab Ettal durch das Graswangtal oder von Reutte über Plansee zum Ausgangspunkt
GastronomieHotel Ammerwald am Ausgangspunkt
Höchster Punkt
Hochblasse, 1989 m
Unterkunft
Hotel Ammerwald am Ausgangspunkt
Tourismusbüro
Ettal, Tel.: 08822/3534; www.ettal.de
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