Hochalplkopf, 1770 m

Bis zur Rohntalalm zieht sich die Route durch das Rohntal im Vor-karwendel in die Länge. Die eigentliche Tour führt anschließend auf einen Almrücken mit spektakulärer Nahsicht auf das zerklüftete Karwendelgebirge.
Exposition: Ost, Südost / Lawinengefahr: gering bis mäßig (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
12 km
850 m
3.00 h
Aufstieg.
Westlich der Straße zweigen zwei Fahrwege ab. Auf dem linken in Rechtsschleife überm Ort aufwärts queren und Linksknick westwärts ins Rohntal. Kurz darauf links ab (Schild Rohntal), über eine Serpentine hinauf und westsüdwestwärts überm Tal, auf dessen Boden und schließlich durch einen Einschnitt zum freien breiten Rohntalboden. Vor einem Jagdhüttchen rechts zu den Rohntalalmen (1262 m, gut 2,5 km). Westnordwestwärts zwischen zwei Taleinschnitten über einen licht bewaldeten Rücken überwiegend in dessen linker Flanke hinauf. Von der abschließenden Lichtung rechts einen Steilhang aufwärts queren zur markanten Fortsetzung des Rückens (1500 m; selten Lawinengefahr) und auf dessen rechter Seite aufwärts queren zu einem Jägerstand. Die folgende Flanke (selten Lawinengefahr) leicht links haltend aufwärts zu einem breiten Rücken. Über diesen rechts (nordostwärts; links zur anspruchsvolleren Rappenklammspitze, 1835 m) mit meist geringer Steigung und einer abschließenden Steilstufe zum breiten Gipfelbuckel.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied850 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortVorderriß (782 m)
AusgangspunktParkplatz/Haltestelle beim Jagdschloss in Hinterriß (928 m)
TourencharakterVon Hinterriß startet man im Sommer weniger zu Gipfeltouren als eher zu Talwanderungen unter bis zu 1000 Meter hohen, grauen Felswänden. Im Winter ist das karwendeltypisch in die Länge gezogene Rohntal für den Skitourengeher eher lästig. Bei den Rohnalmen verschlägt es einem dann aber das Lästermaul - Über dem weiten, schneeweißen Talkessel mit einzelnen knorrigen Ahornbäumen und tiefverschneiten Fichtengruppen im Talschluss stehen wüst zerschrundete Wände und Türme mit zertrümmerten Graten, auf denen kecke Felsspitzen in prekärem Gleichgewicht zu balancieren scheinen. Über dem hell-dunkel schraffierten, urtümlichen Chaos erhebt sich düster die schwarze Mauer der Östlichen Karwendelspitze (2538 m), deren Nordwand so überhängt, dass kein Fitzelchen Schnee in ihr hängen bleibt. Da der Aufstieg zum Hochalplkopf an-strengend werden kann, sollte man angesichts dieser Ehrfurcht gebietenden Kulisse ruhig eine Imbisspause einlegen. Ist man oben auf der unerwartet flachen Gipfelkuppe angelangt, steht man genau zwischen dem wilden Hochkarwendel und den bewaldeten Bergen des Vorkarwendels mit der bekannten mittelschweren Skitour auf den Schafreuter und weiteren interessanten Skirouten.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Karwendelgebirge; Kom-pass-Wanderkarte (mit Skirouten) 1:50000, Blatt 182, Isarwinkel
VerkehrsanbindungAuf der A8 bis Ausfahrt Holz-kirchen und über Holzkirchen nach Bad Tölz (B13). Hier Richtung Lenggries/ Sylvensteinsee bis zum Sylvensteinsee. Weiter über Fall nach Vorderriß und weiter ins Rißbachtal bis Hinterriß
GastronomieGasthaus zur Post in Hinterriß
Informationen
Variante. Deutlich steilere Abfahrt etwas links der Aufstiegsroute (im Mittelteil aber den markanten Rücken nehmen!).
Höchster Punkt
Hochalplkopf, 1770 m
Unterkunft
Gasthaus zur Post in Hinterriß
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