Hoadl, 2340 m

Die Tour führt über die leichteste Piste des Skigebiets Axamer Lizum von der Talstation zur Bergstation. An neuschneereichen Frühwinterwochenenden laufen hier Hundertschaften hinauf. Vom Gipfel hat man tollen Nahblick auf die wilden Kalkkögel und Ausblick auf die leichten Skitouren des vorderen Sellrain.
Exposition: Nordost / Lawinengefahr: gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
8 km
800 m
2.00 h
Aufstieg.
Südwärts auf der Piste talein, die in einen rechts haltend (südwestwärts) hinaufleitenden Ziehweg übergeht. Auf diesem unter den Nordabbrüchen des Widdersbergs (der Hörzingwand) durch zur Piste der Lizumer Grube (ab ca. 1800 m), auf dieser hinauf bis zum Hoadlsattel (2264 m) und rechts (nordwärts) auf einem gewalzten Rücken aufwärts zum Hoadl.
Variante.
Viele Skitourengeher wenden sich im oberen Bereich der Lizumer Grube nach links (vorher Steilstufe), gleiten flach südostwärts zum Widdersberger Sattel, ersteigen diesen relativ steil (2262 m) und begeben sich links (nordwärts) über einen Rücken aufwärts zum ruhigen Widdersberg (2327 m).
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied800 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortAxams überm Inntal (874 m)
AusgangspunktTalstation an der Lizumalm (1564 m; Parkplatz für Skitourengeher kostenpflichtig)
TourencharakterFür die Innsbrucker ist die Verlockung einfach zu groß - 20 Minuten brauchen sie von der Haustür bis zur Talstation des Skigebiets Axamer Lizum und damit zum absolut schnee- und lawinensicheren Eingeh-Revier. Der ehemalige Geheimtipp ging den Weg alles Irdischen, und so stehen im Frühwinter am Lift manchmal mehr Autos von Skitourengehern als von Pistenfahrern. Die einen zahlen für den Parkplatz, die anderen für den Transport nach oben. Auf der Piste geht es gemütlich, aber zügig von der unteren zur oberen »Lizum«, was soviel wie »Talkessel« bedeuten könnte (das Wort ist weder germanischer Herkunft noch eine Ortsbezeichnung). Bei guten Schneeverhältnissen weichen bereits am Anfang fortgeschrittenere Skitourengeher von der Piste ab zum Halsl (1992 m) und dem Saile (2403 m), während vom folgenden Ziehweg aus Könner zum atemberaubenden Steilkar (ca. 2480 m) zwischen Ampferstein und Marchreisenspitze hinaufspuren. Aber auch so sind die düsteren Kalkkögel beeindruckend genug, dass man immer wieder ihre von Klüften zerrissenen Wände anstarrt. Vom Gipfelrestaurant des Hoadl sieht man dann die ganze düstere Mauer der Kalkkögel bis zu den gleißenden 3000ern des vergletscherten Hochstubai. Schaut man westwärts, fällt der Blick hinab ins einsame Senderstal, wo es unverspurte Hänge selbst für Toureneinsteiger gibt – allerdings mit sieben Kilometer Hüttenzustieg und bitte zusammen mit Erfahreneren.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte (mit Skirouten) 1 - 50000, Blatt 83, Stubaier Alpen.
VerkehrsanbindungAuf der Inntalautobahn bis Ausfahrt Zirl-Ost. Richtung Sellrain/Axamer Lizum an Kematen vorbei, dahinter links nach Axams und am Ort vorbei hinauf zum Skigebiet (evt. Schneeketten)
GastronomieTal- und Bergstation
Informationen
Variante (unten steil, mäßige Lawinengefahr). Vom Widdersberg über die Südostflanke hinab ins flache Lizumer Kar, in weitem Linksbogen abwärts um den Widdersberg und steil zwischen Erlenbüschen hinab zum Aufstiegsziehweg.
Höchster Punkt
Hoadl, 2340 m
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