Hirschbichel, 1935 m

Lange und anstrengende, gleichzeitig einsame und aussichtsreiche Skitour auf einen verschwiegenen Gipfel. Die nordseitige Abfahrt vom Gipfel zur Enningalm gehört zum Schönsten, was die Ammergauer Alpen zu bieten haben.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
563 km
1250 m
6.00 h

Aufstieg zum Hirschbichel

Vom Parkplatz an der Ochsenhütte auf dem Fahrweg im Wesentlichen nach Norden hinauf. Beim »Seelein« zweigt man nach rechts auf einen Waldweg ab, um diesem zur Rotmoosalm zu folgen, wo wieder ein Fahrweg erreicht wird. Er führt gegen Nordosten unter dem Rauhenstein und dem Hohen Ziegspitz in eine bewaldete Mulde und wendet sich im weiteren Verlauf gegen Osten, bis er den Sattel zwischen Hirschbichel und Vorderem Ziegspitz (1660 m) erreicht. Dort zieht man die Felle ab und schwingt durch die herrliche Mulde 100 Höhenmeter nach Osten hinab, hält sich im Talgrund links und geht in Spitzkehren steil auf den Hirschbichelrücken nach Norden hinauf. Etwas über 1800 Metern wird der Hirschbichel-Ostrücken erreicht. Auf ihm, vorsichtig auf Wechten achtend am Grat, ein kurzes Stück sehr schmal, zum Kreuz hinauf.

Mehrere Möglichkeiten bei der Abfahrt.

Möglich entlang der Aufstiegsspur. Aus dem Sattel aus (1660 m) kann man sich etwas links halten und unter dem Vorderen Ziegspitz durch schütteren Wald über herrliche Wedelwiesen hinunterschwingen, bis man nahe an einen Graben herankommt. Man hält sich rechts, also nördlich davon und fährt vorsichtig durch den steilen Waldhang ab, bis man wieder über schöne Wiesen zum Fahrweg hinauskommt, dem man zum Ausgangspunkt folgt.

Eine Alternative – und was für eine – ist die steile Pulverschneeabfahrt über die Nordflanke des Hirschbichels. Anfangs lässt sich die Einfahrt etwas schwer überblicken, doch hat man den breiten Latschenrücken erreicht, geht es flott auf ihm hinab. Wegen des erheblichen Lawinenrisikos sollte man nicht in die linksseitige Talmulde unter dem Krottenköpfl einschwenken, sondern im lichten Wald abfahren und beizeiten links drehen, um zu den weiten Wiesen über der Enningalm zu kommen. Ein paar Meter muss man zur malerisch gelegenen Enningalm aufsteigen und dann sich links haltend die Ski an den Waldrand heranschieben. Von dort auf einem alten Viehweg hoch über dem Bachgraben durch lichten Wald talaus zu einem Fahrweg in der Elmau. Auf ihm nahezu eine Stunde lang die Ski bis zum Rotmoossattel schieben und von dort entlang der Aufstiegsroute ins Tal zurück.

Exposition - Westen, Süden und Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour563 km
Höhenunterschied1250 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz »Ochsenhütte« an der B23, östlich von Griesen, 800 m
EndpunktParkplatz »Ochsenhütte« an der B23, östlich von Griesen, 800 m
TourencharakterViele Spuren wird man am Hirschbichel (oder Hirschbühel) nicht finden. Dafür steht der Berg einfach zu abgelegen mitten im Naturschutzgebiet Ammergauer Alpen. Die Routen sind lang, von Zwischenabfahrten und Gegenanstiegen geprägt, und wer mit dem Gelände nicht gut vertraut ist, wird sich genau orientieren müssen, damit er hinauf findet. Noch schwieriger ist die Orientierung bei der Abfahrt über die Enningalm.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 5 (Wettersteingebirge – Zugspitzgebiet)
VerkehrsanbindungMit dem Auto von Garmisch-Partenkirchen auf der B23 bis zum Ausgangspunkt
Tipps
Alternative von Burgrain herauf: Wer sich die Mühe machen will, von der Enningalm über den steilen Nordhang zum Gipfel hinaufzuspuren, kann alternativ auch von Burgrain über die Diessener Hütte aufsteigen.
Höchster Punkt
Hirschbichel, 1935 m
Tourismusbüro
Grainau, Tel.: 08821/98185–0; www.grainau.de
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