Hirschberg, 1670 m

Leichte, anfangs allerdings auf der Skipiste steil ansteigende, beliebte Skitour.
Lawinengefahr: gering (auf Variantenteilweise hoch) (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz am Brunnbichl neben dem Babylift sehr gering ansteigend nach Süden und zur Talstation des langen, ziemlich steilen, Schlepplifts. Bevor es den Lift gab, wurde diese steile Waldschneise »Kaspress« genannt. Man geht also am rechten Rand der Piste immer steiler gegen Westen hinauf und wird in der schwachen Linkskurve im oberen Bereich der Skiabfahrt ein paar Spitzkehren kaum vermeiden können. Wenn Liftbetrieb ist, bitte auf Pistenfahrer achten! Bei der Gründlhütte endet die Skiabfahrt. Der klassische Anstieg, der durch eine Waldlichtung relativ eben gegen Westen weiterführt und dann über einen steilen Sonnenhang zur Rauheckalm ansteigt, wird immer seltener durchgeführt. Deutlich einfacher ist es, am neuen Sträßchen sich rechts haltend durch den Wald in Kehren anzusteigen. Bei den Almhütten führt die Spur auf einen Höhenrücken und gegen Westen weiter. Im weiten Hang geht es durch ein paar Kehren über den meist verspurten Skihang zu einer latschenbewachsenen Hochfläche. Das ist der Vorgipfel, wo viele schon die Felle abziehen. Wir machen das nicht und lassen die Ski samt Fellen ein paar Meter abwärts rutschen, um von dort geradewegs auf das Gipfelkreuz zuzugehen.
Abfahrt.
Normalerweise entlang der Aufstiegsroute

Exposition - Osten (Varianten teilweise Süden)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied900 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTalstation des Brunnbichllifts (780 m) in Point
EndpunktTalstation des Brunnbichllifts (780 m) in Point
TourencharakterWenn auch viele Wanderer im Winter zum Hirschberg aufsteigen und so mancher Skitourengeher bisweilen bestaunt wird, als käme er vom Mond, ist und bleibt der Hirschberg einer der meistbesuchten Tourenberge in Bayern. Daran ändert auch nichts, dass Winterwanderer mit Begeisterung und ohne jede Hemmung (oder Kenntnis?) die Fellspur zertrampeln. Und wenn es fünf Skispuren nebeneinander gibt, steigen sie in jede zu Fuß hinein und ruinieren sie. Gottlob kommen die Wanderer fast ausschließlich vom Hirschberghaus herüber und berühren die Skiroute deshalb nur im letzten Abschnitt. Aber auch Skitourengeher gibt es auf dem Hirschberg in Mengen. Der Berg ist halt schnell und leicht zu erreichen; dort kann man auch alleine losgehen, denn im Notfall wird sich immer jemand finden, der Hilfe leisten kann. Bei so viel Andrang muss man normalerweise keine Spur anlegen, kann aber auch nicht mit unberührten Abfahrtshängen rechnen, es sei denn, man sucht sich eine der möglichen Alternativabfahrten aus. Jedem, der den Hirschberggipfel erreicht, bleibt eine gewaltige Gipfelrundschau vorbehalten, wer jedoch schon auf dem unbedeutenden Vorgipfel aufhört, was erstaunlich viele tun, kriegt davon fast nichts mit.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungBus ab Bahnhof Tegernsee; mit dem Auto von der A8 Ausfahrt Holzkirchen auf der B318 und der B307 über Gmund, Rottach-Egern und Scharling zum Ausgangspunkt
GastronomieHirschberghaus (liegt nicht an der Route)
Tipps
Die schönsten Abfahrtsvarianten - Bei optimalen Verhältnissen fahren sehr gute Skifahrer vom Gipfel auf der weiten Hochfläche nach Osten zurück und auf den kleinen Vorgipfel hinauf. Von dort geradeaus weiter und supersteil gegen Südosten hinab. An geeigneter Stelle links abbiegen und durch eine Waldschneise in den Talkessel unterhalb der Rauheckalm hinein. Ab dort entlang der Aufstiegsroute. Die schönste Abfahrt vom Hirschberg führt von der weiten Hochfläche östlich des Hirschberggipfels, etwa an ihrer tiefsten Stelle nach Süden steil den Hang hinab. Dort auf Jungwald Acht geben! Die Hänge lichten sich und man kommt in eine Talmulde westlich der Weidbergalm. Durch sie – mit kurzem Gegenanstieg – zur Weidbergalm hinüber. Von dort eventuell sogar noch Gegenanstieg zum Silberkopf (1540m) und von ihm wieder zur Weidbergalm hinab. Von der Alm durch pfundige Hangmulden gegen Osten weiter, noch ein paar schöne Hänge hinab und am Waldrand links abdrehen. Nun rund 20 Höhenmeter hinaufstapfen (Schlittschuhschritt, Felle lohnen sich kaum) zu einem Höhenrücken mitten im Wald. Über ihn hinweg und recht steil in eine weite Hanglichtung. Durch sie nach Osten bis zur Skipiste hinaus. Auf ihr nach Scharling hinab. Eine weitere, sehr interessante, aber anspruchsvolle Variante führt über der Rauheckalm nach links einen steilen, meist mit Pulverschnee gefüllten, Graben namens »Kalte Kuchl« nach Nordosten hinab. Nördlich des Rauhecks kommt man aus dem Graben heraus und hält sich rechts, um bald durch den Wald abzufahren. Dieser wird immer dichter, bis man bei der Holzpointalm wieder in freie Lichtungen kommt. Dort der Wegspur folgend am Bolzeck vorbei und auf die Rodelbahn. Auf ihr nach Leiten hinaus und zu Fuß durch Scharling zum Ausgangspunkt zurück.
Höchster Punkt
Hirschberg, 1670 m
Unterkunft
Hirschberghaus (liegt nicht an der Route)
Tourismusbüro
Kreuth, Tel.: 08029/1819; www.kreuth.de
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