Hirschberg, 1653 m

Die ideale Anfängerskitour beginnt mit einer Piste und endet auf einem Skitourengipfel, der Einsteigern und Könnern (Variante) eine lohnende Abfahrt bietet - ein toller Blick auf die Tegernseer Berge inklusive! (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
9 km
850 m
2.00 h
Aufstieg: Ostwärts auf der Piste durch Wald hinauf, ein schlauchartiges Flachstück weiter und in eine Senke. Leicht links haltend und etwas ansteigend zu einem meist geräumten Fahrweg und auf diesem kurz nordwärts Richtung (Unterer) Schönfeldalm durch ein Waldstück.

Im offenen Gelände dahinter rechts und über eine Piste und durch eine Mulde nordostwärts hinauf, zum Schluss in einem Linksbogen zur Schnittlauchmoosalm (1620 m). Rechts eines felsigen Sporns kurz nordwestwärts aufwärts bis zu einem Sattel und dahinter links haltend unterm Benzingspitz (1735 m) kaum ansteigend zum niedrigsten Punkt eines Kamms queren. Westwärts über diesen aufsteigen zum Jägerkamp.

Abfahrt: Entlang der Aufstiegsroute

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied850 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortRottach-Egern am Tegernsee (731 m)
AusgangspunktTalstation des Skilifts (750 m)
TourencharakterEs ist eine ihrer ersten Skitouren – noch mit einer schweren alten Bindung ohne eingebaute Steighilfe, ganz zu schweigen von dem Gedanken an Step-In-Komfort. Gleich in der Früh über die Piste ohne Spitzkehre am Steilheits- und Überdehnungslimit vor ihr hochzustieren ist natürlich nicht gerade gentlemanlike von mir. Das folgende beschauliche Tälchen kommt ihr da gerade recht zum Ausruhen. Und die Spitzkehren üben wir dann doch noch am Abschlussaufschwung zum Skigipfel. Ich spachtele Schokolade und lehne erschöpft am Steinhaufen, während sie putzmunter vor mir hockend von einer Karotte pickt: Bei mir fragen die Leute immer, wo das viele Süßzeug hängen bleibt; bei ihr frage ich mich, wie sie mit so wenig Gemüse so gut ausschauen kann. Da staubt der Pulver, und mein Atem fliegt: Scheinbar tollkühn habe ich mich in die noch unverspurte Direktabfahrt gestürzt und rausche jetzt in rhythmischen Kurzschwüngen halsbrecherisch hinab. In Wirklichkeit bin ich genau dort abgefahren, wo es mir von unten betrachtet am lawinensichersten erschien. Leichte Skitouren auch für Fortgeschrittene und Könner? Unbedingt! Wenn eine rassige Abfahrtsvariante dabei ist – oder ein geliebter Mensch. Das ist das Tolle daran: Man kann gemütlich in nach Fähigkeiten völlig durchmischter Gruppe aufsteigen, am Gipfel während ausgiebiger Gruppenrast abschätzen, ob eine Abfahrtsvariante unter den herrschenden Schnee- und Lawinensituation in Frage kommt und jeder seine ausgewählte Route hinunterschwingen. Unten kommt man ja wieder zusammen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Mangfallgebirge; Kompass-Wan-derkarte (mit Skirouten) 1:50000, Blatt 8, Tegernsee-Schliersee
VerkehrsanbindungVon München auf der A8 bis Ausfahrt Holzkirchen und auf der Land-straße zum Tegernsee. Über Rottach-Egern Richtung Kreuth/Achenpass bis Scharling-Point und rechts ab nach Point
Gastronomiekeine
Informationen
Variante (über 35°, mäßige bis hohe Lawinengefahr!). Zurück bis zum Sattel am Sporn, südwestwärts steil abfahren zur Oberen Schönfeld-alm und links haltend auf das Plateau mit dem Hüttendorf der Unteren Schönfeldalm (bewirtete Schönfeldhütte, 1410 m). Von dieser westwärts anfangs eben bis leicht ansteigend zum breiten Südrücken der Wilden Frau und westwärts hinab zur Piste. Auf dieser, am besten unter der Gondeltrasse abkürzend, zum Parkplatz.
Höchster Punkt
Hirschberg, 1653 m
Unterkunft
keine
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