Hinteres Hörnle, 1548 m

Sehr einfache und recht beliebte Skitour auf überwiegend freien, sonnigen Hängen.
Lawinengefahr: gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
12 km
640 m
2.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Gleich über dem Ausgangspunkt erreicht man den Weiler Kappel, der sich rund um die historische Kirche gruppiert. Nur gering ansteigend führt die fast immer gespurte Route über freie Wiesenhänge hinauf und präsentiert interessante Blicke ins Ammergebirge, wo der markante Kamm zwischen Teufelstättkopf und Klammspitze dominiert. Im weiteren Anstieg wird diese Schau immer großartiger. Es geht gemütlich nach Nordosten über weitgehend freie Hänge hinauf, bis die Spur auf etwa 1200 Meter Höhe links schwenkt und in dichten Fichtenwald eintaucht. Im Wald wird es zwar etwas enger, aber nicht schwierig. Bald kommt man auf eine schöne Lichtung, die der Länge nach in leichtem Auf und Ab durchquert wird. Dann führt die Spur wieder in dichten Wald. Dort wird es auf ein paar steilen Metern etwas unangenehm, denn man muss in scharfen, steilen Kehren zackig hinauf. Gleich darauf geht es aus dem Wald heraus und über einen kurzen, freien und nicht sehr steilen Hang zum Gipfelkreuz am Mittleren Hörnle (1496 m) hinauf. Dort hören zwar viele Tourengeher auf, doch gibt es eine nette Dreingabe im Programm. Wer noch Zeit hat, kann vom Mittleren Hörnle etwa 70 Höhenmeter gegen Osten abfahren und aus dem Sattel neben der Hörnlealm zum Hinteren Hörnle aufsteigen. Das kostet gerade eine gute halbe Stunde zusätzliche Zeit, aber die schönen Skihänge lohnen den Aufwand.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute

kindgerecht
Exposition - Südwesten und Westen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied640 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKappel, gebührenpflichtiger Parkplatz (895 m)
EndpunktKappel, gebührenpflichtiger Parkplatz (895 m)
TourencharakterVon Bad Kohlgrub führt eine Seilbahn fast bis zum Vorderen Hörnle (1484 m) hinauf. Pistenfreaks finden am so genannten Stockhang dort oft erstaunlich gute Bedingungen. Der Grund ist in der nordexponierten Lage zu suchen. Weniger ideale Verhältnisse bietet normalerweise die Skitourenroute zum Hörnle, denn sie verläuft von Kappel über einen südwestseitig geneigten Rücken, der stark der Sonne ausgesetzt ist. Man braucht also eine üppige Schneelage, wenn man mit Fellen auf das Hörnle und ohne Scharten im Skibelag wieder hinuntergelangen will. Diese gibt es in diesen relativ bescheidenen Höhen meist nur im Früh- oder Hochwinter. Wenn aber die Bedingungen passen, dann ist diese kleine Tour etwas für Genießer, von denen am Hörnle nicht wenige zu finden sind.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 179 (Pfaffenwinkel – Schongauer Land)
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Garmisch-Partenkirchen bzw. Bahnverbindung bis Unterammergau; mit dem Auto über Murnau und Saulgrub oder von Oberau über den Ettaler Sattel
GastronomieHörnlehütte (fast ganzjährig geöffnet)
Tipps
Variante nach Großenast. Eine bei hoher Schneelage sehr lohnende Abfahrtsvariante führt vom Gipfel des Hinteren Hörnles nach Norden über freie Hänge zum Elmauberg hinab. Dort, nach kurzem Gegenanstieg etwas links halten und auf dem Sommerweg durch stellenweise dichten Wald zu einer Fahrstraße hinab. Auf ihr links, durch einen Bachgraben und in freien Wiesen, zwischendurch etwas steiler, nach Norden weiter und nach Großenast hinaus. Auf der Piste von Bad Kohlgrub herauf: Die leichteste Route aufs Hörnle beginnt in Bad Kohlgrub und verläuft im Wesentlichen entlang der Skipiste über schneesichere Schattenhänge zum Vorderen Hörnle (1484 m) und weiter aufs Mittlere Hörnle.
Informationen
Auch für Kinder. Selbst die Kleinen (ab etwa 10 Jahren) werden an dieser netten Skitour Freude finden, wenn sie einigermaßen fit sind. Man kann ihnen ja den Gegenanstieg aufs Hintere Hörnle schenken und schon am Mittleren Hörnle aufhören…
Höchster Punkt
Hinteres Hörnle, 1548 m
Unterkunft
Hörnlehütte (fast ganzjährig geöffnet)
Tourismusbüro
Unterammergau, Tel.: 08822/6400; www.unterammergau.de
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