Hintere Steinkarspitze (2215 m)

Fahrwege, freies Tourengelände und etwas Wald. Die Route ist im Talgrund des Rotbachs bisweilen von Lawinen bedroht. Vor allem die gegenüberliegenden Steilhänge unter der Kelmer Spitze stellen eine Gefahr dar. Das Risiko kann von den Druckwellen bei Staublawinen oder von Großlawinen ausgehen, die den Gegenhang hinaufgeschoben werden. Über der Waldgrenze zeigt sich die Hintere Steinkarspitze als sehr schöne Skitour mit einem ziemlich langen und steilen Gipfelhang.
Exposition - Osten / Lawinengefahr: Nach Schneefällen hoch! (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Wie die etwas einfachere Tour zum Galtjoch, so beginnt auch der Aufstieg zur Hinteren Steinkarspitze erst einmal mit einer Abfahrt. Vom Ausgangspunkt geht es gleich rund 100 Höhenmeter auf steilen Wiesenhängen zur Brücke über den Rotbach. Dann auf einem schmalen Fahrweg über der wilden Rotbachschlucht nach Süden gering bergauf. Das Sträßchen verzweigt sich südlich der Almsiedlung Rotbach. Dort in der gleichen Richtung weiter talein, bei der Wegverzweigung links und den Talgrund nach rechts in ein Seitental verlassen. Die Spur führt durch Strauchwerk und dem Sommerweg folgend nach links wieder aus dem Seitental heraus. Ein kurzes Stück geht es im Wald dahin und anschließend in eine ausgedehnte Lichtung hinein. Unter der Raaz-Galtalpe präsentiert sich ein eindrucksvoller Ausblick: das herrliche Panorama des Bergrückens zwischen Vorderer Steinkarspitze und Knittelkarkopf. Man hält nun auf das Kelmer Jöchl zu, schwenkt aber beizeiten etwas rechts und in den steilen Gipfelhang hinein. Über diesen mühsam in Kehren zum höchsten Punkt hinauf.
Abfahrt.
Entlang einer der Aufstiegsrouten mit Kraft raubendem Gegenanstieg zum Schluss der Tour.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied1080 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz an der Fahrstraße etwa 500 m südlich von Rinnen (1271 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterSkitouren in den Lechtaler Alpen sagt man nicht ohne Grund nach, dass sie rassig und stark von Lawinen bedroht sind. Die Tour auf die Hintere Steinkarspitze ist zwar nicht ganz so wild, wie die Lechtaler Alpen mit ihren steilen Grashängen allgemein vermuten lassen, aber ganz leicht ist sie auch nicht. Sie zählt zwar insgesamt noch zu den harmloseren in diesem Gebirge, ist aber doch nur Tourengehern zu empfehlen, die schon etwas Erfahrung im freien alpinen Gelände haben, bei Aufstieg und Abfahrt sicher auf den Bretteln stehen und sich mit den alpinen Risiken befasst haben. Der Berg steht in der Liegfeistgruppe, deren bekanntester Skitourengipfel das benachbarte Galtjoch ist. Von diesem viel besuchten Skigipfel zieht sich ein rassiger Grat hin, der über Vordere und Hintere Steinkarspitze zum Knittelkarkopf und zur Knittelkarspitze hinüberführt. Unser Ziel, die Hintere Steinkarspitze, ist nicht besonders markant, aber skifahrerisch sehr lohnend. Auch die weite Rundschau hat ihre Reize. Sie reicht in die Allgäuer Alpen hinein, wo der scharfe, dunkle Zahn des Hochvogels auffällt, rundum in die Lechtaler Alpen und ins Wettersteingebirge mit der markanten Zugspitze hinüber.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 4 (FüssenAußerfern)
VerkehrsanbindungBahnverbindung von Garmisch-Partenkirchen oder Füssen nach Bichlbach-Berwang, von dort Busverbindung; mit dem Auto von Füssen über Reutte oder von Garmisch-Partenkirchen über Lermoos nach Bichlbach und von dort nach Rinnen
Tipps
Über das Kelmer Jöchl Bis zum Kelmer Jöchl (1852 m) kann man auch steil gegen Norden durch Wald und Lichtungen von Kelmen (Gasthof Wetterspitze) aufsteigen. Allerdings ist auf dieser Variante vom Kelmer Jöchl eine Zwischenabfahrt erforderlich, die man auf dem Rückweg auch wieder hinauf muss. Bei der oben vorgestellten Route, die in Rinnen beginnt, hat man diese Abfahrt gleich zu Beginn der Tour.
Unterkunft
Gasthäuser und Hotels in Rinnen
Tourismusbüro
Berwang, Tel.: +43(0)5674/8268; www.tirol.at/berwang
Tags: 
Mehr zum Thema