Hintere Jamspitze

Schöne, relativ einfache Gletschertour über einen nicht ganz spaltenfreien Gletscher. Lawinengefahr: Vor allem der Hüttenanstieg durch das Jamtal ist stark lawinengefährdet und erfordert sichere Verhältnisse. Beim Gipfelanstieg lediglich im Talboden und am Gipfelaufbau gefährdet. Tageszeitliche Erwärmung bei der Abfahrt von der Hütte beachten. (Autor: Janina und Markus Meier)
15 km
1600 m
7.00 h
Zur Jamtalhütte.
Vom südlichen Ortsende in Galtür (1584 m) gehen wir auf der Fahrstraße ins Jamtal. Auf ungefähr der Hälfte der Strecke passieren wir die Scheibenalm (1833 m). Die Straße führt immer entlang des Baches bis unterhalb der Hütte. Auf knapp über 2100 Metern biegen wir nach links ab und gelangen zur nahen Jamtalhütte (2165 m). Der Weg quert einige Lawinenstriche, die vor allem bei tageszeitlicher Erwärmung kritisch sein können.
Zum Jamferner.
Am nächsten Morgen fahren wir zuerst wieder zurück ins Jamtal. Dabei sollte man unbedingt der Ausschilderung folgen und nicht schräg, entlang der Moräne, ins Tal fahren (bereits Lawinenunfälle). Wir gehen im flachen Talboden taleinwärts bis zu einer Felsstufe. Diese können wir sowohl rechts als auch links umgehen. Nun geht es nochmals relativ flach weiter bis zum Beginn des Gletschers.
Zum Gipfel.
Nachdem wir den Gurt angelegt haben, betreten wir den relativ flachen Gletscher und steigen östlich von ein paar Felsen (auf der Karte noch nicht eingezeichnet!) Richtung Süden bis kurz vor die Fuorcla da Urezzas. Hier drehen wir in einem weiten Bogen nach rechts in Richtung Jamjoch (3078 m), das wir über einen kurzen steileren Hang erreichen. Nach Süden steigen wir über den abschüssigen Schlusshang zum Gipfel der Hinteren Jamspitze (3178 m). Die Aussicht ist phantastisch. Gleich gegenüber steht die Dreiländerspitze mit ihrem exponierten Kreuz, daneben der Piz Buin, und dazwischen lugt das Silvrettahorn hervor. Weiter im Westen steht die eindrucksvolle Pyramide des Piz Linard, des höchsten Silvrettagipfels. Im Süden reicht der Blick vom Ortler über den Piz Palü bis zum Piz Bernina.
Abfahrt.
Über den Jamferner fahren wir zurück ins Jamtal. Da der Gletscher sehr weitläufig ist, bietet er viele Möglichkeiten zum Ziehen eigener Spuren. Bei guten Verhältnissen kann man auch über das steilere Stück unter der Vorderen Jamspitze abfahren. Die Abfahrt durch das Jamtal sollte rechtzeitig angegangen werden. Bei zu starker tageszeitlicher Erwärmung empfiehlt es sich, noch eine Nacht auf der Hütte zu bleiben und am nächsten Morgen abzufahren.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1600 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortGaltür
AusgangspunktGaltür (1584 m)
EndpunktGaltür (1584 m)
TourencharakterBereits beim Zustieg durch das Jamtal zur Hütte grüßt uns der Jamtalferner mit seinen weiten Gletscherflächen. Überragt wird er von den beiden Jamspitzen. Die Hintere Jamspitze (3178 m) ist der leichtere der beiden Gipfel und wird deshalb häufiger als die Vordere Jamspitze bestiegen.
Hinweise
Gehzeit. Galtür-Jamtalhütte 3.15 Std., Jamtalhütte-Hintere Jamspitze 4 Std.
KartentippAlpenvereinskarte 1:25 000, Blatt 28 Silvretta (Skitouren)
VerkehrsanbindungVon der Inntalautobahn von Pians durch das Paznauntal bis Galtür. Parken im Ort oder am Eingang ins Jamtal (beschränkte Parkmöglichkeiten).
GastronomieJamtalhütte (2165 m), Mitte Februar bis Mitte Mai, Tel. 0043/(0)5443-84 08, www.jamtalhuette.at
Höchster Punkt
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