Herzogstand, 1731 m

Die bei den Münchnern wegen ihres relativ hohen Ausgangspunkts und der sicheren Schneelage im oberen Kessel beliebte Skiroute führt größtenteils über eine Piste, die bisweilen gewalzt wird und am Wochenende meist etwas Skibetrieb hat. Der eigentliche Gipfel (viele Latschen) verlangt 100 Hm mehr Anstieg.
Exposition: Ost, Nord / Lawinengefahr: gering bis mäßig (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
10 km
800 m
2.00 h
Aufstieg.
Von der Passhöhe auf der westlichen Seite (Bushaltestelle) auf einem Fahrweg süd- und westwärts kaum ansteigend unter eine Stromleitung queren (links Piste hinunter nach Urfeld). Die Piste südwestwärts hinauf, durch eine Senke oder diese links umgehend zu einem Flachstück und aufwärts weiter. Vorm Alple links (ca. 1130 m), auf der Piste südwärts hinauf und südlich des Rauchkopfs westwärts zum Beginn des freien Nordostkessels der Herzogstandgruppe queren. Links kurz einen steilen Rücken hinauf, auf der Pistenschneise südwestwärts unter einen freien Hang queren (selten Lawinengefahr) und durch eine steile Mulde kurz hinauf zum Herzogstandhaus (1575 m). Tiefschneefahrer wenden sich davor links (ostwärts) und queren ansteigend auf einer Walzenspur, bis sie vor der Bergstation eines Schlepplifts rechts kurz zu der Kapelle des Fahrenbergs hinaufsteigen (1627 m; Skigipfel).
Varianten am Herzogstand-Hauptgipfel (für Erfahrenere bei viel Schnee) -
A) Vom Herzogstandhaus nordwestwärts über den nordostseitigen Steilhang unterm Martinskopf ansteigend in den Sattel (ca. 1610 m) unterm Gipfel des Herzogstands queren (große Lawinengefahr!).
B) Vom Beginn des freien Nordostkessels auf ungeräumtem Fahrweg kurz westwärts weiter zur Schlehdorfer Alm und am Fuß des Herzog-stands südwestwärts zur relativ flachen Mulde zwischen diesem und dem Martinskopf. Rechts ab und durch die Mulde westwärts hinauf zum Sattel unterm Gipfel des Herzogstands (mäßige Lawinengefahr; direkte Route). Gemeinsam: Vom Sattel nordwärts über einen Rücken relativ steil hinauf zum Pavillon am Hauptgipfel.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied800 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortKochel am See (605 m)
AusgangspunktParkplätze auf beiden Seiten des Kesselbergpasses (850 m)
TourencharakterDer Herzogstand ist der überlaufene »Geheimtipp« schlechthin im bayerischen Oberland. Er hat schon im Frühwinter genug Schnee, der ab Weihnachten von Pistenbullys zu einer festen Unterlage planiert wird. Die wenigen Wochenendskifahrer und Snowboarder stören beim Aufstieg kaum, während gute Tiefschneefahrer ihnen bei der Abfahrt vom naturbelassenen Skigipfel gehörig die Schau stehlen. Der Hauptgipfel ist allerdings etwas für Spezialisten, und das nur bei viel Schnee.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Karwendelgebirge; Kompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 6, Walchensee-Wallgau-Krün
VerkehrsanbindungAuto - Von München auf der A95 bis Ausfahrt Murnau, links nach Kochel, dort Richtung Mittenwald/Innsbruck und über den Kesselberg bis zur Passhöhe. ÖV: Mit der Bahn von München über Murnau nach Kochel und per Bus Richtung Krün bis Passhöhe/Herzogstand.
GastronomieHerzogstandhaus (1575 m), privat, bew. 2. Dezember bis 12. November, 63 Schlafplätze, Tel. (0049)(0)8851/234
Informationen
Variante Skigipfel. Nordwärts links des Schlepplifts frei hinunter zur querenden Piste/Aufstiegsspur und in dieser weiter oder unterm Lift kurz sehr steil weiter in eine Mulde (Talstation) und rechts queren zur Aufstiegsspur. Variante Herzogstand-Hauptgipfel (für erfahrene Skifahrer bei viel Schnee; hohe Lawinengefahr!): Vom Pavillon am Grat abwärts zum Gipfelkreuz und südostwärts eine der Steilrinnen und -flanken darunter hinab (bis zu 300 Hm) oder weiter bis zum ungeräumten Fahrweg von B) in den Kessel.
Höchster Punkt
Herzogstand, 1731 m
Unterkunft
Herzogstandhaus (1575 m), privat, bew. 2. Dezember bis 12. November, 63 Schlafplätze, Tel. (0049)(0)8851/234
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