Heimgarten, 1790 m

Auf- und Abstieg sind lang. Die Ski muss man gut beherrschen können. Vorsicht auch auf Wechten am Gipfelgrat! Wer jedoch gute Bedingungen erwischt, wird von dieser Tour begeistert sein.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
75 km
1060 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Auf dem Forstweg (Rodelbahn) gegen Südosten gemütlich in den Wald hinauf, bei der Straßenverzweigung am Leonhardstein rechts halten und an geeigneter Stelle steil und eng in vielen Kehren auf dem Sommerweg eine Hangkante hinauf, bis man in schönen, schütteren Jungwald kommt. Dort steht auf einer Lichtung die Bärenfleckhütte. An ihr vorbei und gegen Süden auf freien Wiesenhängen in die Mulde östlich des Rauhecks hinauf. Dann schwenkt die Route links ab, und man plagt sich über steile Hänge und durch einige lawinenbedrohte Rinnen in der Nähe des Sommerwegs zur Gratschulter nordöstlich des Rauhecks hinauf. Auf diesem Rücken links weiter und knapp unter dem Gipfel rechts haltend, um den letzten Aufschwung zum Gipfelkreuz zu bewältigen.
Verwegene Individualisten spuren mühsam auf dem Klammweg neben der Kaltwasserlaine hinauf und müssen bisweilen aufpassen, dass sie nicht in den Bach fallen. Dann kommen ein paar steile Spitzkehren im Wald, bis in der Nähe der Bärenfleckhütte die normale Aufstiegsroute erreicht wird.
Abfahrt.
Möglich, aber nicht besonders lohnend, wäre die Abfahrt entlang der Aufstiegsroute. Viel interessanter ist die Abfahrtsroute vom Gipfel ein Stück gegen Norden in den ersten Sattel hinab und ein paar Meter hinauf, bis man nach rechts in einen Steilhang hineinschwingt. Durch ihn stramm hinunter auf das Rauchköpfl zuhaltend. Noch vor dem Rauchköpfl nach links in eine enge Mulde hinein und durch ein paar Bachgräben (Vorsicht Lawinen!) zur weiten Lichtung der Käseralm. Man schiebt die Brettel über den Almboden und kann gleich bei der Alm links abbiegend gegen Osten in sehr geringem Gefälle auf dem Sommerweg durch den Wald hinabrutschen, bis die Aufstiegsroute erreicht ist. Oder man fährt von der Alm noch nach Norden ab und passt auf, dass man die Wegabzweigung nördlich des Käserberges nach links nicht verpasst, damit man wieder die Aufstiegsroute erreicht, der man zum Ausgangspunkt folgt.

Exposition - Nordwesten bis Nordosten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour75 km
Höhenunterschied1060 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz am südöstlichen Ortsrand von Ohlstadt (730 m) beim Ende der Heimgartenstraße
EndpunktParkplatz am südöstlichen Ortsrand von Ohlstadt (730 m) beim Ende der Heimgartenstraße
TourencharakterDie Tour auf den Heimgarten galt mal als besondere Spezialität. Das hat sich grundlegend geändert. Wer Pech hat, findet sogar pistenähnliche Verhältnisse vor, wenn die Bedingungen an diesem bayerischen Voralpengipfel gut sind. Man braucht einen soliden, hoch liegenden, aber sicheren Schnee. Im Wald muss er ausreichen, um einigermaßen ordentlich aufsteigen zu können, und die rassige Abfahrt, die nordseitig oft pulvrig ist, muss lawinensicher sein.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 6 (Walchensee – Wallgau – Krün)
VerkehrsanbindungBahnverbindung ab München; mit dem Auto auf der A95 (München – Garmisch-Partenkirchen) bis Ausfahrt Ohlstadt und von dort zum Ausgangspunkt
GastronomieHeimgartenhütte am Gipfel
Tipps
Nach Schlehdorf hinaus. Wer nach Schlehdorf hinaus will, muss vor dem Rauchköpfl rechts abbiegen und im Kar bleiben, durch das es weiterhin gegen Nordosten flott hinausgeht. Man kommt dann in sehr steile Hänge hinein und folgt Fahrwegen nach Schlehdorf hinaus, wo man genau beim Klosterbräu die Autostraße erreicht.
Höchster Punkt
Heimgarten, 1790 m
Unterkunft
Heimgartenhütte am Gipfel
Tourismusbüro
Ohlstadt, Tel.: 08841/7480; www.ohlstadt.de
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