Halserspitz, 1863 m

Sehr selten durchgeführte Skitour auf einen einsamen, großartigen Aussichtsberg. Auch die Routenfindung ist nicht einfach, deshalb braucht man ein sicheres Orientierungsvermögen. Gefahr von Wechten auf dem Gipfelgrat! Unbedingt so früh aufbrechen, dass man spätestens um 10 Uhr vormittags im Firn abfahren kann! Die freie, weite Gipfelflanke ist rund 30 Grad steil.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
7 km
900 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz auf der Ampelsbachtalstraße zunächst eben, dann allmählich gering ansteigend nach Norden Richtung Gufferthütte hinauf. Nach einer knappen Stunde wird hinter der Brücke am Ampelsbach eine Straßenverzweigung erreicht (Kotierungspunkt 1144 m). Dort links weiter und knapp 100 m weiter hinten nach rechts in lichten Wald abzweigen. In einem Graben spurt man nach Norden hinauf, um weiter oben in einen Stockhang und zu einem Fahrweg zu kommen. Das Sträßchen queren, wieder in den Wald hinein und am Rand des Waldes zu einer idyllischen Jagdhütte. Nun über mäßig geneigte, freie Hänge zur Schönleitenalm. Dort rechts schwenken, gegen Osten durch lichten Wald sehr gering ansteigend weiter und zwischendurch sogar etwas abwärts. Dann unter einem Felsenband durch einen lawinengefährlichen Hang und zur beschilderten Wegverzweigung »Gufferthütte – Halserspitz«. An der Verzweigung links abdrehen und im Wesentlichen dem Sommerwegverlauf nach Nordwesten über den langen, steilen Gipfelhang folgen. Dabei auf das Gelände achtend die sicherste Route auswählen, sonst wird es zu steil. Schließlich kommt man östlich des Karspitz auf den Gipfelgrat, über den man die letzten Meter sorgfältig auf Wechten achtend zum Kreuz hinübergeht.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute. Wer mit dem Gelände gut vertraut ist, wird viele Abfahrtsvarianten finden.

Exposition - Süden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied900 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz der Gufferthütte (963 m) am Eingang ins Ampelsbachtal
EndpunktParkplatz der Gufferthütte (963 m) am Eingang ins Ampelsbachtal
TourencharakterMit Ski wird der Halserspitz kaum bestiegen. Nur hin und wieder kommen ein paar Extremwanderer mit ihren Schneereifen herauf. Von der bayerischen, also der Nordseite her, wie das im Sommer üblich ist, geht mit Bretteln nichts. Wenn überhaupt, kann man sich im Winter nur von der Tiroler Seite, also von Süden dem Berg nähern. Da kaum jemand unterwegs ist, wird man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf sich selbst gestellt sein und mühsam eine Spur anlegen müssen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Bahnhof Lenggries; mit dem Auto von der Achentalstraße Richtung Steinberg zum Ausgangspunkt
GastronomieLudwig-Aschenbrenner-Haus (Gufferthütte); liegt nicht unmittelbar an der Route
Tipps
Alternative. Stellt sich im Ampelsbachtal heraus, dass die Lawinensituation doch nicht absolut stabil ist, kann man am Kotierungspunkt 1144 m umdisponieren und über die Ludernalm zum Schneidjoch (1811 m) aufsteigen. Diese ebenfalls einsame Tour ist ziemlich lawinensicher und dank weiter Schattenhänge auch sehr schneesicher.
Höchster Punkt
Halserspitz, 1863 m
Unterkunft
Ludwig-Aschenbrenner-Haus (Gufferthütte); liegt nicht unmittelbar an der Route
Tourismusbüro
Steinberg am Rofan, Tel.: 0043/5246/5300; www.achensee.com/steinberg
Tags: 
Mehr zum Thema