Grünsteinscharte, 2272 m

Anfangs einfache Tour auf Forstwegen bzw. in weiten Waldlichtungen. Über dem Lehnberghaus werden Anstieg und Abfahrt immer steiler und der Schlussakkord verlangt solide Spitzkehrentechnik beim Aufstieg. Die Abfahrt durch die lange Höllreiße darf sich nur zutrauen, wer seine Ski zuverlässig beherrscht. Eigentlich ist diese Tour nur bei sicherem Firn anzuraten.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Weiler Arzkasten auf der Rodelbahn gering ansteigend nach Nordwesten und schon bald in den Wald hinein. Der Fahrweg schwenkt nach Nordosten ab und verzweigt sich. Dort rechts und in einer weiten Lichtung auf der Rodelbahn ansteigen. Zwei Mal kann man die Rodelbahn nach links verlassen und den Anstieg etwas abkürzen. Schließlich wird das Lehnberghaus erreicht. Vom Unterkunftshaus nach Norden weiter, ziemlich eben auf einem Forstweg in das Lehnbergtal hinein und in kaum merklichem Rechtsbogen zur Hölle, 1780 Meter. Dort wird es steil. Die sonnige Höllreiße, die sich zwischen Gamsanger und Grünstein nach Norden aufschwingt, täuscht den Betrachter. Denn was so kurz und schnell erreichbar aussieht, zieht sich fast 500 Höhenmeter hin und im obersten Stück schwingt sich der Hang ziemlich auf, bis in der engen Grünsteinscharte die Skitour endet.
Abfahrt.
entlang der Aufstiegsroute

Exposition - Süden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1130 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortHolzleithen, 1087 m.
AusgangspunktGasthof Arzkasten, 1151 m
TourencharakterIn der Grünsteinscharte wird beinahe der höchste Punkt auf der langen Skitour Grünsteinumfahrung erreicht. Diese Modetour, die in Biberwier (oder im Marienbergsattel) beginnt und in Ehrwald endet, hat allerdings ein paar Schönheitsfehler. Außer einem ständigen Auf und Ab und einer längeren Abfahrt auf übervölkerter Skipiste muss man in Kauf nehmen, dass der Endpunkt vom Start weit entfernt liegt. Am meisten wird den ambitionierten Tiefschneespezialisten allerdings stören, dass er den schönsten Hang zwar hinaufspuren, aber niemals hinunterwedeln kann. Anders bei der hier vorgestellten Route. Paradestück dieser Tour ist die Höllreiße, die angesichts der landschaftlichen Eindrücke und der Steilheit des Hangs ihrem Namen alle Ehre macht. Diese schöne Tour bleibt also guten Skifahrern bei stabilen Verhältnissen vorbehalten.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 25 (Ehrwald – Lermoos – Mieminger Kette)
Verkehrsanbindungaus dem Inntal oder über Fernpass – Nassereith und von der B 189 westlich des Holzleithensattels zum Weiler Arzkasten abbiegen (gebührenpflichtiger Parkplatz)
GastronomieLehnberg- haus, 1554 m (fast das ganze Jahr über offen)
Tipps
Gemächlich auf die Wankspitze. Weitaus öfter als in die Grünsteinscharte wird vom Lehnberghaus auf die 2209 m hohe Wankspitze aufgestiegen. Diese Route, die über die Lacke beschaulich auf den harmlosen, sonnigen Skiberg führt, verlangt ab dem Lehnberghaus rund 2 Std. Aufstiegszeit. Die Abfahrt verläuft entlang der Aufstiegsroute.
Höchster Punkt
Grünsteinscharte, 2272 m
Unterkunft
Lehnberg- haus, 1554 m (fast das ganze Jahr über offen)
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