Gröbner Hals (Skihörndl), 1654 m

Nicht sehr anspruchsvolle, beliebte und weitgehend schneesichere Skitour für (fast) jedes Wetter. 
Lawinengefahr: sehr gering
(Autor: Siegfried Garnweidner)
15 km
700 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom großen Parkplatz am Eingang in das Unterautal schiebt man die Brettel erst einmal am Fahrweg neben dem Unteraubach und der Loipe ziemlich flach taleinwärts. Man kommt an der Geschiebesperre vorbei und nach rund 1/2 Stunde zur Hütte und zum Wendeplatz auf 1018 Meter Höhe. Dort endet die Schneeräumung. Nun dem Fahrweg in ein paar Kehren anfangs gegen Norden, dann gegen Westen zum Weiderost nordöstlich der Hochstegenalm folgen. Dort verzweigt sich der Fahrweg. Rechts halten und am oberen Straßenast über der Alm in der gleichen Richtung weiter, wieder durch ein paar Kehren und am Bach scharf links abzweigen. Gegen Süden in einen freien Hang und dort rechts abbiegend den Fahrweg verlassen. Nun wieder nach Westen hinauf, am Regenmesser vorbei und in breiter Waldschneise auf die weiten, flachen Hänge der Gröbenalm. Geradeaus talein, unmittelbar vor den Almgebäuden eine Lawinenrinne queren und etwas steiler in den rechten Einschnitt zwischen Rether Kopf und dem so genannten Skihörndl hinein. Im weiten Sattel links und die letzten Meter zum Skihörndl hinauf.
Abstieg.
Entweder entlang der Aufstiegsroute oder auf einer der folgenden Varianten: Vom Gipfelchen nach Süden in den Gröbner Hals hinunter (meist schlechter Schnee) und an geeigneter Stelle links abzweigen. Dann durch schattige Pulverschneehänge bis etwa zur Höhe der Gröbenalm hinab. Dort links halten und kurz zur Aufstiegsroute ansteigen. Auf ihr bis zum Fahrweg hinunter. Nun entweder kurz rechts und durch eine Waldlichtung hinab, bei deren Verengung rechts am Fahrweg weiter, gleich darauf links und über (oder durch) den Bach zur Hochstegenalm. Von der Alm den Fahrweg anfangs noch abwärts, dann ein paar Meter zur Aufstiegsroute hinauf. Auf ihr zurück. Man kann auch beim Fahrweg unter dem Regenmesser links abzweigen und rund 200 Meter weit dem Sträßchen folgen, um dann nach rechts abzubiegen. Nur kurz geht es durch dichten Wald und dann flott durch eine steile Lichtung zu einer Jagdhütte hinunter. Unmittelbar vor ihr rechts, über den Bach und zur oben geschilderten Abfahrtsvariante.

Exposition - Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied700 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAchenkirch, 916 m. Parkplatz am Eingang ins Unterautal (beim Christlumlift), 945 m
TourencharakterWäre nicht ein kleiner, fast unbedeutender Mugel neben dem Gröbner Hals, den irgendjemand mal als Skihörndl bezeichnet hat, würde man auf dieser schönen Tour normalerweise keinen Gipfel erreichen. Das eigentliche Ziel ist der Gröbner Hals. Als Hals werden in diesem Tiroler Gebiet Sättel oder Joche bezeichnet. Der Kenner wundert sich immer wieder, wie schneesicher die Hänge östlich des Gröbner Halses sind, wie pfundig der Pulverschnee östlich des Sattels ausfällt, wie wenig Skitouristen diesen Klassehang verspuren und wie lawinensicher die gesamte Tour ist. Nur eine Stelle, unmittelbar vor der Gröbenalm, gibt es am ganzen Berg, an der ich bei vielen Touren im Lawinenwinter 1999 einen Lawinenkegel gesehen habe, und die ist unmittelbar neben der Gröbenalm in einem tiefen Graben, den man beim Aufstieg queren muss. Ein paar kleine Schönheitsfehler hat diese Tour allerdings doch. Da gibt es erst einmal ein sehr flaches Straßenstück durch das Unterautal, das im Winter für Spaziergänger und Pferdeschlitten bisweilen so heftig geräumt wird, dass der Straßenkies durchkommt. Und bis über die Hochstegenalm steigt man auf Fahrwegen auf. Die Abfahrt ist allerdings interessanter. Nur die Bachquerung kurz vor der Alm, die man sich nur bei der Abfahrt antun muss, hat bei sensiblen Naturen und grimmiger Vereisung schon mal Tränen gekostet …
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 27 (Achensee – Rofangebirge)
Verkehrsanbindungvom Sylvensteinsee, dem Achenpass oder aus dem Inntal über die Kanzelkehre durch das Achental bis Achenkirch
Gastronomieauf der Route keine Möglichkeit
Tipps
Weitere Ziele. Bei allerbesten Bedingungen kann man vom Skihörndl nach Norden in den Südhang unter dem Rether Kopf einbiegen und enorm steil (und lawinengefährlich) zur Wechte zwischen Rether Kopf und Rether Joch ansteigen. Vom Sattel entweder links zum Rether Joch, 1926 m, oder nach rechts zum Rether Kopf (ebenfalls 1926 m) hinauf. Eine weitere beliebte Variante führt beim Aufstieg noch vor der Gröbenalm nach rechts auf den Gratrücken östlich des Rether Kopfs und endet etwa auf der Höhe von 1700 m.
Höchster Punkt
Gröbner Hals (Skihörndl), 1654 m
Unterkunft
auf der Route keine Möglichkeit
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