Gröbner Hals, 1650 m

Sehr einfache Einsteigertour. Oberhalb der langen Fahrstraße führt sie durch eine bezaubernde Gebirgslandschaft. Keine steilen Hänge, aber interes-sante Variationsmöglichkeiten, die etwas anspruchsvoller sind.
Exposition: Ost / Lawinengefahr: bei normalen Bedingungen und vernünftiger Routenwahl gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
13 km
740 m
2.00 h
Aufstieg.
Zuerst einmal geht man vom Parkplatz am Eingang in das Unterautal den langen Fahrweg nahezu eben gegen Westen oberhalb des Unteraubachs dahin. Auf dieser Straße finden organisierte Pferdeschlittenfahrten statt, deshalb wird sie geräumt. Wenn sehr wenig Schnee liegt, muss man dort sogar die Ski tragen, oder man weicht auf die Wiesen neben der Straße aus, wo die Langlaufloipe verläuft. Nach einer guten halben Stunde erreichen wir schließlich einen Holzplatz. Nun ist die Straße nicht mehr geräumt. In der freien Wiese am Holzplatz zweigen wir auf einem weiteren Fahrweg rechts ab und folgen ihm in Kehren zur nächsten Abzweigung. Dort kann man links auf einen schmalen Waldweg ausweichen und auf ihm oberhalb der Schlucht des Unteraubachs im Wald zur Hochstegenalm aufsteigen. Bequemer ist es, auch bei der Wegabzweigung dem Sträßchen zu folgen, das sich vor der Hochstegenalm verzweigt. Man kann nun den Fahrweg weitergehen oder links, knapp 10 Höhenmeter abwärts und dann moderat ansteigend, zur Hochstegenalm (1159 m). Gleich hinter der Alm ist ein Bach zu queren. Das kann recht einfach sein. Bei hohem Wasserstand und wenig Schnee wird die Sache jedoch brenzlig. Sind wir schließlich am jenseitigen Ufer angekommen, drehen wir rechts ab und steigen im Wald, der sich bald lichtet, gegen Westen auf, bis wir in der Nähe eines Niederschlagsmessers wieder die Straße und die Aufstiegsalternative erreichen. Die Spur führt nun in der gleichen Richtung weiter und bringt uns in die freien Hänge der Gröbenalm (oder Gröbner Alm). In unmittelbarer Nähe der Alm können bei sehr ungünstigen Bedingungen durch tiefe Rinnen aus den steilen Hängen des Rether Kopfs bedrohliche Lawinen abgehen. Von der Alm folgen wir dem weiten Talgrund – immer auf dessen rechter Seite – bis in ein Joch unter dem Rether Kopf. Dort halten wir uns links und steigen die allerletzten Meter steil zu einem kleinen Mugel auf. Damit ist das Ziel erreicht.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute. Noch schöner als entlang der Aufstiegsroute abzufahren ist es, vom höchsten Punkt der Tour zunächst nach Südosten auf die Sonntagsspitze zuzufahren. Im weiten Sattel hält man sich links (Vorsicht, dort kann es große Wechten geben) und schwingt auf der südlichen Seite des breiten Talgrunds hinaus. Man bleibt auf dieser Seite, bis man in schütteren Wald kommt, wo man – je nach Schneesituation einfach bis verwegen – den Bach nach links quert und zur Aufstiegsroute stößt. Nun fährt man nicht auf dem Fahrweg ab, sondern durch eine langgezogene, zwischendurch etwas steilere Lichtung bis zum Bach bei der Hochstegenalm. Der Rest verläuft auf einer der Aufstiegsrouten.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied740 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAchenkirch (916 m) Talstation der Christlumbahn (950 m)
TourencharakterDie bescheidene Tour zum Gröbner Hals war mal ein Geheimtipp. Das hat sich längst geändert, und die immer waghalsiger werdenden Skitourengeher riskieren inzwischen sogar Aufstiege auf die Gipfel rund um das kleine Tourenziel. Sie steigen auf den Rether Kopf und das Rether Joch. Beides sind sehr gewagte, relativ wenig bekannte Tourenziele für Extrem-Tourengeher. Unser Ziel bleibt der Gröbner Hals, ein Joch, denn außer einem kleinen Mugel wird kein Gipfel erreicht. Doch hat man auch von dort eine Karwendelschau der Sonderklasse. Nur einen kleinen Schönheitsfehler hat die Tour: eine lange, fast ebene Forststraße im Unterautal.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 027, Achensee; Freytag & Berndt-Wanderkarte 1:50000, Blatt 321, Achensee-Rofan-Unterinntal
VerkehrsanbindungAuto - Über Tegernsee oder Bad Tölz – Lenggries – Achenwald zum Aus-gangspunkt (beschildert). Von Süden aus dem Inntal über die Kanzelkehre durch das Achental ÖV: Achenseebus ab Wiesing
Gastronomiekeine
Tipps
Die Tour eignet sich sehr gut für Kinder ab 12 Jahre und Skitoureneinsteiger. Nur erfahrene Spezialisten können bei absolut sicheren Schneeverhältnissen vom Gröbner Hals über steile Lawinenhänge zum Sattel zwischen Rether Kopf und Rether Joch aufsteigen (oft gigantische Wechten) und zum Rether Joch weitergehen. Abfahrtsmöglichkeit über den Marlkopf.
Höchster Punkt
Gröbner Hals, 1650 m
Unterkunft
keine
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