Gilfert, 2506 m

Kaum Ziehwege, ein paar Walddurchfahrten und im Wesentlichen freie, hindernislose Wedelhänge kennzeichnen diese Spätwinter- bzw. Frühjahrstour, die bei entsprechenden Verhältnissen zu einem großartigen Firnerlebnis werden kann.
Lawinengefahr: gering/mittel
(Autor: Siegfried Garnweidner)
8 km
1230 m
5.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Sieht man davon ab, dass die Route fast immer gut gespurt ist (nur meistens zu steil), lässt sich auch nach kräftigen Schneefällen der Anstieg kaum verfehlen. Er führt – je nach Schneelage – vom Ausgangspunkt entweder gleich über steile Wiesenhänge geradewegs nach Osten empor oder erst auf einer schmalen Bergstraße über dem Buswendeplatz hinauf. Auf dieser Straße mit etlichen Abkürzern nach Nordosten weiter und durch breite Waldlichtungen zur Straße, die direkt zur Nonsalm führt. Von den Almhütten in wechselnder Steigung etwas mehr nach Nordosten weiter und am Wetterkreuz südlich vorbei. Zum Schluss wird die Route dann noch etwas steiler, bis endlich der weite Gilfert-Gipfel erreicht ist.
Abstieg.
Im Wesentlichen entlang der Aufstiegsroute. Das freie, weite Gelände lässt Varianten in Hülle und Fülle zu.

Exposition - Westen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied1230 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWeerberg, 882 m. Gasthof Innerst, 1283 m
TourencharakterAus dem Inntal betrachtet locken die weithin sichtbaren, makellosen Westhänge des Gilferts immer wieder, wenn man von unten hinaufschaut. Man sieht es dem Gilfert an, dass er ein pfundiger Tourenberg ist. Allerdings drehen die Westhänge in den unteren Lagen ein wenig nach Süden und deshalb ist es mit der Schneesicherheit in den Wiesen gleich über Innerst oft nicht weit her. Im Frühjahr, wenn also die schönste Wedelzeit am Gilfert beginnt, muss man manchmal die Ski erst tragen, bevor Aufstiegs- und Abfahrtsvergnügen beginnen können. Doch sind diese Mühen schnell vergessen, wenn man stundenlang in der Fellspur auf das Gipfelkreuz zusteigt und sich immer wieder wundert, wie weit es doch zum Gilfert hinauf ist. Der Berg ist nämlich ein Blender. Auf den Gipfel hat man ein riesiges Kreuz gestellt, das aus dem Tal weithin gut sichtbar ist, aber auch dem leidgeplagten Skitourengeher vorgaukelt, dass es nimmer weit hinauf ist und die Plagerei bald ein Ende nimmt. Doch leider zieht sich der Aufstieg enorm in die Länge und die Route scheint kein Ende zu nehmen …
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 28 (Vorderes Zillertal – Rofan – Wildschönau)
Verkehrsanbindungdurch das Inntal bis Weer, dann auf guter, aber schmaler Bergstraße über Weerberg bis zum Straßenende in Innerst
Gastronomieim Gasthaus Innerst am Ausgangspunkt
Tipps
Von der Hausstatt herauf. Eine interessante, nicht sehr oft durchgeführte Variante für Aufstieg und Abfahrt beginnt in Hausstatt, 1255 m. Auf ihr nähert man sich dem Gilfert von Norden her und deshalb gibt es statt Firn meist Pulverschnee (oder Bruchharsch). Beim Anstieg vom Gasthaus Hausstatt auf der Straße links und zur Skipiste hinauf. An den Häusern vorbei, links abdrehen und bald auf schmalem Fahrweg gegen Norden in den Weerer Wald. Nun in weit ausholendem Bogen ziemlich flach gegen Osten, später Südosten dahin, über den Kesselmöser und zum Lafasteralm-Niederleger, 1758 m. Dort den Fahrweg rechts verlassen und steiler gegen Südosten zum Hochleger, 1910 m. Von ihm gegen Süden über einige Bachgräben und im übersichtlichen Gelände, das Gipfelkreuz vor Augen, nach Südosten etwas abdrehen. Zum Wetterkreuz (kurz etwas ausgesetzt) hinauf und über den langen Rücken geradewegs zum Gipfelkreuz (' 3 1/2 Std. ' 1 1/4 Std.).
Höchster Punkt
Gilfert, 2506 m
Unterkunft
im Gasthaus Innerst am Ausgangspunkt
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