Galtjoch, 2112 m

Gemütliche Vorgebirgstour, die sich bei ausreichender Schneelage sogar schon vor Weihnachten durchführen lässt. Besondere skifahrerische Anforderungen bestehen nicht, allerdings muss man mit etwas engeren Walddurchschlupfen zurechtkommen. Dafür steht in den oberen Bereichen dem grenzenlosen Wedelspaß nichts im Weg.
Exposition: Ost / Lawinengefahr: gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
13 km
850 m
3.00 h
Aufstieg.
Bei dieser Tour ziehen wir die Felle nicht gleich auf, sondern stellen die Tourenbindung auf Abfahrt und schnallen die Stiefel fest zu. Wir haben nämlich zuerst einmal eine Abfahrt von rund 100 Höhenmetern vor uns. Sie beginnt am Ortsrand von Rinnen, südlich der letzten Häuser, und führt über freies Wiesengelände gegen Westen zum Rotlech hinab. Dort unten ist es im Hochwinter meist grimmig kalt, und in dieser ungemütlichen Umgebung richten wir uns für den Aufstieg her. Auf dem Sträßchen gehen wir gegen Süden neben dem Rotlech zur südlichen der beiden Brücken und folgen der Winterweg-Markierung. Dann wird der Bach gequert. Der schmale Fahrweg steigt anschließend noch ein Stück gegen Süden an, dreht nach Südwesten ab und verzweigt sich. Dort schwenkt die Route rechts ab und steigt zur malerisch gelegenen Ortschaft Rotbach an. Am oberen Ende der ausgedehnten Lichtung suchen wir uns eine Öffnung im Weidezaun, schlüpfen hindurch und stoßen wieder zu einem Fahrweg, der aber schon bald nach links (gegen Norden) verlassen wird. Die markierte Skiroute steigt im Wald bis zur Ehenbichler Alpe an. Neben der Jausenstation halten wir uns links und erreichen südöstlich der Abendspitze die versprochenen traumhaft schönen baumfreien Skihänge. Es öffnet sich auch ein weiter Blick zum Galtjoch-Gipfelbereich hinauf. Das Kreuz ist allerdings noch nicht zu sehen, das zeigt sich erst am Gipfelgrat. Die Spur quert schräg ansteigend den südseitigen Hang unter der Abendspitze und stößt an dessen tiefster Stelle auf den Rücken zwischen Abendspitze und Galtjoch. Am breiten Rücken halten wir uns links und steigen auf ihm gegen Westen – auf Wechten achtend – zum weiten, freien Gipfel.
Abstieg.
Im Wesentlichen entlang der Aufstiegsroute. Und nicht vergessen: Mit den Kräften etwas haushalten, denn zum Schluss steht uns noch ein satter Gegenanstieg hinauf nach Rinnen bevor.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied850 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortRinnen (1262 m)
AusgangspunktStraße nach Namlos, südlich der letzten Häuser von Rinnen
TourencharakterDie Liegfeistgruppe hat ein paar knackige Skitouren parat, die überwiegend Spezialisten vorbehalten bleiben. Nur das Galtjoch macht eine wohl-tuende Ausnahme. Es gibt sich so moderat, dass sich auch Touren-Neulinge an diesen Berg wagen können, wenn die Bedingungen passen. Die sind am Galtjoch – von einer ordentlichen Schneedecke mal abgesehen – nicht sehr kritisch. Vor allem die Lawinengefahr hält sich in Grenzen, so dass man an diesem Berg kein besonderes Risiko eingeht. Nur einen Mangel hat die Tour - Sie beginnt mit einer Abfahrt, was bedeutet, dass sie mit einem Aufstieg endet…
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarten 1 - 50000, Blatt 4, Füssen-Außerfern, oder Blatt 24, Lechtaler Alpen-Hornbachkette; Freytag & Berndt-Wanderkarte 1:50000, Blatt 351, Lechtaler, Allgäuer Alpen
VerkehrsanbindungAuto - Von Reutte oder Garmisch-Partenkirchen über Berwang nach Rinnen ÖV: Busverbindung ab Bahnhof Bichlbach – Berwang
GastronomieJausenstation Ehenbichler Alpe (mitunter im Winter geöffnet)
Tipps
Wer fit auf Ski und Fellen ist, kann bei der Routenverzweigung unterhalb von Rotbach umdisponieren und die steile, anspruchsvolle Hintere Steinkarspitze (2215 m) zum Ziel küren.
Informationen
leicht, stellenweise enge Walddurchfahrten
Höchster Punkt
Galtjoch, 2112 m
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