Friederspitz, 2049 m

Früher war der Frieder zusammen mit dem benachbarten Friederspitz, der um einen Meter höher ist, ein sehr beliebtes Skitourenziel. Das hat sich in den letzten Jahren geändert, es kommen immer weniger Skitouristen auf diese beiden Gipfel. Der Grund liegt auf der Hand: Nach einem langen, ziemlich flachen Anstieg auf einer Forststraße muss man sich über einen steilen Südosthang durch relativ dichten Wald hinaufplagen, was nicht nur Mühe, sondern auch oft schlechten Schnee beschert. Erst auf den letzten 300 Höhenmetern kommt man in schönes Skigelände. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Bei der Abfahrt geht das alles anders herum, mit ebenso harten Bedingungen. Nur wenn nach Schneefall mit Pulverschnee zu rechnen ist, lohnt sich der Frieder wirklich. Aber dann hat man sich mit harter Spurarbeit oder Lawinenrisiken zu beschäftigen. Diese Tour eignet sich deshalb nicht für Anfänger, sie erfordert die sichere Beherrschung der Brettel auf steilen, engen Hängen. Ansonsten aber ist sie großartig, denn der Blick vom Gipfel ins Wetterstein- und Karwendelgebirge sucht seinesgleichen.

Der Aufstieg

Vom Parkplatz an der Ochsenhütte der gering ansteigenden Straße gut eine Stunde lang anfangs nach Westen, später in weitem Bogen nach Norden und weiter nach Nordosten zum Rotmoossattel folgen. Dort die Straße scharf nach links auf den Sommerweg verlassen und in die Friederschneise hinein, wo der Anstieg nun immer steiler wird.

Wer dem obersten – enorm steilen – Hang ausweichen will, kann nach links durch dichten Wald zum Sommerweg hinübergehen und kommt in der weiten Mulde unter dem Scharfeck heraus. Dort wieder rechts halten, in einem Durchschlupf durch dichten Wald, bis sich dieser auf einem Rücken lichtet. Auf ihm weiter und über die freien, leider aber auch oft abgeblasenen Hänge nach Norden bis zum Gipfelkreuz empor.

Die Abfahrt

Vom Gipfel so weit wie möglich nach Süden auf den Lausbichel zu und von dort am Höhenrücken hinab, bis man wieder die Aufstiegsspur erreicht Dieser in Richtung Scharfeck folgen. In der weiten Mulde gegen Osten und in der steilen Schneise zur Rotmoosalm hinunter schwingen. Von dort auf der Straße zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition: Süden und Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1250 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz Ochsenhütte (800 m) an der B23, östlich von Griesen
EndpunktParkplatz Ochsenhütte (800 m) an der B23, östlich von Griesen
TourencharakterHarte Skitour für stabile Verhältnisse und gute, konditionsstarke Skifahrer. Lawinengefahr: hoch
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung: Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 5 (Wettersteingebirge – Zugspitzgebiet)
VerkehrsanbindungMit dem Auto von Garmisch-Partenkirchen auf der B23 bis zum Ausgangspunkt
Tipps
Vorsicht Jungwald! Die steilen Schneisen wachsen in den letzten Jahren immer mehr zu. Das ist wichtig zur Befestigung der erosionsgefährdeten Hänge. Man sollte deshalb dort sehr vorsichtig und langsam abfahren und das junge Holz nicht beschädigen.
Höchster Punkt
Friederspitz, 2049 m
Tourismusbüro
Grainau, Tel.: 08821/98185–0; www.grainau.de
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