Fluchtkogel

Schöne Gletscherskitour. Lawinengefahr: Die Tour und vor allem die Abfahrt von der Vernagthütte verlangen sichere Verhältnisse. Bei der Abfahrt von der Vernagthütte ist auch die tageszeitliche Erwärmung zu beachten (Südhänge). Der Hüttenanstieg über die Rofenschlucht erfordert ebenfalls sichere Verhältnisse. (Autor: Janina und Markus Meier)
7 km
1700 m
6.00 h
Zum Hochjoch Hospiz.
Von Vent (1895 m) wandern wir auf einem mit Fahrverbot belegten Sträßchen zu den Rofenhöfen (2011 m). Der große Parkplatz neben den Gasthäusern ist nur für Hausgäste. Es empfiehlt sich aber vorab zu fragen, ob man trotzdem hochfahren und am Haus parken darf (eine Einkehr nach der Tour sollte obligatorisch sein). Wir gehen von den Höfen weiter taleinwärts zur Rofenalm und der Materialseilbahn, welche die Vernagthütte versorgt. Dort zweigt auch der Hüttenanstieg zur Vernagthütte rechts ab. Hier kommen wir nach der Abfahrt vom Fluchtkogel herunter. Wegen der lohnenderen Abfahrt empfiehlt es sich aber, die Tour mit Aufstieg über das Hochjoch Hospiz und Abfahrt über die Vernagthütte anzugehen.
Deshalb gehen wir stattdessen weiter in die Rofenschlucht. Die schmale, enge Schlucht kann manchmal sehr heikel und lawinengefährdet sein. Ebenfalls kann bei Hartschnee Abrutschgefahr bestehen und Harscheisen notwendig sein. Das Tal wird bald aber wieder etwas breiter, und so queren wir weiter taleinwärts und erreichen zum Schluss, nach nicht ganz drei Stunden, ohne große Probleme das gemütliche Hochjoch Hospiz (2412 m). Das Hochjoch Hospiz bietet nicht nur den Fluchtkogel als lohnendes Tourenziel, sondern auch noch einige andere Skiberge wie den Saykogel (siehe Kasten).
Auf den Fluchtkogel.
Am nächsten Morgen steigen wir hinter der Hütte ein Stück in Richtung Guslarspitzen an. Wir folgen aber nun nicht der Spur zu den Guslarspitzen, sondern ziehen nach links in Richtung Kesselwandferner. Dann erreichen wir das Becken unterhalb des Gletschers über eine kurze Engstelle, die wir vorsichtig überqueren. Der Gletscher bricht hier steil zu uns ab, wir ersteigen ihn auf der rechten Seite und lassen dabei die eindrucksvollen Gletscherbrüche links liegen. Plötzlich stehen wir auf dem weiten Gletscherplateau und sehen links von uns das Brandenburger Haus (3274 m) der Sektion Berlin, das majestätisch am Südhang der Dahmannspitze steht. Wir wandern weiter über die weiten Gletscherflächen zum Oberen Guslarjoch (3361 m) und kommen über einen steilen Hang zum flachen Gipfelplateau des Fluchtkogels (3497 m). Die Aussicht ist phantastisch. Wir befinden uns mitten in einer eindrucksvollen Gletscherwelt mit riesigen Gletschern: Kesselwandferner und Gepatschferner. Mittendrin steht das Brandenburger Haus mit der darüber aufragenden Weißkugel. Diese wäre ebenfalls vom Hochjoch Hospiz zu erreichen. Der Anstieg zieht sich aber ziemlich und ist über die Weißkugelhütte (Tour 28) deutlich lohnender. An Gipfeln beeindruckt vor allem die Wildspitze von hier oben. Der höchste Ötztaler Gipfel kann von der Vernagthütte bestiegen werden. Aber auch eine weitere Ötztaler Berühmtheit, der Similaun, zieht unsere Blicke auf sich.
Abfahrt zur Vernagthütte.
Wie bereits beschrieben, ist die Abfahrt wegen der Querung nach dem Kesselwandferner und vor allem wegen der schmalen und unangenehmen Rofenschlucht über das Hochjoch Hospiz nicht besonders lohnend. Deshalb bietet es sich an, die Tour zum Fluchtkogel als Überschreitung auszulegen und über die Vernagthütte ins Rofental abzufahren. Die Abfahrt führt uns zuerst zurück zum Oberen Guslarjoch (3361 m). Hier fahren wir eben nicht zurück über den Kesselwandferner, sondern biegen nach links auf den Guslarferner ab. Der obere Hang ab der Scharte ist ziemlich steil und erfordert entsprechende Vorsicht. Bei der weiteren Abfahrt über den Gletscher weichen wir einer Spaltenzone aus und gelangen relativ schnell zur Vernagthütte (2755 m).
Nach Vent.
Nach einer Rast auf der Terrasse der Vernagthütte (2755 m) machen wir uns an die Abfahrt zu den Rofenhöfen. Wir fahren zum Bach, überqueren diesen und erreichen eine leicht ansteigende Querung. Nach dieser biegen wir nach links ab, queren den Skimarkierungen folgend nach Osten und fahren anschließend zur Talstation der Materialseilbahn steil bergab. Von dort sind wir bald wieder bei den Rofenhöfen (2011 m). Nach weiteren 30 Minuten beenden wir unser Tourenwochenende am Ausgangspunkt, in Vent (1895 m).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1700 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortVent
AusgangspunktVent (1895 m)
EndpunktVent (1895 m)
TourencharakterDas Hochjoch Hospiz ist seit 2004 im Winter bewirtschaftet und erschließt ein schönes, vielfältiges Tourengebiet in den Ätztaler Alpen oberhalb von Vent. Der Fluchtkogel ist ein Klassiker und bietet eine tolle Überschreitung zur Vernagthütte.
Hinweise
Gehzeit. Vent-Rofenhöfe 0.45 Std., Rofenhöfe-Hochjoch Hospiz 2 Std., Hochjoch Hospiz-Fluchtkogel 3.30 Std.
KartentippAlpenvereinskarte 1:25 000, Blatt 30/2 Ötztaler Alpen-Weißkugel (Skitouren)
VerkehrsanbindungVon der Inntalautobahn ins Ötztal und bei Zwieselstein nach rechts abzweigen nach Vent
GastronomieHochjoch Hospiz (2412 m), Anfang März bis Anfang Mai, Tel. 0043/(0)7203-478 21, www.vent-hotel-post.com/deutsch/ huetten/hochjoch-hospiz; Vernagthütte (2755 m), Anfang März bis Mitte Mai, Tel. 0043/(0)664- 141 21 19; Berggasthof Rofenhof (2011 m), 0043/(0)5254-81 03, www.rofenhof.at
Tipps
Der Saykogel (3355 m) ist ein lohnendes Tourenziel mit schönen Abfahrten. Von der Hütte fahren wir zum Bach ab und überqueren diesen über eine Brücke. Der Weiterweg führt uns über schöne, aber auch steile Hänge in südöstlicher Richtung zum Kreuzferner. Wir umgehen den Gletscherbruch und steigen über den angenehm geneigten Gletscher weiter in Richtung Gipfel. Die Skier werden meistens am Beginn des Nordostgrates deponiert. Über einen Firngrat erreichen wir den aussichtsreichen Gipfel des Saykogel. Die Abfahrt erfolgt am Anstiegsweg. Zur Hütte müssen wir nochmals kurz ansteigen.
Höchster Punkt
Fluchtkogel (3497 m)

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