Feuerspitze, 2852 m

Rassige, lawinengefährdete Frühjahrsskitour, die gute Kondition, sicheren Firn und einen frühen Aufbruch erfordert. Es ist dringend anzuraten, die Feuerspitze erst dann anzugehen, wenn die mächtigen Grundlawinen in das Kaisertal abgegangen sind.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz beim Gasthaus Vallugablick am Fahr- weg hoch über dem ungezähmten Kaiserbach nach Südosten in das Kaisertal hinein. Mehrmals werden steile Lawinenstriche gequert, ehe man bei 1689 m zur Kaiseralp-Hütte stößt. Dort dreht die Anstiegsrichtung gegen Osten. Die Route weist am nördlichen Rand eines von Lawinen bedrohten Talbodens dahin. Vor der scharf geschnittenen Vorderseespitze wird der Talgrund nach links verlassen und man steigt nun steiler gegen Norden hinauf, bis eine weite Senke erreicht wird. Diese wird unter der Alplespleisspitze und dem Kälberlahnzug umgangen und dann steigt man auf die markanten Felsen der Feuerspitze zu. Anschließend ist, gering ansteigend, eine steile Bergflanke nach Süden zu queren, bis der lawinengefährdete Stierlahnzug erreicht wird. Unter den schroff aufragenden Felsen nach Osten zum Südgrat des Stierlahnzugjochs weiter. Über diesen Schuttgrat, der im Frühjahr meist ausgeapert ist, geradewegs zum Stierlahnzugjoch, 2596 m, hinauf. In einer kurzen Abfahrt mit Fellen in den Sattel zwischen Stierlahnzugjoch und Feuerspitze abrutschen und die letzte halbe Stunde plagt man sich dann über ideale Skihänge zum Gipfel der Feuerspitze hinauf.
Abfahrt.
Vom Gipfel flott, aber vorsichtig nach Süden hinab, im weiten Sattel rechts halten und immer steiler nach Westen zu einem Felsenband hinab. Dort die Ski abschnallen und das unbequeme Hindernis zu Fuß überwinden. Dann aber geht es rasant durch eine sehr steile, aber relativ breite Firnrinne zur Aufstiegsspur hinab. Auf ihr nach Kaisers zurück.

Exposition - überwiegend Süden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied1350 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKaisers, 1518 m, Gasthaus Vallugablick in Kaisers, 1518 m
TourencharakterDie Feuerspitze, eine klassische Frühjahrsskitour der Lechtaler Alpen, wird von begeisterten Skitourengehern bisweilen als krönender Abschluss einer langen Skitourensaison gewählt. Und das mit Recht. Die anspruchsvolle Unternehmung findet in einer wilden Berglandschaft zwischen schroffen Felsengipfeln und steilen Tälern statt, in denen oft eine erhebliche Lawinengefahr besteht. Das Bergerlebnis in einer spannenden, hochalpinen Landschaft gibt sich genauso beeindruckend wie die umfassende Gipfelrundschau.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 24 (Lechtaler Alpen – Hornbachkette)
VerkehrsanbindungLech – Warth und ins Lechtal bis Steeg oder von Reutte nach Südwesten durch das Lechtal bis Steeg. Von Steeg auf gut ausgebauter Bergstraße zum Ausgangspunkt.
GastronomieGasthaus Vallugablick in Kaisers
Tipps
Anspruchsvoller Zweitgipfel. Als besonderes Schmankerl locken auch die Süd-Firnhänge der Alplespleisspitze, die mit ihrer Höhe von 2648 m eine anspruchsvolle Zusatzaufgabe für besonders konditionsstarke Skitourengeher anbietet.
Höchster Punkt
Feuerspitze, 2852 m
Unterkunft
Gasthaus Vallugablick in Kaisers
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